9. Spieltag: SG LVB Leipzig vers. HC Elbflorenz 23:24 (10:14)

Dresden heilt sich vom "Leipzig-Komplex" – Sieg im Sachsenderby

Geschlossene Mannschaftsleistung der HC Elbflorenz 2006 Tiger beim Sachsenderby beim SG LVBEgal wie die Leipziger Teams hießen gegen die der HC Elbflorenz in den letzten Jahren antrat, es gab vor allem eines: Niederlagen. Vielleicht ist es für einige zu viel von einem Leipzig-Komplex zu reden, jedoch mit einer erneuten Niederlage hätten sich die Dresdner wohl einen Schritt mehr auf so einen Komplex zubewegt. Und: Dresdner mit einem Leipzig-Komplex, eigentlich unvorstellbar! Was also dagegen tun? Ja, genau, einfach gegen Leipzig in Leipzig gewinnen. Manchmal ist es so „einfach“!

Das Spiel begann und war auf den Rängen stimmungstechnisch schnell in Dresdner Hand. Knapp 50 Schlachtenbummler aus der Landeshauptstadt gaben auf der Tribüne den Ton an. Auf dem Feld gab keine Mannschaft zu Beginn wirklich den Ton an. Die Dresdner schon gar nicht, denn der HC überbot sich in den ersten 10 Minuten mannschaftsintern in den Kategorien Fehlwürfe und Fehlabspiele. Aber auch wenn die Leipziger durch ein Tor in der 8. Minute mit 5:2 in Führung gingen, hatte man nicht den Eindruck, dass die Messestädter an diesem Tag Bäume ausreißen könnten. Dieses sollte sich im Verlauf der 1. HZ bestätigen. Die Dresdner kamen nun in kleinen Schritten immer besser ins Spiel. Neben der sich steigernder Abwehr, vernagelte HC-Torhüter Marcel Balster zwischen der 15. und 25. Minute einfach mal die Kiste. Die 6 Paraden in Folge brachten ihm „Robert, Robert“ Sprech-Chöre von den Dresdner Fans, denn Marcel nennt ihn in Dresden schon lange keiner mehr. Über 50 Prozent gehaltener Bälle in der 1. HZ waren dafür mitverantwortlich, dass sich die Dresdner nach und nach absetzten konnte. Als Rasmus Hansen in der 18. Minute zur ersten Führung der Dresdner einwarf (6:7), folgten darauf vier weitere HC-Treffer und der HC führte in der 24. Minute mit 6:11. Dabei hatten die Dresdner in der 20. Minute die erste Zeitstrafe kassiert und zuvor ein klare Chance aus der Zweiten Welle heraus nicht im Leipziger Kasten untergebracht. Allerdings parierte Marcel Balster anschließend in Unterzahl und Philipp Grießbach konnte, immer noch in Unterzahl, durch eine gelungene Aktion einen Treffer für die Dresdner setzen. Trotz einer kleinen Schwächephase, wie schon fast üblich vor der Halbzeit, brachen die Dresdner diesmal aber nicht ein und konnten 15 Sekunden vor der Halbzeitpause durch Alexander Matschos mit 10:14 in Führung gehen. Dies war gleichzeitig der Pausenstand.

Geschlossene Mannschaftsleistung der HC Elbflorenz 2006 Tiger beim Sachsenderby beim SG LVBDie Landeshauptstädter kamen gut aus der Halbzeitpause und machten da weiter wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Beim 12:18 in der 37. Minute durch Dennis Knudsen führten die Dresdner erstmals mit 6 Toren. In der Folge machten die Dresdner den berühmten Sack aber nicht zu und vergaben zahlreiche Gelegenheiten das Ergebnis weiter so klar wie zuvor zu gestalten. So kam wie es kommen musste. Die Gastgeber witterten ihre Chance und kamen Tor um Tor heran. Vor allem Sascha Meiner nahm bei den Leipzigern nun das Zepter in die Hand. Er erzielte zwischen der 35. und 46. Minute 5 seiner insgesamt 7 Treffer und zeigte so seine Extraklasse. Als LVB-Rückraumschütze Clemens Uhlig in der 47. Minute das 18:19 für die Leipziger markierte, waren die Gäste wieder im Spiel und hatten den Dresdner so für ihre Nachlässigkeiten im Angriff die zwischenzeitliche Quittung präsentiert. Es folgte in den verbliebenen knapp 12 Minuten die Zeit der wichtigen Tore und da hatten die HCler den entscheidenden Vorteil auf ihrer Seite. Ob Jörg Reimann vom Kreis zum 18:20, Dennis Kundsen zum 19:21, Alexander Matschos bei angezeigtem Zeitspiel zum 20:22 sowie Philipp Grießbach von Außen zum 21:23 und Lars Lumpe bei erneut angezeigtem Zeitspiel per Hüftwurf zum 21:24, die Dresdner fanden immer einen Ausweg. Zwischendurch hatte Marcel Balster auch noch eine ganz wichtigen Konter der Gäste entschärft und die Abwehr zweimal stark geblockt. Jedoch das Spiel war noch nicht zu Ende. In der 58. Minute kassierten die Dresdner in kurzer Folge zwei Zeitstrafen und sahen sich im Angriff einer offensiven Deckung im Spiel 4:6 gegenüber. Die Dresdner trafen zwar in dieser Phase nicht, kassierten aber auch keinen Treffer und das trotz zweifacher Unterzahl. In der Folge wurde es etwas hektisch. Die Leipziger kamen 1:40 vor Schluss zum Anschlusstreffer zum 23:24. Kurz zuvor hatten sich die Dresdner erneut bei angezeigtem Zeitspiel in eine Auszeit gerettet, kassierten aber eben nach einem Wurf in den Block den besagten Anschlusstreffer. Die Hausherren konnten jedoch ihrerseits das 24:24 nicht setzen und so waren die Dresdner eine Minute vor Abpfiff in Ballbesitz. Die Pysall-Sieben nahm nun viel Zeit von der Uhr, traf allerdings ihrerseits auch nicht, sodass der LVB gute 10 Sekunden vor dem Ende in Ballbesitz kam. Beim schnellen Ballvortrag des Leipzigers Tommi Sillanpää beging dieser allerdings 5 Sekunden vor Schluss ein Stürmerfoul an Philipp Grießbach und damit war das Spiel entschieden. Die Dresdner bildeten am Boden ein Freudenknäuel und feierten nicht wenig später mit dem mitgereisten Fans.

Fazit: Über mehr als 40 Minuten in fremder Halle teilweise klar geführt und endlich mal dafür belohnt, auch wenn es in den letzten 10 Minuten ein Spiel Spitz auf Knopf war. So begannen die Auswärtswochen mit einem ganz wichtigen Sieg für den HC. Die 50 mitgereisten Fans machten an diesem Tag einen super Job und trugen besonders in der enge Schlussphase stimmungstechnisch mit zum Sieg bei. Die Dresdner zeigten eine mannschaftlich geschlossene Leistung an diesem Tag und gewannen so auch verdient. Trainingshausaufgaben sind mit Sicherheit die Erarbeitung eines besseren Überzahlspiels, denn hier ließen die Dresdner in Leipzig zu viel weg.

Tore: Jurgeleit 3, Kovanovic 2, Scholz, Matschos 4, Lumpe 3/2, Petersen 2, Knudsen 5, Hansen 1, Reimann 1, Grießbach 3, Kaiser, Rudow, Balster/Meinl (Tor)

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