2. Spieltag: HC Elbflorenz vers. TV Kirchzell 30:28 (14:12)

(c) HC Elbflorenz

Wenn man vor dem Tor nicht eiskalt ist, wie mit „Tanktop im Winter“, dann muss man sich nicht wundern, dass es einen etwas längeren Anlauf braucht, um eine Partie für sich zu entscheiden. Das der TV Kirchzell die Qualität besitzt, Spiele gegen jeden Gegner in der 3. Liga Ost lange offen zu halten, war aber auch klar. So heißt es in den folgenden Zeilen, das Erstere zu erwähnen ohne das Letztere zu vergessen.

Den ersten Treffer der Partie erzielte der HC Elbflorenz durch Hannes Lindt. Danach folgten fehlerhafte 10 Minuten. Überhastete Abschlüsse, weglassen bester Chancen und technische Fehler führten dazu, dass die Hausherren einfach nicht vom Fleck kamen. Da der TV Kirchzell in dieser Phase ebenfalls seine handballerische Linie suchte, stand es nach knapp 10 Minuten lediglich 2:2. Als der Gast aus Bayern dann erstmalig in Führung ging (2:3), hatte Trainer Peter Pysall genug gesehen und bat zur Auszeit. Dies führte danach nicht recht zum erhofften Ziel. So führten die Gäste aus Kirchzell in der 17. Minute mit 4:6, nachdem Philipp Klimmer für den TV in Unterzahl getroffen hatte. Dabei hatte die HCE-Abwehr kurzzeitig vergessen, dass „Kreisspieler Klimmer“ auch schnell auf „Rückraumschütze Klimmer“ umschalten kann. In der Folge wurde die Wurfauswahl der Dresdner etwas besser. Nichtsdestotrotz konnte man TV-Keeper Sandro Friedrich schon zu diesem Zeitpunkt einen guten Arbeitstag bescheinigen. Als Henning Quade in der 23. Minute unnachahmlich für den HC zum 9:8 traf und Tjark Desler bei angezeigtem Zeitspiel ebenso unnachahmlich von 13 Metern den Ball im TV-Kasten versenkte, hatte der HC Elbflorenz sich endgültig ins Spiel gekämpft. Vor allem der in der Schlussphase der 1. Halbzeit eingwechselte Tjark Desler konnte viele wichtige Akzente für das Heimteam setzten. Des Weiteren konnten sich der HC Elbflorenz erneut auf Torhüter Timo Meinl verlassen. Er stand seinem Gegenüber im TV-Tor in nichts nach. So gingen die Hausherren mit einer 14:12 Führung in die Kabine.

Die 2. Halbzeit begann wie der 1. Spielabschnitt, denn der HC Elbflorenz stattete sein „Sammelalbum der Fehlwürfe“ mit weiteren hundertprozentigen Torchancen aus. Der TV machte es besser und traf durch seinen Spielmacher Andreas Kunz vom Siebenmeterpunkt zum erfolgreichen 14:13. Nach einem neuerlichen Ballverlust konnte Kirchzell dann durch ein schnelles Tor zum 14:14 ausgleichen. Der HC Elbflorenz nutzte die erste Chance zum 15:14 nicht. Gleiches tat dann auch der Gast aus Bayern, denn Timo Meinl hielt erneut bravourös. Anschließend gelang René Boese der Treffer zum 15:14. Eine Minute später hatte der TV wieder zum 15:15 ausgeglichen. Die folgenden beiden Angriffe brachten Gast- wie Heimteam nichts ein, bevor Tim-Philip Jurgeleit für die Hausherren per Strafwurf erfolgreich war (16:15). Die Gäste taten sich nun sehr schwer, entweder scheiterte man an der Dresdner Abwehr mit einem starken Henning Quade oder an Torhüter Timo Meinl. Die Dresdner erzielten erst durch René Boese das 17:15 und wenig später durch Nils Kretschmer das 18:15. Das veranlasste TV-Trainer Kunz zu einer Auszeit. Nach dieser kassierte der Gast aber sofort das nächste Gegentor (19:15). Torschütze war HCE-Spielmacher Sebastian Gress. Die Kirchzeller Abwehr bestand den „Gress’schen Stresstest“ in dieser Phase nicht. Er erzielte das 20., 21. und 23. Tor für die Hausherren. Die Kirchzeller Abwehr fand einfach kein Mittel gegen den dynamischen Spielmacher. Als die Dresdner in der 50. Minute das 24:19 erzielten, war dies eine Art Vorentscheidung. In den letzten 10 Minuten kam das Spiel noch einmal in Fahrt. Vor allem weil die Abwehrreihen beider Mannschaften etwas zurückhaltender agierten. Da die Dresdner in den letzten Minuten gleich drei gute Chancen liegen ließen, konnte der Gast aus Kirchzell das Ergebnis mit 30:28 relativ eng gestalten.

Fazit: „Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf wieder“ sagte Gästetrainer Kunz nach dem Spiel. Damit hatte er nicht ganz Unrecht. Der TV Kirchzell erwies sich als der erwartet anspruchsvolle Gegner. Die Dresdner brauchten einen 50-minütigen Anlauf um die Unterfranken zu knacken. Der Dresdner Trainer Peter Pysall bestätigte seiner Mannschaft eine „starke kämpferische Leistung“. Insgesamt machten es sich die Hausherren unnötig schwer, denn die Dresdner ließen zu viele Chancen aus. Am Ende ist der erste Heimsieg eingefahren und die Dresdner sammeln so weiter Punkte und Selbstvertrauen.

Tore: Bastian, Hartmann, Jurgeleit 4, Boese 5, Lind 2, Desler 2, Göde 4, Blasczyk, Kretschmer 3, Matschos, Gress 7, Quade 3, Meinl/Balster (Tor)

Zurück