9. Spieltag: HC Elbflorenz vers. GSV Eintracht Baunatal 34:24 (13:10)

(c) HC Elbflorenz

War das der nächste Schritt? Kann der HC Elbflorenz nun in eigener Halle die Schlagkraft entwickeln, die man sich von ihm erhofft? Ohne den Baunatalern zu nahe treten zu wollen, aber diese Fragen kann man wohl erst nach dem nächsten Heimspiel beantworten. Wichtig ist, es kristallisieren sich immer mehr mannschaftliche Fixpunkte heraus, an denen sich das Team orientieren kann. So etwas braucht eine Mannschaft. Um einen Vergleich aus einem vorherigen Spielbericht aufzugreifen: Endlich mehr „Batmans“ und weniger „Robins“!

So wie die Dresdner ins Spiel kam, war nicht zu vermuten, dass am Ende so ein klarer Sieg zu Buche stehen sollte. Nach gut 15 Minuten musste man konstatieren, dass der HC Elbflorenz nicht im Spiel war, die Baunataler aber schon. So war die 2:6 Führung der Gäste vollkommen verdient. Die Hausherren kamen im Angriff einfach nicht zurecht und wirkten wie mit Handbremse spielend. Dazu kam, dass die Dresdner klare Chancen liegen ließen. Nach 15 Minuten wachten die Sachsen so langsam auf und die durchaus gut Dresdner Abwehrarbeit trug langsam Früchte. Zwei schnelle Tore nach Ballgewinnen von Sebastian Gress und Rico Göde brachten die Hausherren auf 4:6 heran. Eine Auszeit des Gästetrainers Mirko Jaissle konnte dann den Treffer zum 5:6 durch Nils Kretschmer auch nicht verhindern. Der Treffer zum 5:7 vom starken GSV-Linksaußen Felix Gessner, sicher einer der Besten seiner Zunft in der Liga, beendete die Durststrecke der Hessen. Auf Seiten der Dresdner kamen jetzt vor allem Nils Kretschmer und Rene Boese ins Rollen. Erst glich Rechtsaußen Rene Boese nach Anschlusstreffer von Nils Kretschmer zum 7:7 aus, dann besorgte Boese die erste Führung im Spiel (9:8), nachdem Kretschmer zum 8:8 ausgeglichen hatte. Unterstützt wurde das Ganze von einem erneut überragenden Henrik Ruud Tovas. Er hatte am Ende 16 Paraden auf der Habenseite und wird so beim HC Elbflorenz immer mehr zu einem wichtigen Faktor. Das 9:9 für die Eintracht erzielte Rechtsaußen Christian Schade, nachdem er kurz zuvor an Tovas gescheitert war. Jetzt legten die Dresdner in Person von Sebastian Gress noch einmal zu. Der HCE-Spielmacher erzielte im Abstand von 30 Sekunden das 10:9 und 11:9. Eines davon in typisch gress’scher Manier, nämlich durch den „Gress’schen Seitnkickwurf“. Wieder nahm der Coach der Eintracht die Auszeit, musste aber nach der Minute mit neuen Anweisungen für sein Team mit ansehen, wie der HC Elbflorenz auf 13:9 erhöhte. Fast mit dem Pausenpfiff trafen die Gäste dann zum 13:10. Ab der 15. Minute konnte sich der HC Elbflorenz klar steigern und ging so verdient mit einer knappen Führung zur Pausenbesprechung.

Der HC Elbflorenz brauchte dann in der zweiten Halbzeit noch einmal knapp 15 Minuten Anlauf, um den Gegner klar in die Schranken zu weisen. Auf dem Weg dahin sahen die Zuschauer ein schönes Drehertor von Linksaußen Tim-Philip Jurgeleit oder einen weiter gut agierenden Nils Kretschmer, aber auch einige Unkonzentriertheiten. Letztere nutzen nicht aufsteckende Eintrachtler, um in der 40. Minute (18:16) und 42. Minute (19:17) auf zwei Tore zu verkürzen. Die Dresdner Abwehr fand in dieser Phase für ein paar Minuten nicht zu ihrem Spiel und eröffnete den Gästen so immer wieder Torchancen. Als der HC Elbflorenz dann in der 47. Minute in Unterzahl zum 23:19 traf und Henrik Ruud Tovas knapp eine Minute später einen freie Torchance der Baunataler spektakulär verhinderte, war das der Auftakt zum Dresdner Schlussspurt. Der HC Elbflorenz zog das Tempo noch einmal richtig an und bestrafte jeden Fehler der Gäste sofort. Der GSV probierte alles, angefangen von einer Manndeckung gegen Nils Kretschmer, bis hin zum siebten Feldspieler. Aufhalten konnte das die Dresdner allerdings nicht. Hätten sich die Dresdner in den letzten Minuten nicht noch ein paar Schlampigkeiten erlaubt, wäre der Sieg wohl noch etwas höher ausgefallen. So gewannen die Sachsen am Ende verdient mit 34:24. Den Schlusspunkt setzte mit einem Treffer aus der eigenen Spielhälfte Kreisspieler Henning Quade. Er hatte GSV-Keeper Constantin Paar, welcher wohl schon zur Bank unterwegs war, damit völlig überrascht.

Fazit: GSV-Trainer Mirko Jaissle sprach nach dem Spiel davon, dass „der Sieg sicher etwas zu hoch ausgefallen ist.“ Dieser Einschätzung kann man nicht folgen, denn ein Spiel dauert halt nicht nur 47 Minuten. Die Mannschaft von Peter Pysall kann den Sieg gegen an diesem Tag personell limitierte Hessen sicherlich gut einschätzen. Auf der anderen Seite hatte eben dieser Gegner zuletzt drei von vier Spielen teilweise deutlich gewonnen. Fortschritte zeigten die Hausherren außerdem beim Thema Tempospiel. Die Dresdner bauen so ihre Serie auf drei Siege aus und tanken vor dem schweren Heimspiel am nächsten Samstag zusätzliches Selbstvertrauen. Die Elbflorentiner wissen genau, dass schon der nächste Gegner aus Groß-Bieberau ein ganz anderes Kaliber darstellt.

Tore: Quade 3, Gress 5, Kretschmer 6, Balsczyk, De Santis, Göde 2, Desler 1, Lindt 4, Boese 6, Jurgeleit 3, Hartmann 3, Bastian 1, Meinl/Tovas (beide Tor)

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