15. Spieltag: HC Elbflorenz vers. HSV Bad Blankenburg 37:25 (15:11)

Foto: Ronny Krause

Ob den Dresdnern die Weihnachtspause recht kommt? Es ist schwer zu beantworten. Die Frage ob sich zuletzt etwas geändert hat, ist leichter zu beantworten. Ja! Und was? Erstens, die Dresdner strahlen eine gewisse Lockerheit aus. Zweitens, jeder Spieler scheint eine wichtige Aufgabe/Funktion zu haben. Egal für wie lange und egal auf welcher Position. Wer glaubt, dass dies nur im Teamsport wichtig ist, hat im Leben nicht richtig aufgepasst.

Beide Teams begannen mit einer 6:0 Formation, die beide in Teilen durchaus offensiv interpretierten. Beide Teams begannen mit einer Fehlaktion, kamen dann aber im Angriff richtig in Fahrt. Nach nur fünf gespielten Minuten, hatte es jeweils drei Mal auf jeder Seite eingeschlagen. Die kurzeitige 2:3 Führung sollte dann aber auch die letzte für die Gäste gewesen sein. Auf beiden Seiten dominierten zunächst mehr die Angriffs- als die Abwehrreihen. Als Sebastian Greß für den HC Elbflorenz in der 12. Minute zum 8:6 traf, nahm Gäste-Coach Rüdiger Bones eine Auszeit. Die Dresdner beeindruckte das zunächst nicht, denn Tjark Desler konnte wenig später mit einem schönen Unterhandwurf auf 9:6 erhöhen. Der Halblinke zeigte schon in Nieder-Roden, dass vermehrt mit ihm zu rechnen ist. Der HSV ließ sich aber nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen und verkürzte auf 9:7 und kurze Zeit später aufgrund eines Dresdner Fehlers auf 9:8. Dann kam die HCE-Abwehr aber zunehmend besser ins Spiel. Einige gute Abwehraktionen verhalfen den Dresdnern dazu, die Führung auf 13:8 auszubauen. Vorher hatte der HC Elbflorenz einige Schrecksekunden zu überstehen, denn Kreisspieler Henning Quade hatte sich im Kampf um den Ball verletzt. Nach einiger Zeit konnte die medizinische Abteilung der Dresdner allerdings Entwarnung geben. Die torlosen Minuten beendete für die Thüringer der bisherige Toptorschütze Paul Weyhrauch per Strafwurf. Bis dahin war von ihm nicht viel zu sehen und das sollte sich auch kaum ändern. Mit der ersten etwas größeren Führung im Rücken schlichen sich beim HC Elbflorenz einige Unkonzentriertheiten ein. Der HSV konnte dies aber kaum nutzen. Trotz Überzahl kassierte er bspw. ein Kontertor und außerdem vergaben die Thüringer kurz vor der Pause einen Strafwurf. So ging der HC Elbflorenz mit einer 15:11 Führung in die Pause und musste sich nur vorwerfen lassen, dass die Abwehr in den ersten gut 20 Minuten nicht wie gewünscht funktioniert hatte.

Die zweite Halbzeit begann torreich wie der erste Spielabschnitt. Bis zur 36. Minute fielen acht Treffer. Während für den HC Elbflorenz zuerst Sebastian Greß traf (16:11), war es beim HSV der Halblinke Paul Weyhrauch der 30 Sekunden später auf 16:12 verkürzte. Linkshand Gabriel De Santis traf dann wiederum für den HC Elbflorenz zum 17:12. Der Schwede erzielte alle seine 6 Tore im zweiten Spielabschnitt. Schon relativ klar wurde in der zweiten Halbzeit, dass es für die Gäste an diesem Tag in Dresden nichts zu holen gab. Alle immer weniger werdenden erfolgreichen Angriffsaktionen des HSV beantwortete die Dresdner postwendend mit einem Tor. Da half auch eine früh genommene Auszeit von HSV-Trainer Bones nichts. Der HC Elbflorenz hielt das Tempo hoch und nutze jeden Fehler des Gegners sehr konsequent. Zudem konnte sich die Abwehr zusammen mit Keeper Tovas einige Ballgewinne verdienen. Als nach einem Ballgewinn in der 49. Minute der HC Elbflorenz per Schnellangriff auf 30:20 erhöhte kündigte sich für Bad Blankenburg ein Debakel an. Das wurde dann Gewissheit, als der HSV trotz Umstellungen in der Abwehr und einer Überzahlsituation weiter an Boden verlor. Als Linksaußen Tom Hartmann in der 55. Minute mit einem gefühlvollen Heber von Linksaußen zum 33:21 traf, waren schon lange alle Messen gelesen. Alexander Matschos war es dann vorbehalten den 37:25 Endstand herzustellen.

Fazit: Wenn man nach zwei Spielen überhaupt schon von einer Entwicklung sprechen kann, dann ist sie zumindest ansatzweise zu erkennen und versteckt sich hinter den Worten: Ruhe, Lockerheit, jeder ist wichtig. In einer Liga, in der nahezu jedes Team eine gute ersten Sieben hat, könnte gerade zuletzt genanntes für den HC Elbflorenz der entscheidende Faktor sein. HCE-Trainer René Jahn sagte nach dem Spiel: „Jeder wusste, dass wir besser spielen können, als wir das teilweise in den Spielen zuvor gemacht haben. Heute muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen.“ HSV-Trainer Bones meinte: „Was bei uns derzeit funktioniert sind die Fans. Wir sind gerade in einer schweren Situation uns fehlt einfach die Stabilität. Unser Überzahlspiel war heute beispielsweise wirklich schlecht.“ Alles in allem kann der HSV den „Dresden-Fluch“ einfach nicht überwinden, denn die Dresdner nahmen die „Blankenburg“ im Sturm.

Tore: Tovas/Meinl (beide Tor), Bastian 2, Hartmann 6, Boese 6/6, Desler 2, Göde 2, De Santis 6, Blasczyk 4, Kretschmer 2, Matschos 1, Gress 6, Quade, Lindt

ww

Foto: Ronny Krause

Zurück