8. Spieltag: SG LVB Leipzig vers. HC Elbflorenz (Spielbericht)

(c) HC Elbflorenz

Das Spiel hatte irgendwie etwas spezielles an sich. Es war etwa so, als wenn man eine Person beobachtet, die sich ein Eis kauft um es dann kurz nach dem Verlassen des Ladens auf den Gehweg zu werfen und dies dann noch mehrfach genauso wiederholt. Ebenso gestaltete sich über weite Strecken das Dresdner Spiel, denn gleich mehrfach hatte der HC Elbflorenz die Chance das Spiel vorzuentscheiden, tat es aber nicht. Auch aus diesem Grund hielt das Derby spannungstechnisch was es versprach. Stimmungstechnisch hatten die Dresdner klar die Nase vorn. Die ca. 40 mitgereisten Fans gaben in der Halle in Markranstädt ohne Frage den Ton an. In diesem Sinne gab es auf Dresdner Seite zwei Derbysieger.

In den ersten 20 Minuten sahen die Zuschauer in Markranstädt ein auch spielerisch richtig gutes Derby mit zunächst nur kleinen Schönheitsfehlern. Die Dresdner deckten wie in den vergangenen Spielen sehr offensiv und fanden im Angriff einige gute Lösungen. Zudem hatten die Dresdner in Henrik Ruud Tovas einen wichtigen Sieggaranten im Tor. Den ersten Treffer setzte LVB-Spielmacher Max Bertholdt. Wenige Sekunden vorher hatte der HC Elbflorenz selbst zwei sehr gute Einwurfchancen vergeben. Den 1:1 Ausgleich erzielte dann für die Dresdner Nils Kretschmer. Der Halblinke machte wie zuletzt gegen den TV Groß-Umstadt ein gute Partie. Vor allem in der ersten Halbzeit fand die Leipziger Abwehr kaum Mittel gegen den Dresdner Rückraumspieler. Auf der anderen Seite fanden die Leipziger immer wieder gute Lösungen über ihre linke Angriffsseite. Über weite Strecken des Spieles zeigte sich die Dresdner Abwehr auf dieser Seite sehr anfällig. Bis zum 7:6 legten die Hausherren aus der Messestadt immer vor und die Dresdner zogen nach. Dann konnte der HC Elbflorenz durch einen Doppelschlag von Kretschmer und Boese erstmals in Führung gehen. Rechtsaußen René Boese machte an diesem Tag sein wohl bisher bestes Spiel im HCE-Dress. Ab der 20. Minute verloren beide Teams etwas ihren spielerischen Faden. HCE-Trainer Peter Pysall reagierte darauf bei seinem Team mit einer Auszeit. Die wirkte, denn in der 27. Minute konnten die Landeshauptstädter mit drei Toren in Führung gehen (10:13). Da der HC Elbflorenz weitere Chancen vergab um noch höher zu führen, kassierte man folgerichtig durch Clemens Uhlig das 11:13. Dies war gleichzeitig der Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit kamen zunächst die Gastgeber besser ins Spiel. Vor allem über den Kreis war der LVB jetzt erfolgreich. Als Philipp Jungemann für die Messestädter in der 34. Minute das 14:14 erzielte war der LVB wieder komplett im Spiel. Der HC Elbflorenz fing sich allerdings wieder und ging mit Treffer von Quade, Gress und Boese wieder mit 14:17 in Führung. LVB-Trainer Nils Kühr nahm die Auszeit, wahrscheinlich auch um seine in Teilen sehr junge Formation wieder etwas auf Kurs zu bringen. Dies gelang und zwar begünstigt durch Dresdner Fehler. Ein Gegentor in Überzahl, ein Ballverlust und ein Abspielfehler münzten die Leipziger in ein Remis um (17:17). In der Folge blieb die Partie ganz eng. Einen erneuten Fehler der Dresdner nutzen die Gäste um in der 41. Minute erstmals seit geraumer Zeit wieder in Führung zu gehen (19:18). Der HC Elbflorenz nahm die Auszeit. Es folgte ein Treffer von Sebastian Gress und ein Kontertor von Tim-Philip Jurgeleit und der HC Elbflorenz hatte die Führung wieder zurückerobert. Vor allem der junge Sebastian Gress konnte in der zweiten Spielhälfte unnachahmliche Treffer für sich verbuchen. In Überzahl gelang dann Routinier Alexander Matschos in der 47. Minute mit einem Schlagwurftor der erste Dresdner Überzahltreffer (20:22). Der LVB ließ sich allerdings nicht abschütteln. Vor allem der junge Spielmacher Jonas Hönicke konnte einige gute Szenen für sich verbuchen. Jedoch so langsam schien sich die Waage in Richtung HC Elbflorenz zu bewegen. Sebastian Gress traf zum 23:25, den Treffer zum 25:25 verhinderte Henrik Ruud Tovas mit einer Glanzparade und Tim-Philip Jurgeleit traf per Konter in der 54. Minute zum 24:26. Selbiger holte dann wenig später noch einen Strafwurf heraus und traf drei Minuten vor dem Ende zum 24:27 vom Siebenmeterpunkt. Der LVB nahm die Auszeit und stellte auf eine Manndeckung um. Dies hatte Erfolg, denn der Ballverluste des HC Elbflorenz führten zu zwei leichten Treffer der Leipziger. So hatte der LVB 1:20 vor dem Ende mit 26:27 den Anschluss wieder hergestellt. Peter Pysall nahm folgerichtig die Auszeit, um sein Team noch einmal auf die veränderte Deckung einzustellen. Bei noch 50 Sekunden zu spielen war es dann Nils Kretschmer der bei angezeigtem Zeitspiel den Ball von Halblinks ins Tor wuchtete. Damit war der 26:28 Endstand hergestellt, denn dem LVB gelang kein Treffer mehr.

Fazit: „Ich habe ein Spiel auf Augenhöhe gesehen, bei dem am Ende Kleinigkeiten entschieden haben“, sagte der LVB-Halbrechte Steve Baumgärtel nach dem Spiel. Dieser Einschätzung des erfahrenen Aufbauspielers kann man durchaus folgen. Die Dresdner machten sich in vielen Situationen allerdings das Leben unnötig schwer. Exemplarisch dafür war die 27:24 Führung, welche man in den Schlussminuten fast noch aus der Hand gab. Trainer Peter Pysall sah das ähnlich, denn er bestätigte seinem Team nach dem Spiel in einigen Situationen die „fehlende Ruhe“. Kämpferisch gab es nichts zu beanstanden. Vor allem in der engen Schlussviertelstunde zeigten die Dresdner dahingehend was in ihnen steckt. So konnten die Landeshauptstädter am Ende verdient beide Punkte für sich verbuchen. Am kommenden Wochenende ist dann spielfrei, bevor es mit einem Heimspiel gegen den Zweitligaabsteiger aus Baunatal weitergeht. Da heißt es dann die begonnene Serie auszubauen.

Tore: Bastian , Jurgeleit 4/1, Boese 7/3, Lindt , Desler, Göde 1, De Santis 1, Blasczyk , Kretschmer 7, Matschos 2, Gress 4, Quade 2; Meinl/Tovas (beide Tor)

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