12. Spieltag: HC Elbflorenz vers. HSG Rodgau Nieder-Roden 26:23 (13:10)

HC Elbflorenz trotzt Verletzungspech und siegt im Spitzenspiel

HC Elbflorenz 2006 - Kai BlasczykAls HSG Spieler Michael Weidinger vor dem Spiel in der Energieverbundarena auf eine herumstehende Leiter stieg, lebte er sicher eine Fantasie aus. Nämlich die, einmal ganz oben zu stehen. Nach dem Spiel musste er sich eingestehen, dass dies wohl zunächst eine Fantasie bleibt.

Nach nur 26 Sekunden konnten sich die Gäste über das erste Tor freuen. Nur 12 Sekunden später hatten die Dresdner schon per schnelle Mitte ausgeglichen. Danach vergaben beide Mannschaften klare Chancen, bevor die Dresdner nach genau 3 Minuten mit 2:1 in Führung gingen. Torschütze war bei angezeigtem Zeitspiel Gabriel De Santis von Halbrechts. Ansonsten setzte vor allem Alexander Matschos für die Dresdner im Angriff zunächst die Akzente. Alles in allem brauchten die Hausherren jedoch gut 15 Minuten um ihren Rhythmus zu finden. Der Treffer zum 7:4 durch HC Linksaußen Tom Hartmann, war wie das Signal dafür, dass die Dresdner endgültig im Spiel waren. Gästetrainer Alex Hauptmann erkannte das auch und nahm prompt eine Auszeit. Auch weil die Dresdner jetzt immer wieder gute Konzepte gegen die gewohnt offensive Deckung der Gäste fanden. In diesem Bereich hat sich die Mannschaft von Peter Pysall im Gegensatz zur Vorsaison extrem verbessert. Zudem musste Gästetrainer Hauptmann auch seinen Angriff neu justieren, dieser biss sich nämlich im Positionsangriff des Öfteren am Dresdner Abwehrverbund um Rico Göde und Torhüter Timo Meinl die Zähne aus. Die Dresdner versuchten außerdem mit einer Manndeckung von Timo Kaiser den bisher besten Saisontorschützen der HSG aus dem Spiel zu nehmen. Dies gelang phasenweise ganz gut und verunsicherte seine Mitspieler merklich. Zwischen der 15. und 28. Minute gelang es dem HC Elbflorenz das Spiel mehr und mehr zu bestimmen. In der 23. Minute führte man durch einen Treffer von Spielmacher Kay Blasczyk das erste Mal mit 5 Toren (11:6). Bis zur 27. Minute konnte der Gastgeber diesen Vorsprung halten (13:8). Man hatte die Partie klarer als vorher erwartet im Griff. Auch weil besagter Kay Blasczyk auf seiner Spielmacherposition immer wieder gute Spielzüge initiierte. Eine Zeitstrafe und ein technischer Fehler des HC Elbflorenz brachten die Gäste aber wieder ins Spiel. Sie nutzten die Überzahl um die Treffer zum 13:9 und 13:10 zu erzielen. Dies war dann auch der Pausenstand.

HC Elbflorenz 2006 - Rico GödeDer HC Elbflorenz begann die 2. Halbzeit mit einem Tor in Unterzahl durch Matthias Rudow. Bis zur 37. Minute gaben die Dresdner weiter den Takt vor und führten 17:12. Nach dem Treffer der hessischen Gäste zum 17:13 leisteten sich die Dresdner zwei technische Fehler. Diese Fehler nutze Rodgau Nieder-Roden um auf 17:15 zu verkürzen. In der Folge leistete sich der HC Elbflorenz auch noch eine Zeitstrafe und den Gästen wurde ein Strafwurf zugesprochen. Den Hessen gelang jedoch nicht das 17:16, denn der Strafwurf von Timo Kaiser klatschte gegen den linken Pfosten. Die Dresdner trafen im Gegenzug durch Matthias Rudow zum 18:16 und als Torhüter Timo Meinl dann beim Stand von 20:17 vom bisher zweitbesten HSG Torschützen Michael Weidinger einen Wurf nicht einfach nur hielt, sondern sogar fing, war das der Auftakt zu einer erneut guten Phase der Sachsen. Der HC Elbflorenz ließ nun zwei Treffer folgen und führte so nach 50. Minuten Spielzeit mit 22:17. Das 22. Tor erzielte Kreisspieler Rico Göde sogar in Unterzahl per sehenswertem Sprungwurf aus dem Rückraum. Warum Nieder-Roden derzeit ein Spitzenteam ist, zeigten sie nicht nur im Blick auf ihre Moral, denn sie ließen sich auch in dieser Phase des Spieles nicht abschütteln. Zunächst konnte Timo Meinl den Treffer zum 22:19 noch per Superparade verhindern. Allerdings konnte er nicht verhindern, dass seine Vorderleute im Angriff jetzt etwas ideenlos und fehlerhaft agierten. Die Hessen nutzten ihre Ballgewinne in der 53., 54. und 55. Minute zum 22:19, 22:20 sowie zum 22:21 Anschlusstreffer. Wie so oft behielten die Dresdner jedoch die Nerven. Einen durch Kay Blasczyk herausgeholten Strafwurf verwandelte Matthias Rudow nervenstark zum 23:21. Jener Rudow erzielte wenig später dann auch das 24:22, nachdem die Gäste wieder verkürzt hatten (23:22). Bei 58:01 auf der Spieluhr erhielt der HC Elbflorenz jedoch noch eine Zeitstrafe und musste so den Rest der Spielzeit in Unterzahl über die Runden kommen. Die Gäste nutzen die Überzahl durch ein Tor von Timo Kaiser zum 24:23 Anschluss. 45 Sekunden vor Schluss jedoch dann die Entscheidung, als Alexander Matschos sich beherzt in Unterzahl durchsetzte und zum 25:23 traf. In der anschließenden Gästeauszeit hatten anscheinend nicht alle Spieler der HSG genau zugehört. Außerdem machten die Hessen einen technischen Fehler, welchen die Dresdner zum 26:23 Endstand durch Adam Bajorhegyi nutzten.

HC Elbflorenz 2006 - Gabriel De SantisFazit: Nieder-Roden war der erwartet schwere Gegner. Wenn alle gesund bleiben, werden sie weiter oben mitspielen. Der Sieg der Dresdner im Spitzenspiel war allerdings verdient, das gab auch Gästetrainer Alex Hauptmann nach dem Spiel unumwunden zu. Dabei steckten die Dresdner auch den kurzfristigen und wahrscheinlich auch längeren Ausfall vom bisher besten Torschützen Tim-Philipp Jurgeleit weg. Er hatte sich beim Abschlusstraining am Freitag an der Schulter verletzt. Er konnte als Zuschauer auch sehen, wie die Hausherren über weite Strecken der Partie den Takt vorgaben und vor allem in Unterzahl immer wieder Torerfolge erzielten. Mit dem Sieg vor einer stimmungsvollen Zuschauerkulisse ist der HC Elbflorenz weiterhin Tabellenführer und außerdem zuhause seit 12 Spielen in Folge ungeschlagen.

Tore: Bastian, Bajorhegyi 2, Hartmann 3, Rudow 5, Göde 4, Reimann, De Santis 6, Blasczyk 1, Mertig 1, Matschos 4, Gaida, Balster/Meinl (Tor)

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