6. Spieltag: Northeimer HC vs. HC Elbflorenz 30:32 (13:15)

Northeimer HC vs. HC Elbflorenz

Es war ein hartes Stück Arbeit in Niedersachsen. Der Aufsteiger aus Northeim wehrte sich bis zum Ende tapfer. An diesem Tag siegte jedoch die größere Erfahrung. Die durchaus vorhandene Erfahrung im Dresdner Team kann manchmal zehn Tore ausmachen, an diesem Tag waren es nur zwei Tore. Zwei Tore mehr an Erfahrung gegenüber dem Aufsteiger.

Die Dresdner waren ohne ihren erkrankten Spielmacher Matthias Rudow nach Northeim gereist. Der zweite "Strippenzieher" Kay Blasczyk war zwar mit, sollte aber nur im absoluten Notfall eingesetzt werden. Dies geschah nicht. Dafür hatte Trainer Peter Pysall Lars Lumpe aus der 2. Mannschaft mitgenommen. Der spielte dann auch prompt 60 Minuten durch und machte eine richtig gute Partie. An seiner Spielleitung lag es zumindest nicht, dass sich die Sachsen so strecken mussten. Das die zu hohe Fehlerquote an diesem Tag das Dresdner Problem werden sollte, zeigte sich gleich in den ersten Angriffen. Der erste Angriff des HC endete mit einem technischen Fehler. Im zweiten Angriff folgte ein Fehlwurf. Insgesamt 17 technische Fehler erleichterte es den Gastgebern an diesem Tag immer wieder leichte Tore zu erzielen. So entwickelte sich in der 1. Halbzeit eine extrem enge Begegnung. Kein Team konnte sich auf mehr als zwei Tore absetzen. Ein an diesem Tag extrem starker Rico Göde kaschierte im Angriff immer wieder die Unsicherheiten in der Deckung der Elbflorentiner. Der Dresdner Kreisspieler konnte alleine in der 1. Spielhälfte fünf Strafwürfe herausholen. Diese wurden allesamt von Tim-Philip Jurgeleit sicher verwandelt. Der Dresdner Linksaußen konnte an diesem Tag alle sein acht Siebenmeter verwandeln. Auch dies war ein wichtiger Schlüssel zum späteren Erfolg. Durch Tore von Desler und Jurgeleit konnten sich die Dresdner Ende der 1. Halbzeit auf 14:12 absetzen. Nach dem Anschlusstreffer von Kai Effler zum 14:13, konnten die Gäste durch einen sehr gut vorgetragenen Angriff fast mit dem Schlusspfiff den 15:13 Halbzeitstand herstellen.

Die 2. Halbzeit begann mit Anwurf Northeim und Tor Northeim. Die Gastgeber, welche vor allem immer wieder aus dem Aufbau erfolgreich waren, zeigten so gleich, dass sie nicht gewillt waren die Punkte an diesem Tag leicht herzugeben. Während für die Niedersachsen jetzt vor allem der wurfstarke Kai Effler erfolgreich war, setze auf Dresdner Seite ein guter Tjark Desler die Akzente. Er wurde allerdings wenig später zur tragischen Figur des Spieles, denn er verletzte sich beim Stand von 20:18 so, dass er nicht mehr eingesetzt werden konnte. So bleibt dem HC das Verletzungspech treu. Eine weitere Diagnose steht aus. So kam Alexander Matschos auf Halblinks wieder ins Spiel. Ihre zwischenzeitliche 3-Tore Führung (19:16, 20:17, 21:18) konnten die Dresdner jedoch nicht ausbauen. Ganz im Gegenteil, denn die Gastgeber kamen durch Dresdner Fehler wieder zurück in die Partie. Auch eine zweifache Unterzahl der Sachsen knapp 20 Minuten vor dem Ende trug dazu bei, dass Northeim wieder näher heran kam. In der 46. Minute war es dann soweit, der Northeimer HC erzielte durch Christian Stöpler den 24:24 Ausgleich. Jetzt stand das Spiel auf des Messers Schneide. Die Dresdner trafen jetzt nervenstark durch Gabriel De Santis zum 25:24. Was folgte war ein technischer Fehler von Northeim, ein anschließender Fehlwurf von Dresden und ein Stürmerfoul vom Gastgeber. Danach zogen die Dresdner leicht davon. Zweimal ein dieser Phase Verantwortung übernehmender Alexander Matschos aus auf dem Aufbau und der 13-fache Torschütze Tim-Philip Jurgeleit per Siebenmeter brachten die Dresdner mit 28:24 in Führung. Als die Dresdner in der 54. Minute immer noch mit 30:26 führten schien das Spiel endgültig in die richtige Richtung zu laufen. Die Gastgeber aus Northeim stellten nun auf eine 4:2 Deckung um. Die Dresdner machten das Spiel durch einige Fehler im Spielaufbau nun abermals spannend. Die 4:2 Abwehr der Gäste griff also. So ermöglichten die Dresdner den Gastgebern innerhalb nur weniger Minuten vier Tore aus der 2. Welle bzw. aus dem Konter heraus. Der Vorsprung der Sachsen schmolz bis in die 58. Minute hinein auf ein Tor zusammen (30:29). Die Dresdner besannen sich wieder und ein erneut durch Rico Göde herausgeholter Strafwurf wurde erneut durch Tim-Philip Jurgeleit sicher verwandelt. Die Northeimer antworteten nur 20 Sekunden später durch Jan-Niklas Falkenhain (31:30). Da waren noch knapp 90 Sekunden zu spielen. Der HC war nun im Angriff. Die letzte Minute brach an und Lars Lumpe bediente mit einem super Bodenpass Lars Bastian auf Rechtsaußen. Dieser verwandelte knapp eine Minute vor dem Ende zum 32:30. Die Northeimer ihrerseits konnten im Gegenzug den Ball nicht am Dresdner Keeper Balster vorbeibringen. Damit war das Spiel in Sack und Tüten.

Fazit: Auch solche Spiele muss man gewinnen. Die Dresdner konnten spielerisch nicht immer überzeugen, kämpferisch jedoch zu 100 Prozent. 30 Gegentore gegen den derzeitigen Tabellenletzten waren allerdings etwas zu viel. Schon gegen den nächsten Gegner aus Groß-Umstadt muss das wieder besser werden. Damit stehen die Dresdner hinter ungeschlagen Magdeburgern auf dem 2. Tabellenplatz, wohlwissend das dies nur eine schöne Momentaufnahme ist. Die kommenden schweren Wochen werden zeigen, ob sich der HC weiter oben festbeißen kann. Auch hoffen die Dresdner, dass beide Dresdner "Strippenzieher" im nächsten Spiel wieder zur Verfügung stehen bzw. Tjark Desler sich nicht schlimmer verletzt hat.

Tore: Desler 3, Göde 3, Jurgeleit 13/8, De Santis 6, Lumpe 3, Matschos 3, Hartmann, Bastian 1, Reimann, Blasczyk, Mertig, Gaida, Balster/Meinl (beide Tor)

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