28. Spieltag: HC Elbflorenz vs. TuS Fürstenfeldbruck 26:28 (9:12)

(c) HC Elbflorenz #medienwart Foto: Jörg Zeitler

Endspiel: Gewinnen die anderen!

So „lässig (baggy)“ wie TuS Trainer Martin Wild seine Trainingshose trug, so „lässig“ war auch der Auftritt seines Teams. Der Auftritt der „Brucker“ wirkte wie ein Song von Led Zeppelin, erfrischend und mitreißend. Man könnte sagen, den „Soundtrack“ des Spiels schrieben die Gäste. Die Dresdner waren zwar auch am Soundtrack beteiligt, aber eher im Sinne von Backroundsängern. Gestartet war man aber eigentlich, um die Hauptstimme zu singen. Das war dann wohl auch das Motto der Saison. Leider!

Der Gast aus Fürstenfeldbruck begann erst einmal damit, eine offensive Abwehr hinzustellen, die sich gewaschen hatte. Dazu kam noch TuS-Keeper Michael Luderschmid, der über das ganze Spiel gesehen immer wieder wichtige Bälle für sein Team parierte. Da der Gast sein Deckungskonzept durchbrachte, im reinen Positionsangriff aber auch keine Bäume ausriß, erzielte der TuS seine Tore vor allem über die zweite Welle. Die Dresdner hingegen brachten zwar ihr Deckungskonzept auch durch, konnten aber im Angriff einfach die Lücke nicht finden. Wild sprach nach dem Spiel von einer „sehr guten ersten Halbzeit.“ Nach knapp 10 Minuten trafen die Dresdner dann durch Lars Bastian zum 1:3. Die spielbestimmende Mannschaft kam jedoch weiterhin aus Bayern. Die Gäste wirkten einfach zielstrebiger. Zudem vergaben die Dresdner auch klarste Chancen, darunter bspw. zwei Siebenmeter. So führten die Panther im Tigerkäfig gleich mehrfach mit fünf Toren. Dresden bekam sich in den letzten Spielminuten etwas besser in den Griff. Zudem vergaben die Bayern kurz vor der Pause noch einen Strafwurf. Das Beste an der ersten Halbzeit war aus Dresdner Sicht das Ergebnis (9:12), welches noch alles offen ließ. Beim Gegner war vor allem der erfrischend aufspielende Spielmacher Tizian Maier der Taktgeber.

Die Dresdner kamen vor allem im Angriff gut aus der Pause. Hatte man in den ersten 10 Minuten der ersten Halbzeit ein Tor erzielt, waren es jetzt im gleichen Zeitraum sechs Tore. In der Folge entwickelte sich bis in die 45. Minute hinein ein Spiel nach Jo-Jo-Prinzip. Die Dresdner stellten gleich mehrfach den Anschlusstreffer her (13:14, 16:17, 19:20). Der TuS konnte sich jedoch immer wieder auf drei Tore absetzen. Die vorhandenen sehr guten Chancen, den Ausgleich zu erzielen und dem Spiel vielleicht eine Wendung zu geben, blieben durch die Hausherren ungenutzt. Als die Gäste zwischen der 46. und 49 . Minute vier Treffer in Folge erzielten (19:24), schien das Spiel vorentschieden. Die Dresdner stellten in der Abwehr je nach Situation auf eine 4:2 oder eine 5:1 Deckung um. Beim 19:25 durch Frederik Hartz schien das Spiel in der 51. Minute in die ganz falsche Richtung zu gehen. Nach fast sieben torlosen Minuten trafen die Sachsen dann durch Gabriel De Santis zum 20:25 und es ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft. Eine Zeitstrafe für den Fürstenfeldbrucker Aufbauspieler Lex Korbian und ein letztes Aufbäumen der Dresdner brachte den HC Elbflorenz doch noch einmal zurück in die Partie. Tor um Tor verkürzten die Dresdner und die Stimmung in der Halle näherte sich dem Siedepunkt. Doch auch in dieser Phase behielten die Gäste ihre teilweise noch jungen Nerven. Bei angezeigtem Zeitspiel für die Panther kassierten die Dresdner 52 Sekunden vor dem Ende eine Zeitstrafe. Das Zeitspiel wurde aufgehoben und der TuS erzielte kurz vor dem Ende durch Christian Haller vom Kreis das 26:28. Das war die Entscheidung.

Fazit: Es gibt keine zwei Meinungen, dass das bessere Team aus Bayern kam und so hat der TuS auch verdient gewonnen. Auch HC-Kapitän Timo Meinl sprach nach dem Spiel von einem "verdienten Sieg". Dass die Gäste im Vorbericht als „Mentalitätsmeister“ der 3. Liga Ost bezeichnet wurden, war in keinerlei Hinsicht übertrieben. Die Panther agierten nerven- und deckungsstark und zeigten nicht nur einmal handballerische Finesse. Man kann den Dresdner die Mentalität des gewinnen Wollens nicht absprechen. Der HC Elbflorenz hat bis zum Schluss gebissen, um die Partie noch zu drehen. Einzig handballerisch hatte der Gegner an diesem Tag die Nase vorn. Zudem agierte der Rivale aus Bayern, wie schon der HSC Bad Neustadt in Bad Neustadt, in der Tiefe des Kaders auf einem höheren Niveau. Wie so oft ging Aufbauspieler Sebastian Greß beim HC Elbflorenz in den wichtigen Phasen voran. Danach klaffte erneut eine Lücke. Dies muss natürlich deutlich werden. Vielleicht mehr als es in Dresden ohnehin schon ist. Was nicht mehr hinterfragt werden muss, ist die Konsequenz aus der Niederlage: Es wir keine Relegation mit dem HC Elbflorenz bzw. wahrscheinlich gar keine Relegation geben, denn das Endspiel gewannen andere.

Tore: Greß 7, Jurgeleit 4/2, Bastian 2, Hartmann, Boese 3, Desler 2, Göde 3, De Santis 3, Blasczyk 1, Kretschmer 1, Matschos

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