11. Spieltag: TSV Rödelsee vers. HC Elbflorenz 21:26 (10:11)

(c) HC Elbflorenz

Der Co-Trainer des TSV Ozren Kvrgic war vor dem Spiel mit seiner Mannschaft in einem Interview teilweise hart ins Gericht gegangen. Vielleicht ein beabsichtigtes Manöver? Was der bayerische Drittligavertreter dann auf der Platte bot, lief oft unter der Prämisse „Messer zwischen den Zähnen“. Handballerisch sollte der TSV, welcher sich mit dem Vereinsmotto „Mainkraft“ schmückt, sein Spiel "Minecraft-technisch" anders "konstruieren", will er in der Liga bleiben.

Was Trainer Peter Pysall über weite Strecken des 1. und 2. Spielabschnittes von seiner Mannschaft sah, war gerade im Abspielbereich eher NAJA, kämpferisch jedoch ab der 15. Minute OHO. Die Hausherren begannen mit einer 6:0-Deckung, welche sie in der 2. Halbzeit dann teilweise offensiver umstellten. Der vor allem in der Anfangsphase sehr aktive TSV-Rechtsaußen Rok Setnikar setzte für die Bayern nach 30 Sekunden den ersten Treffer. Es fiel auf, dass die Dresdner Abwehr dem Tiger-Image in den ersten 15 Minuten eher abschwor, denn wenig „Pranke“ aber fiel „Flanke“ war das Motto. So wurden die Gegenspieler eher flankiert und weniger gedeckt. Dies gezwungenermaßen beim Konter, denn der HC nahm im Angriff Halbchancen und der TSV machte daraus Kontertore. Übungsleiter Peter Pysall hatte nach gut 15 Minuten genug gesehen und nahm bei 7:5 für den TSV die Auszeit. Er fand deutliche Worte. Danach wurde es zumindest in der Abwehr besser. Auch wenn der TSV Rödelsee nach der Auszeit durch Andreas Paul mit 8:5 in Führung ging, konnte sich der Angriff der Hausherren in den restlichen Minuten bis zur Pause kaum noch entfalten. Zwei Tore in knapp 15 Minuten sind dafür ein klares Indiz. So kamen die Dresdner nach und nach wieder heran. Nachdem Rechtsaußen Rene Boese per Strafwurf das 10:9 erzielt hatte, war es sein Rechtsaußenkollege Lars Bastian, der zwei Treffer in Folge markierte. So war die erste Dresdner Führung im Spiel (10:11) auch gleichzeitig der Halbzeitstand.

Die 2. Halbzeit begann wie der 1. Spielabschnitt, nämlich mit einem Treffer der anwerfenden Mannschaft. In diesem Falle traf der HC in der Person von Tjark Desler aus dem Rückraum. Durch Zeitstrafen auf beiden Seiten wurde etwas mehr Platz auf dem Spielfeld. Das veranlasste die Hausherren im Spiel 5 gegen 5 dazu, nach 12:14 Rückstand in der 35. Minute auf 14:14 auszugleichen. Es sollte das letzte Mal sein, das Rödelsee spielstandtechnisch auf Augenhöhe agierten. Danach zog der HC auf 4 Tore davon (14:18). Hannes Lindt besorgte zwei Treffer per Strawurf und einen aus dem Feld. Tjark Desler traf dann kurz danach zum 14:18. Auch in dieser Phase nutzte der HC vor allem seine Überzahlsituationen sehr gut. Meist konnte die TSV-Abwehr nur siebenmeterreif foulen. Herausgeholt hatte die Strafwürfe zum großen Teilen ein sehr stark aufgelegter Rico Göde am Kreis. Außerdem hatte der HC Elbflorenz vor allem im 2. Spielabschnitt mit Timo Meinl eine überragenden Rückhalt. Eine Quote von 43 Prozent gehaltener Bälle spricht Bände. Die Gastgeber hingegen taten sich nicht nur in dieser Phase in Überzahl schwer. So blieb der HC trotz Unterzahl gleich zweimal ohne Gegentor. Das letzte kleine Aufbäumen der Bayern war der Treffer zum 18:21 durch Rot Setnikar in der 47. Minute. Zuvor hatte der HC mit 16:21 geführt. HC-Trainer Peter Pysall nahm die Auszeit und stellte seine Jungs noch einmal ein. Beim 19:22 in der 51. Minute meldete sich TSV-Toptorjäger Bostjan Hribar noch nach fast 20 torlosen Minuten noch einmal zurück. Der HC hatte den Halbrechten über weite Strecken des Spieles sehr gut im Griff. Die Dresdner ließen nun nichts mehr anbrennen. Der Treffer zum 19:24 durch den gesundheitlich angeschlagenen Sebastian Gress besiegelte endgültig die Niederlage der Gastgeber. Am Ende gewann der HC klar mit 21:26.

Fazit: Spielerisch ist der HC in dieser Saison schon besser aufgetreten. Vor allem das Überzahlspiel war an diesem Tag eine Stärke des HC. Dazu kam, dass die Dresdner es schafften, dem TSV-Schlüsselspieler Bostjan Hribar weitestgehend den Wind aus den Segeln zu nahmen. Timo Meinl sagte nach dem Spiel: „Es war ein typisches Auswärtsspiel. Spielerisch können wir es definitiv besser. Rödelsee war aber auch besser als der Tabellenstand. Wir haben stark gekämpft und dadurch auch verdient gewonnen.“ Trainer Peter Pysall ging da schon etwas mehr ins Detail: „Mit 21 Gegentoren kann man leben. Teilweise haben wir zu viel im Eins gegen Eins agiert. Ich hätte mir in verschiedenen Situationen mehr Ruhe und Cleverness gewünscht. Auf der anderen Seite haben wir einem sehr emotional sowie kämpferisch auftretenden Gegner die Stirn geboten und starke Moral gezeigt.“ Damit bauen die Dresdner die Serie auf 5 Siege aus. Im nächsten Heimspiel ist der Gegner der HSC Bad Neustadt. Hier wollen die Dresdner dann erneut nachlegen. Gedankt sei auf diesem Weg dem Fanclub Tigerpranke für seine überragende Unterstützung.

Tore: Bastian 3, Jurgeleit 2/1, Boese 3/3, Lindt 8/4, Desler 2, Göde 4, De Santis, Blasczyk 1, Kretschmer 1, Gress 1, Quade 1, Tovas/Meinl (beide Tor)

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