12. Spieltag: HC Elbflorenz vers. HSC Bad Neustadt 27:28 (12:14)

(c) HC Elbflorenz

Nach manchen Spielen bleiben mehr Fragen als Antworten. Dies konnte man in vielen Gesichtern nach der Partie sehen. Irgendwie war es wie ein Rückschritt vom zuletzt hart erarbeiteten Fortschritt. Nach nur 11 Spieltagen verabschiedet sich der HC Elbflorenz de facto von seinem Saisonziel. Ob es wie im letzten Jahr eine zweite Chance gibt steht in den Sternen. Davon abgesehen, dass man sich diese auch erst erarbeiten müsste. Was der HSC Bad Neustadt-Rhön den Dresdnern an diesem Abend brutal vor Augen führte war, die Unterfranken brachten ihre ohne Frage vorhandene Erfahrung, Qualität und Cleverness auf die Platte. Das der Neustädter Spielertrainer Margots Valkovskis nach dem Spiel von seiner „jungen Mannschaft“ sprach, nehmen wir mal im Sinne von im Herzen jungen geblieben.

Der Chronist tut seine Pflicht. Er kann sich jedoch diesmal sehr beschränken, denn das Spiel lief immer nach den gleichen Mustern ab. Muster Nummer 1: Der HC Elbflorenz stellte in der ersten und zweiten Spielhälfte mehrfach personell und vor allem taktisch die Deckung um. Das Ergebnis war immer das Gleiche. Die Hausherren bekamen sehr oft keinen Zugriff und die Unterfranken hatten nahezu immer eine Lösung. Beispiel: Bekamen die Dresdner zuerst den quirligen Spielmacher Maximilian Schmitt nicht in den Griff, war es später der ähnlich beweglich und durchsetzungsfähige Falk Kolodziej. Jener Kolodziej setzte zudem mit seinen Unterarmwürfen die toremäßigen Highlights an diesem Tag. Wie z.B. beim 16:20 nach vergebener Topchance des HC Elbflorenz. Da wären wir auch gleich bei Muster Nummer 2: Der HC Elbflorenz vergab gleich mehrfach klarste Torchancen bzw. wurden sie oft von einem stark haltenden HSC-Keeper Felix Schmidl vereitelt. Er zeigte 13 teilweise sehr starke Paraden. So vergaben die Sachsen bspw. beim Stande von 8:11 sowie 12:14 im ersten Spielabschnitt klarste Einwurf Möglichkeiten. In der zweiten Hälfte setzte sich das fort. Muster Nummer 3: Sehr oft wenn es eng wurde, agierten die Unterfranken überwiegend immer noch im gebunden Spiel. Die Dresdner hingegen versuchten es vor allem im zweiten Spielabschnitt mit Einzelaktionen. Bestes Beispiel als Bad Neustadt kurz vor Schluss nach genommener Auszeit und drohendem Zeitspiel, dringend das 26:28 brauchte um den Sack zuzumachen, erspielten sich das Team aus Unterfranken den Treffer. Muster Nummer 4: Der HC Elbflorenz schwächte sich selbst unnötig in Situationen, wo er in Überzahl war und nahm sich so den Vorteil. Einmal wegen Meckern, ein anderes Mal gab es die Rote Karte. Es bleibt nicht viel mehr zu sagen, als dass der HC Elbflorenz am Ende noch alles versuchte und in der Schlussphase fast noch das Unmögliche möglich gemacht hätte, nämlich einen Punkt geholt. Allein alle Anstrengungen waren umsonst und so gewann der HSC am Ende verdient mit 27:28. Nicht einmal war der HC Elbflorenz dabei in eigener wieder gut gefüllter Halle in Führung gegangen.

Fazit: Der HSC war ohne Zweifel die bessere Mannschaft. Leider muss man es so klar formulieren, denn das Ergebnis drückt dies nicht aus. Die Unterfranken haben sich im Gegensatz zum Vorjahr extrem weiterentwickelt bzw. reizten sie das Leistungsvermögen ihres Kaders endlich aus. Die Dresdner fanden über 60 Minuten keine wirkliche Linie und das weder im Angriff noch in der Abwehr. Letztendlich sind die Dresdner nun vorerst dass, was sie eigentlich nicht sein wollten: Ein Teil vom Rest der Liga! Ein sichtlich enttäuschter Peter Pysall sagte nach dem Spiel: „Natürlich bin ich enttäuscht. In der Abwehr bekamen wir keinen Zugriff. Im Angriff fehlte uns im Aufbau die nötige Durchschlagskraft.“ Mannschaftskapitän Timo Meinl resümierte: „Wir haben viele Positionsduelle verloren und zeigten keine Sicherheit, obwohl wir eine Serie im Rücken hatten. Es hat heute einfach nichts zusammengepasst“.

Es sei auf diesem Wege den Dresdner Fans gedankt, denn sie brachten erneut über 60 Minuten ihre Leistung.

Jurgeleit, Hartmann, Boese 6/5, Bastian 1, Kretschmer 3, Desler 1, Blasczyk, Gress 5, Lindt 6/3, De Santis, Quade 2, Göde 3, Tovas/Meinl (beide Tor)

Zurück