29. Spieltag: HC Elbflorenz vs. HSG Rodgau Nieder-Roden 29:23 (13:13)

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Versöhnliches Ende und Zeit ein wenig Tschüss zu sagen

Alex Hauptmann, den Trainer der HSG Rodgau Nieder-Roden, haben die Dresdner nun schon ein paarmal erlebt und vielleicht auch darum landete nur wenige Minuten nach Spielbeginn folgende Notiz im kleinen Büchlein des Schreiberlings: „Hauptmann, sympathisch“. Nach dem Spiel zeigte Hauptmann dann das, was dem Einen oder Anderen in der Liga so nicht gelingt. Er betonte zwar auch „die größeren Möglichkeiten“ der Sachsen, aber halt ohne langweilige mal mehr oder weniger angedeutete „Millionentruppe-Plattitüden“. Zudem sagte er, dass „Dresden in den letzten Jahren immer eine Reise wert war“. Ausdrücklich bezog er dies nicht nur auf die sportlichen Vergleiche, sondern auch auf das Umfeld. In diesem Sinne sei hier noch einmal notiert: „Hauptmann, sympathisch“.

Lange war das Spiel eine Partie von sich abwechselnden Fehlerphasen des einen und dann des anderen Teams. So war der 13:13 Halbzeitstand folgerichtig. Die Dresdner waren zunächst nicht im Spiel. Alleine in den ersten 10 Minuten kassierte man 7 Gegentore. So gehörten die ersten Minuten den hessischen Gästen, was sich auch in den Spielständen 1:3 und 2:5 niederschlug. Schon bis zum 2:4 hatte der HC Elbflorenz drei Fehlwürfe und drei technische Fehler auf der „Habenseite“. Da die HSG auch zunehmend nicht fehlerfrei agierte, schafften es die Dresdner, die 7 Gegentore für mehr als 5 Minuten einzufrieren und sogar bis zur 16. Minute mit 9:7 in Führung zu gehen. Dies veranlasste Gästetrainer Hauptmann zu einer Auszeit. Die kleine Nachjustierung in der Auszeitansprache schien Früchte zu tragen. HSG-Spielmacher Philippe Kohlstrung traf per Doppelschlag erst zum 9:8 und wenig später zum 9:9. Als die Hessen in der 25. Minute das 10:11 erzielten, hatten sie sich die Führung aus der Anfangsphase zurückgeholt. Beim Stand von 12:13 verwarf HC-Linksaußen Tim-Philip Jurgeleit zunächst einen Siebenmeter, konnte aber den Nachwurf im Tor unterbringen. Die HSG konnte darauf in den letzten Sekunden der 1. Halbzeit nicht mehr adäquat reagieren. Während sich bei den Gästen vor allem der stark haltende Keeper Marvin Hoppenstaedt hervortat, fiel bei den Hausherren auf, was sich nicht hervortat. 26 Minuten brauchte der Dresdner Rückraum, um seinen ersten Treffer zu erzielen.

Beide Teams begannen fehlerhaft in Halbzeit 2 und es war relativ schnell klar, die erste Mannschaft, die für 10 oder 15 Minuten die Fehlerquote gegen Null bringen kann, gewinnt heute das Spiel. Während die Gäste bis in 33. Minute schon zweimal getroffen hatte, brauchte der HC Elbflorenz bis in die 34. Minute um den 14. Treffer zu setzen. Torschütze war mit Lars Bastian der Spieler, der seit der Halbserie die wohl größte Entwicklung bei den Dresdnern durchgemacht hat. Der Rechtsaußen markierte nicht nur 5 Treffer, sondern holte auch noch 2 Strafwürfe für sein Team raus. Als Sebastian Greß in der 40. Minute das 17:16 und wenig später das 18:16 erzielte, war das der Wendepunkt im Spiel. Die Dresdner schalteten jetzt gefühlt zwei Gänge höher und hatten das Spiel bis zur 45 Minute (21:16) entschieden. Davon erholten sich die Gäste nicht mehr und als der HC Elbflorenz in der 56. Minute sogar mit 27:19 führte, schien sich das Spiel etwas auf den Kopf zu stellen. Einige Unachtsamkeiten der Dresdner brachten dann noch eine kleine Ergebniskosmetik für Rodgau Nieder-Roden. So kam es zum 29:23 Entstand. Die Highlights der 2. Spielhälfte oblagen Spielern, die bei den Dresdnern Maßstäbe gesetzt und verschoben haben. Tore vom mittlerweile in der 4. Saison beim HC Elbflorenz spielenden Halblinken Alexander Matschos wurden von den Fans frenetisch gefeiert. Das Besondere an „Matschi“ war natürlich ein Wurf wie Donnerschlag. Andererseits aber viel mehr seine vorbildliche Einstellung in jeder Spiel-und Trainingsphase und ganz besonders, dass er sich mit diesem Club eingelassen hat, in vielerlei Hinsicht ein Teil davon ist und zwar auch neben dem Feld. Ebenso frenetisch wurden die Paraden von Mannschaftskapitän Timo Meinl gefeiert. Einen typischen „Meinl“ konnte man nach seiner Einwechslung erleben. Er kam rein und hielt einen Strafwurf plus Nachwurf, den nächsten Wurf fing er und hielt auch noch den nächsten Ball. Kein Spieler in der Geschichte des HC Elbflorenz (und der Schreiberling ist einer der ganz wenigen, welche sich das Urteil erlauben können) hat in seiner Zeit beim HC Elbflorenz so abgeliefert wie Keeper Timo Meinl. Er hob das Torhüterspiel bei den Dresdnern auf ein ganz neues Niveau und noch viel wichtiger, er ließ Worten nahezu immer Taten folgen. Dass sich der dritte im Bunde, Aufbauspieler Kay Blasczyk, der mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit wie die beiden vorher genannten sein letztes Heimspiel für die 1. Mannschaft bestritten hat, an diesem Tag auch noch mit sehenswerten Treffern vom Dresdner Heimpublikum verabschiedete, machte die Sache dann noch rund. Dass alle drei in verschiedenen Funktionen im Verein bleiben, ist sehr schön.

Fazit: Am Ende war es ein verdienter Sieg, weil die HSG ab der 40. Minute nicht mehr so viel zuzusetzen hatte. HSG Trainer Hauptmann sprach sogar davon, dass „meine Mannschaft ab der 40. Minute nicht mehr an den Sieg geglaubt hat.“ Den Dresdnern gelang ein einigermaßen versöhnlicher Heimabschluss. Rico Göde sagte nach der Partie, dass er sich freue "dann bald auch wieder nur Spieler zu sein“. Trainer Rene Jahn, der demnächst wieder in die 2. Reihe zurücktritt, betonte: „Ich freue mich nicht darüber, wieder Co-Trainer zu sein, sondern ich hätte mich gefreut, wenn wir unser Ziel erreicht hätten.“

Tore: Meinl/Tovas (beide Tor), Greß 7, Bastian 5, Kretschmer 2, De Santis 2, Matschos 2, Boese 4/3, Hartmann, Desler, Blasczyk 2, Göde 3, Jurgeleit 2

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