3. Spieltag: HSV Lok Pirna Dresden vs. HC Elbflorenz 25:31 (14:15)

Dresden knackt erstmalig den Sonnenstein

HC Elbflorenz 2006 | Sieg beim Derby gegen HSV Lok Pirna DresdenAls HSV Lok Trainer Petr Hazl nach der Partie im Trainergespräch Stellung nehmen sollte, fiel ihm das nicht ganz leicht. Wie ein guter Trainer nahm er seine Mannschaft in Schutz und bestätigte ihren Kampfgeist sowie Willen. Zudem verwies er darauf, dass alle drei bisherigen klaren Niederlagen gegen vermeintliche Spitzenteams passierten. Außerdem bescheinigte er seinem Team wie in den drei vorherigen Partien eine sehr gute 1. Halbzeit und bat die Zuschauer um Geduld. Trotz der nachvollziehbaren Argumentation des Gastgebertrainers bekam man das Gefühl nicht los, dieses fünfte Derby in Liga 3 war irgendwie anders. Das war irgendwie noch nicht das Lok-Heimteam der zurückliegenden Spielzeiten. Die Dresdner hatten sich auf eine ganz enge Partie über 60 Minuten eingestellt.

Die Dresdner begannen das Derby auf dem Sonnenstein sehr konzentriert. Einen herausgeholten Strafwurf von Rico Göde verwandelte Tim-Philip Jurgeleit sicher zum 1:0. Bis zur 4. Minute legten die Dresdner zweimal nach und führten so schnell mit 3:0. Der Dresdner Anhang honorierte das zu diesem Zeitpunkt mit Ohren betäubendem Lärm. Die Hausherren selber brauchten bis in die 6. Minute um mit dem Tor zum 3:1 ihren ersten Treffer zu erzielen. Doch die Pirnaer kamen nun von Minute zu Minute besser ins Spiel. Gerade der aus Dresden zu den Sonnenstein-Prohlisern gewechselte Vladan Kovanovic konnte vermehrt Akzente setzten. Zwischen der 8. und 14. Minute stellte sich bei den Dresdnern hingegen eine kleine Torflaute ein. Der anfängliche Schwung war aus dem Spiel. Der HSV Lok nutzte dies und ging erstmals durch ein Tor von Dusan Miličević mit 7:6 in Führung. Trotz seiner sechs Tore, darunter zwei Siebenmeter, konnte der Linksaußen der Gastgeber dem Spiel nicht wie so oft in der Vergangenheit seinen Stempel aufdrücken. Zudem verlor der Linksaußen sein Duell in der Abwehr gegen Gabriel De Santis klar. Der junge Schwede in Dresdner Diensten traf fast wie er wollte. Am Ende trug er sich 9mal in die Torschützenliste ein und war damit der beste HC-Torschütze an diesem Tag. Der erneut gut aufgelegte Matthias Rudow besorgte für die Gäste dann das 7:7 und die torlose Zeit des HC hatte ihr Ende. Im weiteren Verlauf der 1. Halbzeit konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzten. Bis zum Pausenpfiff verschafften sich die Dresdner nun wieder einen kleinen Vorteil. Die Tore zum 14:13 sowie 15:13 durch Tjark Desler und Lars Bastian konterten die Sonnenstein-Prohliser mit dem Treffer zum 15:14 durch Rechtsaußen Phillip Große. Dies war gleichzeitig der knappe Pausenstand.

HC Elbflorenz 2006 | Sieg beim Derby gegen HSV Lok Pirna DresdenWie schon in der 1. Halbzeit begannen die Dresdner mit einem Treffer vom Siebenmeterpunkt. Dafür zeichnete HC Kreisspieler Jörg Reimann verantwortlich. Auch der HSV Lok begann wie im 1. Abschnitt, nämlich mit wenig Toren im ersten Drittel der 2. Halbzeit. So nahm der Trainer der Gastgeber Petr Hazl in der 39. Minute fast folgerichtig eine Auszeit. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Dresdner auf 20:15 enteilt. Wer in der Phase vor Auszeit mit Jiri Bouček einen der prägenden Spieler der letzten Pirnaer Jahre beobachtete, konnte den nächsten Schlüssel dafür entdecken, warum es irgendwie nicht das erwartete Derby war. Der sympathische Tscheche und Taktgeber konnte kaum noch entscheidende Impulse setzen. Er wirkte etwas, als hätten ihn die zurückliegenden Spielzeiten, bei denen er nahezu jedes Spiel durchspielen musste, derzeit etwas das „Feuer“ geraubt. Keiner im Pirnaer Team konnte das in der 2. Halbzeit kompensieren. Die Gastgeber stellten nach der Auszeit ihre Abwehr um und versuchten so dem Spiel doch noch eine Wendung zu geben. Obwohl die Dresdner erneut eine kleine Phase mit Sand im Getriebe hatten, gelang den Hausherren die Wende nicht. In der 49. Minute konnten die Mannen von Petr Hazl letztmalig auf 4 Tore verkürzen (22:18). In der Folge setzen die Dresdner dem Spiel ihren Stempel auf. Bis auf acht Treffer konnten die Elbflorentiner enteilen (28:20, 29:21). Die Dresdner Fans hatten die Halle zu diesem Zeitpunkt stimmungstechnisch im Griff. Den Rest der Partie spielten die Landeshauptstädter nicht in jeder Situation konzentriert zu Ende, sodass sie den Gastgebern zumindest noch eine kleine Ergebniskorrektur erlaubten. Am Ende setzte der starke Gabriel De Santis für die Gäste mit dem Treffer zum 31:25 den Schlusspunkt. Der Rest war grenzenlose Freude. Getrübt wurde der Jubel leider etwas durch die Verletzung von Kay Blasczyk 8 Minuten vor dem Ende. Der HC hofft auf eine wohlwollende Diagnose.

HC Elbflorenz 2006 | Sieg beim Derby gegen HSV Lok Pirna DresdenFazit: Die Dresdner gewannen ohne wenn und aber verdient. Die Dresdner Fans machten ohne wenn und aber einen tollen Job. Insgesamt war es ein Derby welches die wirklich großen Emotionen in der 2. Halbzeit nur noch auf Dresdner Seite produzierte. Nach drei Spieltagen haben die Dresdner somit 6:0 Punkte. Dabei von Pflichtsiegen zu sprechen wäre allerdings gegenüber den bisherigen Gegnern respektlos. Der HC weiß die drei Erfolge einzuschätzen. Dem HSV Lok Pirna Dresden ist zu wünschen, dass er seine Heimstärke wiederfindet, um viele Punkte für den angestrebten Klassenerhalt zu sammeln. Schließlich soll das Hanballherz ja weiterhin im Drittligatakt schlagen. Zum Ende gilt es beiden Fanlagern für die tolle Atmosphäre Respekt zu zollen. 

Tore: Bastian (3), Hartmann, Jurgeleit 7/1, Rudow 4, Desler 3, Göde, Reimann 2/2, De Santis 9, Blasczyk 1, Matschos 2, Gaida, Balster/Meinl (beide Tor)

PS: Vom Derby „der Pirnaer gegen den HC Dresden“ war in einem Teil des Hallenheftes des HSV Lok zu lesen. Dazu ein Zitat des Dichters Ernst Ferstl: „Die Gegenwart ist schwer zu ertragen für jene, die viel Vergangenes mit sich herumschleppen.“

Pressstimme: FANBLOCK-TV - HC Elbflorenz ist Derbysieger

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