19. Spieltag: HC Elbflorenz vs. TV05/07 Hüttenberg 25:23 (13:11)

(c) HC Elbflorenz

Dresden schlägt die Unschlagbaren

Die Mannschaft hat das gezeigt, was nicht wenige ihr wohl nicht mehr zugetraut hatten. Fragen nach dem „Warum“ gerade gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer und eigentlich feststehende Aufsteiger muss sich jeder selbst beantworten.

Das Spiel begann vor vollen Rängen von beiden Mannschaften leicht nervös. Der HC Elbflorenz war jedoch der, welcher die fühlbare Spannung in der Halle zuerst in gute Aktionen umsetzen konnte. So führte man nach 6 Minuten mit 3:1. Der TV Hüttenberg agierte vor allem in der Anfangsviertelstunde sehr stark über seinen Kreisspieler Mario Fernandes bzw. insgesamt über den Kreis. Der HC Elbflorenz fand zunächst kein Mittel dagegen. Auf Seiten der Dresdner war Nils Kretschmer gut aufgelegt. Er erzielte allein 3 seiner insgesamt 6 Treffer in den ersten 12 Minuten. Unterstützt wurde er im Angriff dabei durch Sebastian Greß. Ihn bekam die TV-Abwehr zu keinem Zeitpunkt des Spieles in den Griff. Er steuerte am Ende 8 Tore zum Sieg bei. Auch wenn die Hüttenberger zwischen der 17. und 20. Minute zweimal in Führung gingen, war der HC Elbflorenz in der 1. Halbzeit die leicht spielbestimmend Mannschaft. Gästetrainer Aðalsteinn Eyjólfsson drückte es nach dem Spiel so aus: „Wir waren ganz froh zur Halbzeit nur mit minus 2 in die Kabine gegangen zu sein.“ Die Einschätzung war richtig, denn während der TV sich vor allem im Rückraum gegen die starke Dresdner Deckung schwer tat, vergaben die Hausherren von der 22. Minute an einige sehr gute Chancen. Alleine drei Anläufe brauchte man, um das 11:9 durch Gabriel De Santis zu erzielen. Bis zum Pausenpfiff konnte der HC den kleinen Vorsprung konservieren und ging mit einer 13:11 Führung in die Kabine. Damit war der erste Teilerfolg geschafft, denn der TV lag damit erst das zweite Mal in der Saison zur Pause zurück und ging etwas nachdenklich in die Kabine.

Die Dresdener ihrerseits hatten wohl in der Kabine zu viel nachgedacht. Zunächst konnte man die eigene Überzahl nicht zu einem Tor nutzen, kassierte aber in der 33. Minute durch TV-Rechtsaußen Daniel Wernig per Konter das 13:12. Das Spiel ging in die erste knifflige Phase. Zu Beginn der 35. Minute musste man zunächst eine Unterzahlsituation überstehen. Den Mittelhessen selbst gelang in der Überzahl kein Tor. Der von Minute zu Minute stärker werdende Henrik Ruud Tovas hielt einen Strafwurf und Nils Kretschmer wuchtete bei angezeigtem Zeitspiel das Leder zur 14:12 Führung in die Hüttenberger Maschen. Nach dem zwischenzeitlichen 15:13 zog der HC Elbflorenz jedoch, angetrieben von den Zuschauern, bis zur 42. Minute auf 18:13 davon. Zwischendurch musste HC Elbflorenz-Keeper Tovas nach dem zweiten Kopftreffer kurzzeitig vom Feld. Gästetrainer Aðalsteinn Eyjólfsson nahm die Auszeit und musste vorher wohl  so viel nachdenken wie in allen vorhergehenden 19 Partien zusammen. Weniger die Umstellung nach der Auszeit als vielmehr die vielen Zeitstrafen die der HC Elbflorenz kassierte spielte den Hüttenbergern jetzt in die Karten. Zwischen der 46. Und 55. Minute kassierte der HC Elbflorenz 5 seiner 7 Zeitstrafen und Hüttenberg keine einzige. Das nutzen die Gäste um nach und nach zu verkürzen. Doch der HC Elbflorenz wehrte sich und führte in der 49. Minute durch einen artistischen Treffer von Rico Göde am Kreis mit 21:18. Der TV ließ aber nicht locker und konnte basierend auf einem starken Keeper Fabian Schomburg zum 21:21 ausgleichen. Vor allem der starke Linksaußen Tom Warnke setzte bei den Gästen jetzt die Akzente. Das Spiel stand Spitz auf Knopf und der HC Elbflorenz hatte in Sebastian Greß und Timo Meinl die Spieler die jetzt vorangingen. Meinl parierte jetzt mehrfach stark, u. a. einen Strafwurf beim 22:22 in der 56. Minute. Tim-Philip Jurgeleit machte es auf Dresdner Seite besser und erzielte per Siebenmeter das 23:22. Die Zuschauer hielt es schon lange nicht mehr auf ihren Sitzen. Bei 58:33 auf der Spieluhr nahm Hüttenberg eine Auszeit. Die brachte aber nichts, denn der TV scheiterte entweder an der Dresdner Abwehr oder am Dresdner Torhüter. Als Sebastian Greß dann 40 Sekunden vor Schluss zum 24:22 traf, war das Spiel fast aber noch nicht ganz entschieden. Der TV Hüttenberg kam 23 Sekunden vor Schluss noch einmal zum Anschlusstreffer. Den Rest brachte der HC Elbflorenz mit einer Auszeit und geschickter Organisation über die Runden. Lars Bastian war es vorbehalten den Schlusstreffer zum 25:23 zu erzielen. Der Rest war Jubel!

Fazit: Ohne Frage, die Unterstützung von den Rängen war grandios. Dazu trugen auch die Fans aus Hüttenberg bei. Das Spiel war Werbung für den Dresdner Handballsport und die perfekte Ouvertüre für die Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum. Der TV Hüttenberg hat die ersten „Kratzer im Lack“! Der bis dahin ungeschlagene sowie souveräne Tabellenführer, 19 Spiele 19 Siege, führte in der Partie nur zwei Mal (7:8, 8:9) und lag teilweise mit 5 Toren zurück. Den Dresdnern muss man ein Topspiel bescheinigen, gerade weil man den TV zu vielen Fehlern zwang. Des Weiteren hielten die Dresdner Torhüter am Ende den Sieg fest. Der Hüttenberger Trainer Aðalsteinn Eyjólfsson, welcher vor dem Hinspiel die Partie zu einer Begegnung „Tradition gegen Geld“ hochstilisiert hatte, kam spät zur Pressekonferenz und sprach leise. „Es ist natürlich ein neues Gefühl zu verlieren. Der HC Elbflorenz hat viele unserer Fehler durch seine Deckung provoziert. Wir haben verdient verloren.“, sagte er nach dem Spiel. Co-Trainer Rico Göde war pünktlich zur PK erschienen und sprach so, dass alle ihn verstehen konnten. „Es war nicht schwer, sich zu motivieren. Dem TV Hüttenberg kann man trotz der Niederlage schon zum Aufstieg gratulieren. Das lassen sie sich nicht mehr nehmen. Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass ich mir einen dreckigen und kämpferischen Sieg wünsche.“, sagte der spielende Co-Trainer mit einem Lächeln nach der Partie.

Tore: Tovas/Meinl (beide Tor), Bastian 3, Hartmann, Jurgeleit 2/2, Boese 2/1, Desler, Göde 2, De Santis 2, Blasczyk, Kretschmer 6, Greß 8, Quade 1

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