22. Spieltag: HC Elbflorenz vers. SG LVB Leipzig 29:29 (14:19)

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HC Elbflorenz mit Remis – Sachsenderby mit Herzschlagfinale

Es war dann doch irgendwie das Spiel der verpassten Chancen. Die Leipziger verpassten vor dem Spiel die Berichterstattung und im Spiel um 1 Sekunde den Sieg. Die Dresdner verpassten zu beweisen, dass sie nun endgültig stabil sind. So verpassten sie es noch näher an die Top 3 heranzurücken. Alle Zuschauer verpassten zum Glück einen Herzkasper. Und alle die nicht da waren verpassten alles was Handball ausmacht.

Als die Mannschaften einliefen schauten sie auf gut gefüllte Ränge. Das Derby hatte also einen würdigen Rahmen. Das 0:1 für die Gäste erzielte David Heinig aus dem linken Rückraum. Der Rückraumschütze stellte die Dresdner mit seinen 8 Treffern vor große Probleme. Die Mannschaften agierten fast 20 Minuten auf Augenhöhe. Als René Boese für die Dresdner zum 12:12 traf, war das der Ausdruck für eine ausgeglichene Partie. Trotzdem war ein kleiner Knick im Dresdner Spiel schon etwas vorher zu erkennen. Der bis dahin gut spielende Tjark Desler traf für die Dresdner artistisch zum 8:8, musste aber leider für eine Weile verletzt aus dem Spiel. Ab da war bei den Dresdnern zunehmend Sand im Getriebe. Erst leicht, dann immer mehr. Als Sebastian Greß in der 22 Minute zum 13:14 traf, war dies für 6 lange Minuten das letzte Dresdner Tor. Die Gäste nutzten auf Basis einer guten Abwehr die Flaute der Dresdner und zogen bis zur Pause auf 14:19 davon. Die Hausherren wollten vor allem zwischen der 20. und 30. Minute zu oft mit dem Kopf durch die Wand. Wichtigster Mann war dabei für die Leipziger der 18-jährige Mittelmann Jonas Hönicke. Er traf aus alle Lagen und markierte die Treffer 17, 18 und 19. Zudem setzte er seine Nebenleute immer wieder geschickt ein. Am Ende konnte er 7 Treffer für sich verbuchen.

Meinl hält, hält und hält! – So könnte, nein müsste man die 2. Halbzeit überschreiben. Nachdem die Leipziger ihre Überzahl zur 14:20 Führung nutzten, begann die Zeit des „Meinlist“. Mit 11 Paraden bei 9 Gegentoren war er der HC-Keeper der überragende Mann der 2. Spielhälfte und sicher noch lange nach der Partie in den Köpfen der LVB-Spieler. Die Dresdner kamen mit zunehmender Spielzeit besser in die Partie. Mit jeder Spielminute stieg der Puls bei den Fans beider Lager. Die HC-Abwehr agierte jetzt besser und wenn die Bälle durchkamen, dann war da ja noch der überragende ...sie wissen schon. Die Dresdner machten nach leichten Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der 2. Halbzeit durch Göde, Greß und Bastian 3 Tore in Folge (17:20). Der HC drückte in der Folge weiter aufs Tempo und war in der 41. Minute beim Treffer zum 19:21 wieder in Schlagdistanz. Bis in die 54. Minute hinein schwankte der Vorsprung der verbissen kämpfenden Messestädter zwischen 2 bis 3 Toren. Dabei konnte der HC wie der LVB Überzahlsituationen teilweise nicht nutzen und die Hausherren überdrehten in ein paar Situationen. Natürlich alles im Willen, die Partie umzubiegen. Insgesamt nahm die Aufregung auf und neben dem Spielfeld zu. In der 55. Minute nutzte der HC jedoch eine Überzahlsituation zum Anschlusstreffer (26:27). Torschütze war der an diesem Tag stark aufspielende Lars Bastian auf Rechtsaußen. Anschließend befanden sich die Landeshauptstädter aufgrund einer Strafe gegen die Bank in Unterzahl. Einen in dieser Phase den Leipzigern der abgezockte Leipziger Spielmacher Jonas Hönicke, welcher mit einem wunderschönen Schlagwurf 48 Sekunden vor dem Ende zum 27:29 traf. Nur 10 Sekunden später lag der Ball aber wieder im LVB-Tor, denn Sebastian Greß hatte getroffen. Eine anschließende Manndeckung brachte ein Zeitspiel für die Gäste. Den anschließenden Ballgewinn verarbeitet am Ende eines gutes Spielzuges Sebastian Gress mit der Schlusssirene und mit aller Macht zum viel umjubelten Ausgleich.

Fazit: Zufrieden war der Trainer der Leipziger Nils Kühr insgesamt nicht: „Wir haben 40 Minuten geführt und bei 59:58 auf der Uhr immer noch. Wir sind schon etwas sauer, dass wir die 2 Punkte nicht mitgenommen haben.“ HC- Trainer Rene Jahn sagte: „Mit dem Wort gerechtes Ergebnis tue ich mich schwer. Was ist schon gerecht? Nach der 1. Halbzeit hat der LVB verdient geführt. Wir fanden im Mittelblock nicht den Zugriff und haben zu viele leichte Tore kassiert. In Halbzeit 2 hat die Mannschaft Charakter gezeigt.“ Die Zuschauer sahen insgesamt eine sehr spannende und in weiten Teilen handballerisch ansprechende Partie. Die Leipziger spielten um ihren jungen Spielmacher Jonas Hönicke stark auf und hatten oft auch das nötige Quäntchen Glück. Dabei fehlten den Messestädtern mit Meiner und Eulitz eine der besten Flügelzangen der Liga. Die Dresdner konnten durch den Punktgewinn nach 60 Minuten, aber den Punktverlust im Blick auf die Tabelle, die Ausrutscher Konkurrenz leider nicht ganz für sich nutzen.

Tore: Tovas/Meinl (Tor), Bastian 6, Hartmann 2, Jurgeleit 3/3, Boese 3, Desler 4, Göde 3, De Santis 1, Blasczyk, Kretschmer 1, Greß 6, Quade


Zum Video der letzten Sekunden: https://youtu.be/zUaPa-6gRcA

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