17. Spieltag: HC Elbflorenz vs. SV 08 Auerbach 26:18 (14:12)

(c) HC Elbflorenz

„Wer die Verschiedenheit nicht ehrt, ist den Handball nicht wert.“ Dieser weltbekannte (so eben erfundene (: ) Spruch ist nicht erst seit der derzeitigen Handball-EM von Bedeutung. Verschiedene Spieler, verschiedene Spielsysteme, verschiedene Ansichten über Toleranz, usw... Mit Blick auf das Spiel des HC Elbflorenz gegen den SV Auerbach waren es verschiedene Halbzeiten. Mit Blick auf den HC Elbflorenz und den Vergleich zum Kirchzell-Spiel waren es verschiedene Einstellungen. Wobei die Dresdner in der bisherigen Saison die zuletzt genannte Verschiedenheit (nun endlich mal) genug „geehrt“ hat.

Als Andreas Wolf aus dem Rückraum für den SV 08 Auerbach zu Beginn der 13. Minute den 6:6 Ausgleich erzielte, war das einerseits ein Zeichen für eine ausgeglichenen Anfangsphase, andererseits aber auch der letzte Ausgleich im Spiel für die Oberpfälzer. Zuvor hatten sich die Mannschaften nicht viel geschenkt. Die Auerbacher Abwehr agierte sehr offensiv und die Dresdner brauchten circa 20 Minuten um, vor allem ausgelöst durch den „Grovas-Effekt“, das Spiel etwas besser in den Griff zu bekommen. „Grovas“ bedeutet, dass vor allem Spielmacher Sebastian Greß und Torhüter Henrik Ruud Tovas beim HC Elbflorenz die wichtigsten Akzente setzten. Der eine hielt gleich mehrfach, der andere traf meistens in seinem eigenen, unnachahmlichen Stil. Vor allem zwischen der 19. und 24. Minute sorgte dieser Effekt dafür, dass sich der HCE erst auf 12:7 und später auf 13:8 absetzten konnte. Es war vor allem zwei Zeitstrafen in kurzer Abfolge am Ende der ersten Halbzeit geschuldet, dass die Auerbacher wieder auf zwei Tore (14:12) verkürzen konnten. Dabei nutzen die Gäste ihre Überzahlsituation fast immer sehr konsequent aus. Insgesamt traf der 14:12 Halbzeitstand auch die Kräfteverhältnisse, welche im ersten Durchgang geherrscht hatten.

In der zweiten Halbzeit sahen die Oberpfälzer dann aber kein Land mehr. Schon zu Beginn deuteten die Dresdner an, dass sie nicht gewillt waren, das Spiel noch einmal aus der Hand zu geben. Die Abwehr wurde von Minute zu Minute besser. Nach den Treffern zum 15:12 von Nils Kretschmer und dem zum 16:12 von Rechtsaußen René Boese, sah sich Spielertrainer Tobias Wannenmacher zu einer Auszeit gezwungen. Diese konnte allerdings auch nicht verhindern, dass den SV-Akteuren das Tore werfen nach und nach abhanden kam. Das 18:16 in der 42. Minute war das letzte Mal, dass die Gäste so etwas wie Tuchfühlung aufnehmen konnten. Danach hielt der HC Elbflorenz den Gegner zwölf Minuten lang bei null Toren. Selbst erzielten die Dresdner in der gleichen Zeitspanne aber sechs Tore. Als Sebastian Greß in der 52. Minute völlig frei für den HC Elbflorenz zum 23:16 traf, war das Spiel gelaufen. Man sah den Auerbachern an der Körperhaltung deutlich an, dass sie nicht mehr an ihre Chance glaubten. Die Dresdner konnten in der 54. Minute durch Hannes Lindt sogar noch auf 24:16 erhöhen. In der letzten Phase des Spieles trafen beide Teams jeweils noch drei Mal, sodass am Ende 26:18 auf der Anzeigentafel stand.

Fazit: Insgesamt erlebten die Zuschauer auf den Rängen eine stimmungsvolle Partie, was auch an beiden sehr aktiven Fanlagern lag. Der HC Elbflorenz gewann vor der stimmungsvollen Kulisse verdient und konnte sich über weite Strecken auf die Kombination Abwehr/Torhüter verlassen. Lediglich 18 Gegentore sprechen eine klare Sprache. Allerdings fiel der SV in der zweiten Halbzeit auch extrem ab. Lediglich sechs Tore in 30 Minuten sprechen eine ebenso deutliche Sprache. Während sich die Dresdner Abwehr und Keeper Henrik Ruud Tovas Bestnoten verdienten, blieb vor allem der Dresdner Rückraum, ausgenommen Sebastian Greß, verschiedenes schuldig. Schuldig blieben auch die Oberpfälzer etwas und das ebenfalls im sonst so starken Rückraum. SV-Trainer Wannenmacher sagte nach dem Spiel: „Wir hatten uns mehr vorgenommen und wollten etwas erfrischender aufspielen. Wir hätten uns insgesamt mehr wehren können.“ HCE-Coach René Jahn sah es natürlich anders: „Die Auerbacher sind keine Mannschaft, die man im Vorbeigehen schlägt. Eine super Abwehr war heute unsere Basis. Nun soll der nächste Sieg in Gelnhausen her.“

Tore: Tovas/ Meinl (Tor), Bastian, Hartmann 2, Jurgeleit 3, Boese 4/2, Lindt 4, Desler 2, Göde 1, De Santis, Blasczyk, Kretschmer 2, Greß 6, Quade 2

PS: Liebe Auerbacher, natürlich seid ihr in der wunderschönen Oberpfalz und nicht in Unterfranken beheimatet! Zur Entschädigung ein kleines Gedicht, das ich mal unter Franken gehört habe:

Bist du ein Unterfranke und nicht glücklich,
Zieh in die Oberpfalz und das entzückt dich.
Denn was kann es denn Schöneres geben,
Als in der Oberpfalz zu leben? (:

ww

 

Zurück