10. Spieltag: HC Elbflorenz vers. MSG Groß-Bieberau/Modau 31:27 (16:16)

(c) HC Elbflorenz

Dass in der freien Wildbahn Falken Tiger erbeuten, ist ungefähr so wahrscheinlich, wie dass Nana Mouskouri bei Slayer Frontfrau wird. Ohne Frage, vor der Partie war klar, das Spiel gegen die hessischen Falken vom Rande des Odenwalds wird zum „Lackmustest“, was die Entwicklung des HC Elbflorenz angeht. Vor dem Spiel betätigten sich die Hessen als „Gabelstaplerfahrer“ und stapelten tief. Fakt ist, vor dem Vergleich mit dem HC Elbflorenz waren die Groß-Bieberauer auswärts ungeschlagen und mit 14:4 Punkten Tabellenzweiter.

Zu Beginn gaben die Gäste aus Groß-Bieberau etwas mehr den Ton an. Die Falken brauchten nur kurze Anlaufzeit, um durch Daniel Zele mit 0:1 in Führung zu gehen. Die Dresdner antworten per schneller Mitte durch Sebastian Gress. Da dieser nur regelwidrig gestoppt werden konnte, gab es einen Strafwurf. Diesen verwandelte René Boese zum 1:1. Nach dem 2:2 leisteten sich beide Mannschaften kleine Fehler und Fehlwürfe. Danach erhöhten die Gäste in Überzahl erst auf 2:3 und dann auf 2:4. Die Dresdner hatten im Angriff einige Anlaufprobleme, sodass die MSG in der 13. Minute immer noch mit zwei Treffern führte (4:6). Nach und nach schwammen sich die Dresdner aber frei. Dem 6:6 folgte das 7:7 und eine Auszeit von Gästetrainer Ludwig. Nach der Auszeit waren es allerdings die Hausherren, die zuerst trafen. Schütze zum 8:7 war ein an diesem Tag starker Hannes Lindt. Er erzielte auch die Treffer zum 10:9 und 11:9 für den HCE. Vor dem 11:9 hatte der ins HCE-Tor gewechselte Timo Meinl gegen MSG-Linksaußen Schubert mit einer Doppelparade geglänzt. Zwischen der 20. und 25. Minute konnten sich die Dresdner etwas absetzen. Die Abwehr der Sachsen fand in dieser Phase einen guten Zugriff auf den Gegner. Ergebnis war das 14:11 in der 26. Minute per Strafwurf durch Tim-Philip Jurgeleit. In den letzten fünf Minuten verloren die Dresdner jedoch etwas den Faden. Die MSG nutze dies aus und glich in der 29. Minute durch Till Buschmann zum 15:15 aus. Der auf Halbrechts agierende Buschmann begann am Ende der ersten Halbzeit die fehlende Balance zwischen der linken und rechten hessischen Angriffsseite mit vielen Toren auszugleichen. Sechs seiner neun Tore erzielte er ab der 29. Minute. Er war es auch, der kurz vor der Halbzeitpause das 16:16 erzielte, nachdem Sebastian Gress für den HC Elbflorenz das 16:15 erzielt hatte. Insgesamt hatten die zahlreichen Zuschauer bis zur Pause eine Partie auf gutem Drittliganiveau gesehen.

Den 16:17 Rückstand kurz nach der Pause drehten die Hausherren schnell in eine Führung um (18:17). Den 18:18-Ausgleich durch einen schönen Unterhandwurf von Daniel Zele beantwortete der immer besser ins Spiel kommende Nils Kretschmer mit einem Gewaltwurf (19:18). Er besorgte auch das 20:18. Was folgte war ein sehr schönes Schlagwurftor vom schon erwähnten Till Buschmann zum 20:19. Bis in die 43. Minute blieb die Partie eng (22:21). Jetzt gab der HC Elbflorenz aber verstärkt den Takt vor und erzielte in Überzahl das 23:21 per Strafwurf. Ein Ballgewinn in der Abwehr ermöglichte Hannes Lindt mit einem fulminanten Wurf den Treffer zum 24:21. Nach dem der auf die Spielmacherposition gewechselte Kay Blasczyk strafwurfreif gefoult wurde, verwandelten die Dresdner den fälligen Strafwurf zum 25:21. Wenig später nutzen die Dresdner eine gute Chance zum 27:22 nicht und bekamen postwendend das 26:23. Überhastete Abschlüsse nutzen die Gäste jetzt zum letzten Aufbäumen. Ein Tor aus der zweiten Welle plus ein sicher verwandelter Strafwurf brachten den Falken wieder mehr Luft unter die Flügel. Das 27:25 vom in der Schlussviertelstunde stark aufspielenden Kay Blasczyk beantwortete der Gast durch den Halblinken Daniel Zele (27:26). Zwei Kretschmer-Treffer und ein Tor durch Hannes Lindt entschieden jetzt die Partie zu Gunsten der Dresdner (30:26). Weder eine Überzahlsituation, noch eine immer offensivere Deckung konnte die Hessen noch retten. Beim Stand von 30:26 hielt HCE-Keeper Tovas sogar noch einen Strafwurf von MSG-Außen Maximilian Schubert. Die Dresdner ließen in den letzten sieben Minuten nur noch einen Treffer zu und gewannen so am Ende verdient mit 31:27.

Fazit: Der Rahmen dieser Spitzenbegegnung stimmte, denn die Dresdner Fans machten eine prächtige Stimmung!!! Die hessischen Falken aus Groß-Bieberau präsentierten sich als der erwartet starke Gegner. „Falkner“ Ludwig hatte seine Jungs gut eingestellt, sprach aber nach dem Spiel von einem „verdienten Dresdner Sieg“. Die Hessen werden auch den Rest der Saison oben mitspielen. Die Dresdner boten, bis auf die Anfangsphase, eine gute Partie. Gleichzeitig ist die Art und Weise des Sieges Verpflichtung, dieses Niveau zu halten und weiterzuentwickeln. Peter Pysall hob nach dem Spiel vor, dass „das Zusammenspiel immer besser wird und er stolz auf seine Mannschaft sei“. Insgesamt sahen die Zuschauer ein Spiel auf gehobenem Drittliganiveau. Es gilt nun, den Schwung nach Rödelsee mitzunehmen und die Serie weiter auszubauen.

Bastian, Boese 4/1, Jurgeleit 4/4, Lindt 8, Göde, De Santis 1, Blasczyk 1, Kretschmer 7, Matschos, Gress 4, Quade 2, Tovas/Meinl (beide Tor)

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