Saisonrückblick: HC Elbflorenz I

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Saisonrückblick: Ziel frühzeitig aus den Augen verloren

Der diesjährige Saisonrückblick fällt etwas kürzer, aber so wie es hier üblich ist, ohne „Weichspüler“ aus.

Ebenso deutlich wie zu Beginn der Saison das Ziel Aufstieg in die 2. Liga formuliert wurde, ebenso deutlich muss man am Ende der Saison bekennen: Der HC Elbflorenz ist klar an diesem Anspruch gescheitert! Am Ende hatten die Dresdner nach 30 Spieltagen 42:18 Punkte auf dem Konto. Dies brachte Platz 3 in der Endabrechnung. Wie hier schon einmal erwähnt, die Sachsen wollten der „Bandleader“ der 3. Liga Ost sein, wurden aber am Ende der „Backroundsänger“. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die 1. Männermannschaft so viele Punkte wie noch nie in der Vereinsgeschichte holte und den besten Angriff der 3. Liga Ost stellte. Niederlagen wie die gegen den Aufsteiger TV Gelnhausen, auswärts in Kirchzell oder Großwallstadt waren z.B. vollkommen unnötig. Meister wurde mit großem Abstand der TV Hüttenberg. Mit Sicherheit Drittliga übergreifend die beste Mannschaft. Die Meisterschaft hat der TV Hüttenberg vor allem seiner überragenden Defensive zu verdanken. Auch in Bestform wäre es für den HC Elbflorenz sehr schwer geworden, dieses Team hinter sich zu lassen. Im Blick auf Platz 2 war der Rucksack nach 6 Spieltagen mit damals schon 5 Minuspunkten schon sehr groß. Da auch im Weiteren keine wirkliche Entwicklung zu sehen war, war die Trainerentlassung von Peter Pysall im November 2015 fast unausweichlich. Vorher hatte er in seiner Amtszeit den Verein entscheidend professionalisiert und vorangebracht. Weitergehend bleibt festzuhalten, wer zudem die sich doch bietende Chance, in einem Heimspiel gegen die direkte Konkurrenz aus Fürstenfeldbruck auf den Relegationsplatz/Platz 2 zu kommen, nicht nutzt, ist den Beweis der Fähigkeit zum Aufstieg dann auch endgültig schuldig geblieben. Auch wenn die Mannschaft nach dem Trainerwechsel vor allem im Bereich der Abwehr und dem Tempospiel Fortschritte gemacht hat. Fast war es dem Interimstrainerduo Jahn/Göde noch gelungen das Ruder herumzureißen. Das gebietet Respekt. Dass es die Dresdner können, bewiesen sie vor allem im Heimspiel gegen den TV Hüttenberg, dem sie in einem wahren Spitzenspiel die erste Saisonniederlage beibrachten. Auch die Auswärtssiege in Groß-Bieberau oder Nieder-Roden waren positive Ausschläge des wahren Leistungsvermögens.

Ebenso klar wie die Analyse der Gesamtsituation fällt die Betrachtung im Detail aus. Der HC Elbflorenz war vor allem im Mannschaftsteil Rückraum zu unausgeglichen und teilweise zu eindimensional, um wirklich ganz oben anzugreifen. Dies gilt für zu viele Teile der Saison. Dass Sebastian Greß trotz seiner erst 21 Jahre ein außergewöhnlich guter Spieler ist, steht außer Frage. Dass aber die Lücke hinter ihm in dieser Saison so groß ausfiel, war so nicht vorgesehen. Spieler wie Nils Kretschmer, Tjark Desler oder Gabriel De Santis müssen an ihrer Beständigkeit arbeiten. Neuzugang Hannes Lindt hingegen füllte sein Rolle im Wesentlichen aus, verpasste aber aufgrund von verschiedenen Verletzungen fast ein Drittel der Saison. Insgesamt konstanter agierten da schon die Außenspieler. Hier war eine Steigerung zur Vorsaison klar zu erkennen. Das Leistungslimit ist aber auch hier noch nicht erreicht. Erfreulich war hier vor allem, dass mit Tom Hartmann ein junger Dresdner in Teilen beim HC Elbflorenz ausgebildeter Spieler, noch mehr Spielanteile bekam. Und auch Rechtsaußen Lars Bastian konnte sein Leistungsvermögen in seiner zweiten HC-Saison immer mehr zeigen. Am konstantesten agierten neben Sebastian Greß die Torhüter. Hier war der HC Elbflorenz über die ganze Saison gesehen mit Ligaspitze. Ein Spieler wie Timo Meinl hat innerhalb des HC Elbflorenz so oder so neue Standards für das Torhüterspiel gesetzt. Am Kreis fällt das Bild differenziert aus. Während HC-Abwehrchef Rico Göde erneut eine gewohnt starke Saison zeigte, ließ sich Neuzugang Henning Quade (sicher auch durch Verletzungen zurückgeworfen) noch Leistungspotenzial offen. Er greift aber mit Sicherheit mit der neuen Saison wieder voll an. Zumal die Mannschaft ihn mit seiner Emotionalität braucht.

Nun ist es wichtig, was man daraus macht. Die interne Analyse im Blick auf die abgelaufene Saison läuft schon lange. Es gibt keinen Stein, den man beim HC Elbflorenz nicht herumdreht. Und es ist eine Kunst, den Weg zwischen klaren Maßnahmen und Aktionismus zu finden. Wer bei der Trainerverpflichtung von Christian Pöhler genau hinschaut, weiß schon, dass die Analyse ein gewisses Umdenken gebracht hat. Auch die Anforderungsprofile an potentielle oder schon nicht mehr nur potentielle Neuverpflichtungen haben sich in gewissen Parametern geändert. Ohne schon zu viel zu verraten, kann man davon ausgehen, dass die Mannschaft tendenziell jünger wird. Weitere Änderungen werden folgen, manche nach außen sichtbar, andere mehr intern. So wie es ganz normal ist in einem Mannschaftssport. Eines ist jedoch klar, Stillstand will man beim HC Elbflorenz nicht akzeptieren. Gut so!

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