6. Spieltag: TV Großwallstadt vers. HC Elbflorenz 26:26 (13:14)

(c) HC Elbflorenz

Es gibt in der Entwicklungspsychologie das Prinzip der Passung. Nämlich sehr verkürzt ausgedrückt, wie passt es zwischen Anlage und Umwelteinflüssen. Nach dem 6. Spiel in der neuen Saison, muss ganz klar festgestellt werden, der HC Elbflorenz hat beim Blick in den Kader sehr gute Anlagen, kommt aber mit seiner Umwelt, der 3. Liga Ost scheinbar derzeit nicht zurecht! Der derzeitige Punktestand ist die logische Folge. Natürlich gibt es noch 24 Spieltage und die Saison ist noch lang. Allerdings hat man gegen 6 Teams die derzeit vor einem liegen noch nicht einmal gespielt. Für den Einen vielleicht nur eine interessante Fußnote, für den Anderen eventuell schon ein mittelschwerer Fingerzeig. Sei es wie es sei, eines ist klar, auch im Spiel gegen den TV Großwallstadt passte einiges wieder nicht.

Rund 650 Zuschauer hatten am Sonntagnachmittag den Weg in die Spielstätte des TV Großwallstadt gefunden. Sie sahen in der ersten Halbzeit einen leicht spielbestimmenden Gastgeber. TVG-Trainer Heiko Karrer hatte seine in vielen Teilen junge Mannschaft gut eingestellt. Das Spiel begann recht munter und der TVG konnte in seinem ersten Angriff durch Antonio Schnellenbacher sofort treffen. Bis zum 4:4 in der neunten Minute legten die Unterfranken jeweils vor und der HC Elbflorenz zog nach. Vor allem der diesmal auf Halbrechts beginnende Gabriel De Santis setzte für den HC Elbflorenz mit zwei Treffern gute Akzente. Auch wenn ein am Kreis stark aufspielender Henning Quade in der neunten Minute den Treffer zum 4:5 markierte, die Dresdner fanden keine endgültige Sicherheit. Ein hohes Maß an technischen Regelfehlern und Fehlwürfen waren schon im ersten Spielabschnitt dafür verantwortlich, dass der HC Elbflorenz dem TV Großwallstadt immer etwas hinterherlief. Nach dem 4:4 sollte den Dresdnern so der Ausgleich erst wieder in der 21. Minute gelingen, als Tjark Desler von Halblinks für den HC Elbflorenz zum 10:10 traf. TVG-Trainer Heiko Karrer nahm folgerichtig die Auszeit. Auch wenn der Gastgeber nach der Auszeit erneut mit 11:10 in Führung ging, folgte jetzt eine bessere Phase der Dresdner. Der in Mitte der Halbzeit ins Tor gekommene Henrik Ruud Tovas zeigte einige starke Paraden. Auch wenn die gesamte erste Halbzeit teilweise sehr unruhig von beiden Seiten geführt wurde, konnte sich der HC Elbflorenz in der 28. Minute durch einen erneuten Quade-Treffer auf 12:14 absetzen. Der TV Großwallstadt kam durch seinen besten Spieler an diesem Tag, Florian Eisenträger, zwei Minuten vor dem Pausenpfiff zum 13:14 Anschlusstreffer. Da der HC Elbflorenz leider erneut gute Chancen vergab, blieb es dann auch beim 13:14.

Der zweite Spielabschnitt ist schnell erzählt. Der HC Elbflorenz legte seine guten Vorsätze für Halbzeit zwei schnell wieder ab und die Gastgeber waren erneut leicht spielbestimmend. So glich der TV Großwallstadt durch einen Doppelschlag zum 17:17 aus und konnte aufgrund der Einfallslosigkeit des Dresdner Angriffs in der 39. Minute auf 18:17 erhöhen. Trotz des 18:18 durch den HC Elbflorenz und einer zwischenzeitlichen Auszeit verloren die Dresdner jetzt immer mehr den Faden. Der TVG erhöhte durch den starken Eisenträger sowie Grammel und Vogel auf 21:18. Kurzzeitig besann sich der Gast aus Sachsen wieder und war in einer zunehmend ruppiger werdenden Partie nun seinerseits dreimal in Folge erfolgreich. Einmal Quade und zweimal Bastian waren die Torschützen. Nach einer Auszeit von TVG-Übungsleiter Karrer zog der TV Großwallstadt erneut auf drei Tore davon (25:22). Erneut gelang es dem HC Elbflorenz durch einen Kraftakt auszugleichen (25:25). Die 26:25 Führung durch Florian Eisenträger glich Alexander Matschos mit einem Distanzwurf zum 26:26 aus. Danach vergibt der HC Elbflorenz zwei Chancen zur Führung, kommt aber nach einem Ballgewinn 15 Sekunden vor dem Ende in Ballbesitz. Nach einer Auszeit gelingt es dem HC Elbflorenz durch Alexander Matschos zwei Sekunden vor dem Abpfiff einen Strafwurf herauszuholen. Den verwandelte Tim-Philip Jurgeleit sicher. Allerdings wurde das Tor nicht gegeben und der Strafwurf wiederholt. So trat der Dresdner Linksaußen erneut an, scheiterte aber am TVG-Keeper Nositschka. Das führte auf TV Großwallstadt Seite zu übermäßiger Freude und auf Seiten des HC Elbflorenz zu langen Gesichtern.

Fazit: Der HC Elbflorenz hatte die Chance am Ende die enge Partie gegen das einstige Bundesligaschwergewicht für sich zu entscheiden. Das die Dresdner dies nicht taten passt ins derzeitige Bild. Beide Mannschaften boten viel Kampf und etwas weniger handballerischen „Glanz“. So richtig in der Partie war der HC Elbflorenz nie. Beim TV Großwallstadt mag man damit derzeit sicher zufrieden sein, wenn man bedenkt, wie Vorbereitung bei den Unterfranken auf die Saison lief. Beim HC Elbflorenz kann und darf man damit nicht zufrieden sein. Es ist zu hoffen, dass das Rezept von Mannschaftskapitän Timo Meinl passt: „Im Moment fehlt uns einfach mal ein Sieg für den Kopf und das Selbstvertrauen. Dann kommt auch die Leichtigkeit und die spielerische Linie von selbst.“

Tore: Meinl/Ruud Tovas (beide Tor), Bastian 2, Jurgeleit 5/4, Boese 1, Lindt, Desler 2, Göde 4, De Santis 4, Matschos 2, Quade 5, Blasczyk, Kretschmer, Gress 1

Zurück