16. Spieltag: TV Kirchzell vs. HC Elbflorenz 27:22 (17:10)

(c) HC Elbflorenz

Mit Blick auf die Situation vor dem Spiel hätte man, basierend auf den Platzierungen, den Kadern und den letzten Spielen einen Vergleich anbringen können, wie z.B.: Das Spiel ist wie "Fairbus" gegen „Airbus“. Letztendlich war der „Airbus“  zwar in Kirchzell gelandet, aber der „Fairbus“  fuhr wieder nach Hause. Und das nicht nur, weil er ganz fair die Punkte dagelassen hatte. Das etwas verwirrende Beispiel zeigt auch, dass es immer schwerer fällt, die Leistungsschwankungen des HC Elbflorenz in Worte zu fassen bzw. zu erklären.

Der HCE war von Beginn an nicht im Spiel und das fatale daran war, es sollte ihm vor allem im Angriff auch nicht mehr gelingen. Dass das Team in Person von René Boese erst nach vier Minuten traf, war schon der erste Fingerzeig. Um das zweite Tor zum zwischenzeitlichen 2:2 nachzulegen, brauchte man fast noch einmal drei Minuten. Konnte man in der zweiten Halbzeit durch eine etwas offensivere Deckung in der Defensive etwas mehr Niveau entwickeln, blieb der Angriff nicht zum ersten Mal hinter den Erwartungen zurück. Über zwei Halbzeiten hinweg blieb Eines konstant: die Kirchzeller Abwehr agierte, wie kaum anders zu erwarten, aggressiv offensiv und gab den Dresdnern damit oftmals gar nicht die Gelegenheit einen Spielfluss zu entwickeln. Geschickt wurden die nicht ballbesitzenden Aufbauspieler der Dresdner immer wieder isoliert. Damit ging der Matchplan von Gästetrainer Gottfried Kunz wohl nahezu zu 100 Prozent auf. Den Dresdnern selbst gelangen des Weiteren fast keine einfachen Tore. Zusätzlich scheiterten sie noch mehrmals, auch aus bester Position, am gut aufgelegten TV-Keeper Hanno Vöhringer. Die Dresdner selbst agierten vor allem in der ersten Halbzeit viel zu passiv. Das Trio Klimmer, Kunz und Bauer bekamen die HCEler in der ersten Halbzeit einfach nicht in den Griff. Diese Drei steuerten allein in der ersten Halbzeit 14 der 17 Tore bei. Vor allem der bundesligaerfahrende Kunz zog auf der Spielmacherposition immer wieder geschickt die Fäden. Der TV brauchte nur knappe zehn Minuten, um im Spiel die entscheidenden Weiche zu stellen, denn ab da setzten sich die Bayern immer mehr ab und hatten auf die sehr verkrampft wirkenden Bemühungen des HC Elbflorenz immer eine passende Antwort parat. Der 17:10 Halbzeitstand war also durchaus gerechtfertigt.

Vieles hatte sich das Team aus Sachsen für die zweite Hälfte vorgenommen, jedoch konnte gerade im Angriff fast nichts davon umgesetzt werden. Darüber kann auch die Ergebniskosmetik in der Schlussviertelstunde nicht hinwegtäuschen. Als Linksaußen Andre Göpfert in der 38. Minute innerhalb von 30 Sekunden zwei Mal traf und auf 21:12 erhöhte, war so früh im Spiel nur noch die Frage, ob es für die Dresdner noch deutlicher werden würde oder ob man die Niederlage noch in einem erträglichen Rahmen halten kann. Letzteres gelang und dies führte so zum 27:22 Endergebnis.

Fazit: Insgesamt lieferten die Dresdner über weite Strecken eine bedenkliche Vorstellung. So deutlich muss man es formulieren. Die Dresdner hatten zu keinem Zeitpunkt des Spieles eine Chance, etwas ausgenommen die ersten zehn Minuten. Die Heimherren vom drittletzten Tabellenrang agierten doppelt so handlungsschnell in Abwehr, wie auch im Angriff. Beim HCE ging dagegen nicht wirklich jemand voran. Damit hat man in Dresden das, was man eigentlich nicht mehr wollte, nämlich einen Rückfall. Jeder Spieler hatte viel zu viel mit sich selbst zu tun. Kapitän Timo Meinl sagte: „Kaum ein Spieler hatte Normalform. Kirchzell wollte den Sieg mehr und da kommt dann so etwas dabei raus.“ Das zarte „Pflänzchen“, welches sich das Team vor Weihnachten erarbeitet hatte, ist erneut eingegangen. Damit folgt die Saison bisher immer dem gleichen Prinzip. Mit der Niederlage ist sogar eine Platzierung unter den Top Drei gefährdet. Zum gleichen Zeitpunkt der letzten Saison stand der HCE mit 28:4 Punkten an der Tabellenspitze.

Spätestens jetzt ist es wohl an der Zeit, mit Blick auf die Zukunft noch ein paar „Steine mehr umzudrehen“.

Gedankt sei den Dresdner Fans, welche die lange Strecke auf sich genommen haben und die Mannschaft leidenden Auges super unterstützten!

Tore: Tovas/Meinl (beide Tor), Bastian 1, Hartmann 1, Jurgeleit 2, Boese 5/1, Lindt 3, Desler, Göde 1, De Santis 2, Blasczyk 1, Kretschmer 2, Gress 2, Quade 2

 

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