7. Spieltag: HSG Rodgau Nieder-Roden vers. HC Elbflorenz 30:29 (16:17)

Denkbar knappe Niederlage in Hessen – Dresden verliert in Nieder-Roden

Beim HSG Torhüter Marco Rhein klang es bei einer Unterhaltung nach dem Spiel fast wie eine Entschuldigung: „Wir haben einfach zur Zeit einen Lauf!“ Aus Dresdner Sicht ein Lauf der sich durch die hauchdünne Niederlage in Hessen für die Gastgeber weiter fortsetzte. So begaben sich die Dresdner ohne Punkte auf die lange Heimreise. Da nütze es auch nichts, dass der Gegner die Dresdner auf und neben der Pressekonferenz als bisher stärksten Gegner einschätzte.

Zu Beginn des Spieles hatten die Dresdner so ihre Probleme mit der erwarteten 3:2:1 Abwehr der Gäste. Zwei technische Fehler innerhalb der ersten drei Minuten waren die Folge. Die Dresdner mussten sich ihre Tore in den ersten fünf Minuten hart erarbeiten, während die Mannen aus Nieder-Roden vor allem schnelle Tore erzielten. Die Dresdner hingegen scheiterten zweimal in Folge aus der 2. Welle heraus am schon genannten Marco Rhein. Nach und nach kamen die Dresdner aber besser in die Partie. Der Grund war ein Wechsel im Angriff. Trainer Peter Pysall wechselte mit Lars Lumpe etwas mehr Bewegung im Angriff ein. Eben dieser Lumpe gab mit seinem Treffer zum 8:7 vom Siebenmeterpunkt das Signal zu einer sehr guten Phase der Gäste. In der 17. Minute gingen die Dresdner durch Martin Petersen erstmals in Führung (9:10). In der Folge war die Abwehr der Hessen mehrfach nur zweiter Sieger und so konnten sich die Dresdner im Angriff mehr und mehr freispielen. Ebenso steigern konnte sich "Robert" Balster im HC-Gehäuse. Er parierte in dieser Phase 3 Bälle in Folge, u. a. einen Konter. Als Lars Lumpe in der 22. Minute zum 9:13 traf reagierte der Gästetrainer mit einer Auszeit. Bis zum 12:16 in der 27. Minute blieben die Dresdner jedoch weiterhin Spiel bestimmend. Jetzt kassierten die Pysall-Sieben jedoch innerhalb von einer Minute zwei Zeitstrafen und brachten so die Gäste wieder ins Spiel. Zweimal der bisherige HSG-Toptorschütze Michael Weidinger und zweimal der erneut starke Halbrechte Timo Kaiser stellten in Überzahl den 16:16 Ausgleich für die Hausherren her. 20 Sekunden vor der Halbzeit setzten die Dresdner aber noch einmal ein Zeichen und trafen durch Dennis Knudsen in Unterzahl zum 16:17 Halbzeitstand.

Die Dresdner kamen gut aus der Halbzeitpause. Marcel Balster parierte zwei Bälle und die Dresdner spielten im Angriff zweimal Rasmus Hansen am Kreis frei. Er war jeweils nur mit Foul zu stoppen. Die beiden fälligen Siebenmeter verwandelte Lars Lumpe nervenstark. Er traf an diesem Tag 6mal vom Siebenmeterpunkt. In der 39. Minute stand ein 19:22 an der Anzeigetafel. Die Zeitmessung hatten inzwischen ihren Geist aufgegeben, sodass es in der Folge immer schwerer wurde die abgelaufene Spielzeit nachzuvollziehen. In der spannenden Schlussphase in der jede Sekunde zählte eine eher ungünstige Variante. Zwei Minuten später führten die Dresdner immer noch mit zwei Toren (21:23). In der 47. Minuten glichen die Hessen allerdings wieder aus 24:24. Eine anschließende Dresdner Zeitstrafe brachte Nieder-Roden mehr Platz auf dem Feld und zwei Tore in Folge zur 26:24 Führung. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 10 Minuten zu spielen. Das Spiel kippte nicht, denn die Dresdner blieben dran. Nach dem 27:25 trafen Lumpe vom Punkt, Jurgeleit nach Vorarbeit von Kapitän Scholz per Konter sowie ein erneut guter Denny Mertig von außen. So führten die Sachsen sechs Minuten vor dem Ende der Partie mit einem Tor (27:28). Es folgte das 28:28 durch den besten HSGler an diesem Tag Timo Kaiser. Die Dresdner erhöhten ihrerseits in der 56. Minute erneut vom Siebenmeterpunkt auf 28:29. Einen Angriff des HC später hatten die Hausherren nicht getroffen und die Sachsen die Chance auf das 28:30. Die Dresdner ließen die Chance jedoch ungenutzt und kassierten in der 58. Minute den 29:29 Ausgleich. Es folgten die entscheidenden knapp 120 Sekunden. Die Dresdner setzten den Treffer zum 29:30 nicht. Die Hausherren hingegen erzielten knapp eine Minute vor Schluss das 30:29. Timo Kaiser erzielte bei angezeigtem Zeitspiel am Ende das goldene Tor. Die Dresdner versuchten etwas Zeit von der Uhr zu nehmen, was auch gelang. Als die Dresdner allerdings 12 Sekunden vor Schluss den Wurf nahmen und HSG Torhüter Rhein den Wurf parierte, war das Spiel entschieden. Eine anschließende Manndeckung brachte zwar den Hausherren ein Zeitspiel ein, jedoch den Dresdner kein Ballgewinn mehr. Die Hausherren jubelten wie wohl noch nie in dieser Saison und die Dresdner waren geschlagen.

Fazit: Ein Spiel was keinen Sieger verdient hatte, fand am Ende in Nieder-Roden einen. Die Dresdner können ein knappes Spiel leider wieder nicht für sich entscheiden. In einer temporeichen Partie waren auf Seiten der Dresdner an diesem Tag Lars Lumpe und Denny Mertig die besten Akteure. Die Sachsen spielten auf jeden Fall konstanter als in einigen vorherigen Partien, gaben aber bspw. die Führung zum Ende der 1. HZ zu schnell aus der Hand. Am Ende der 2. HZ verpasste man außerdem den Big Point. Leider hat sich die Mannschaft für ihre leidenschaftliche Leistung nicht belohnt. Nach der Niederlage in Nieder-Roden stehen die Dresdner nun nach sieben Spielen mit 5:9 Punkten auf dem 12. Platz und haben den Kontakt zum oberen Mittelfeld erst einmal verloren.

Tore: Jurgeleit 4, Rudow, Scholz 2, Hansen 1, Reimann, Mertig 6, Petersen 2, Lumpe 7/6, Grießbach, Matschos 1, Kovanovic 3, Knudsen 3, Tor: Balster/Meinl

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