9. HC Elbflorenz vers. HG 85 Köthen 30:26 (14:13)

HC Elbflorenz mit Arbeitssieg gegen Köthen

Tim-Philip Jurgeleit | HC Elbflorenz 2006 vs. HG 85 KöthenWenn man nach dem Spiel in die Gesichter der Dresdner Spieler sah, konnte man erkennen, dass der Jubel der HC Akteure nicht übermäßig euphorisch ausfiel. Im Blick auf die bisherigen Ergebnisse der HG Köthen, mussten die Gegner des Öfteren von Arbeitssiegen gegen den Aufsteiger sprechen und waren ebenso kaum euphorisch. Von einem Arbeitssieg sprach man nach dem Spiel auch in Dresden.

Die HG Köthen begann gegen den HC Elbflorenz mit einer offensiven 3:3 Deckung. Diese zeigte zunächst Wirkung, denn den Dresdnern fehlten zunächst die Rezepte. Insgesamt bewegte sich das Spiel in den ersten fünf Minuten auf einem schwachen Niveau. Beide Mannschaften ließen viele Chancen liegen. Schon in dieser Phase merkte der Zuschauer aber auch, warum die Köthener dieses Spiel nicht gewinnen konnten. Ihnen fehlte nicht nur in dieser Phase der gewisse Punch, um in Dresden eventuell mehr zu erreichen. So nach und nach kamen die Dresdner etwas besser ins Spiel. Vor allem gegen die Dresdner Flügelzange Tim Philip-Jurgeleit links und Lars Bastian rechts hatte die offensive HG Abwehr so ihre Probleme. Beide erzielte an diesem Tag zusammen die Hälfte der Dresdner Treffer. In der 19. Minute gelang dem HC Elbflorenz mit dem Treffer zum 8:7 die erste Führung im Spiel. Einzig beim 15:15 im 2. Spielabschnitt musste das Team um Peter Pysall diese noch einmal abgeben. Auch gestützt auf einen erneut gut aufgelegten Marcel Balster im Tor konnten sich die Hausherren ab der 20. Minute etwas absetzen. Er steuerte erneut über 20 Paraden zu Sieg bei. Die 14:11 Führung in der 29. Minute gaben die Dresdner jedoch durch leichte Fehler bzw. durch eine Unterzahlsituation bis zur Halbzeit fast schon wieder ab. Die Köthener Gäste waren zu dieser Zeit vor allem per Konter oder schneller Mitte erfolgreich. So gingen die Dresdner mit einer denkbar knappen 14:13 Führung in die Kabine. Dort gab es gewissen Gesprächsbedarf, hatten sich die Hausherren doch teilweise viel zu sehr das Spiel des Gegners aufdrängen lassen.

Lars Bastian | HC Elbflorenz 2006 vs. HG 85 KöthenDie 2. Halbzeit begann mit einem Unterzahltreffer der Dresdner durch Gabriel De Santis. Die Köthener ließen nun ihren Willen das Spiel weiterhin offen zu gestalten noch einmal aufblitzen. Ergebnis war der 15:15 Ausgleich durch HG Aufbauspieler Martin Lux. In der Abwehr hatte der Drittligaaufsteiger inzwischen auf eine 4:2 Deckung umgestellt. In den nächsten knapp 20. Minuten nahm das Spiel jedoch seinen vorentscheidenden Lauf. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt trafen zwischen der 32. und 52. Minute lediglich sechsmal, während der HC Elbflorenz in der gleichen Zeit vierzehnmal traf. Ergebnis dieser guten Dresdner Phase war eine deutliche 29:21 Führung in der 53. Minute. In dem Gefühl, dass die Dresdner ungefährdet dem nächsten Heimsieg entgegen strebten, ließen die Hausherren in den letzten acht Minuten die zuvor gezeigte Konsequenz vermissen. So kamen die Gäste aus Köthen wie schon am Ende der 1. Halbzeit zu einigen leichten Toren und konnten so das Ergebnis mit 30:26 noch erträglich gestalten.

Ádám Bajorhegyi | HC Elbflorenz 2006 vs. HG 85 KöthenFazit: Trotz der knappen Halbzeitführung und des am Ende relativ knappen Ergebnisses, hatte man nie wirklich das Gefühl, dass dieses Spiel für die Dresdner nicht mit einem Sieg endet. Wahrscheinlich im gleichen Gefühl ließen die Dresdner in so manchen Spielabschnitten die letzte Konsequenz und Konzentration vermissen. Kämpferisch hatte die Mannschaft allerdings erneut alles gegeben. Der HG muss man zugestehen, dass sich die Mannschaft nie aufgab und mit allerlei taktischen Varianten die Dresdner immer wieder vor neue Herausforderungen stellte. Insgesamt fehlte dem Team von Spielertrainer Steffen Fischer jedoch der richtige „Killerinstinkt“. Die Dresdner gewinnen Saison übergreifend das zehnte Heimspiel in Folge und stehen so derzeit mit 16:2 Punkten auf dem 2. Tabellenplatz. Damit setzten sich die Dresdner weiterhin in der Spitzengruppe der 3. Liga Ost fest. Schon am nächsten Samstag steht der HC Elbflorenz mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einer weitaus schwereren Aufgabe, denn mit dem SV Anhalt Bernburg kommt der derzeitige Tabellensechste nach Dresden.  

Bastian 6, Bajorhegyi 1, Jurgeleit 9/4, Rudow 3, Göde 3, Reimann 3, De Santis 1, Blasczyk 1, Matschos 2, Mertig, Gaida, Hartmann, Meinl/Balster (beide Tor)

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