5. Spieltag: HC Elbflorenz vers. GSV Eintracht Baunatal 27:31 (18:15)

Konstant bleibt die Inkonstanz – Tabellenführer gewinnt in Dresden

Torschützenkönig Vladan KovanovicAuch bei den Dresdner Fans macht sich sicher langsam folgende Sehnsucht breit: "Einfach mal ganz langweilig gewinnen!!!" 18:15 und 9:16, jenes sind die Halbzeitergebnisse für sich genommen aus Dresdner Sicht. 18 Feldtore in der 1. HZ und 7 in der 2. HZ zeigen die Unterschiede noch einmal deutlicher. Damit bleiben die Dresdner weiter die Mannschaft, welche konstant die Inkonstanz pflegt. Jenes brachte am Ende eine 4-Tore-Niederlage gegen den nun immer noch verlustpunktfreien Tabellenführer aus Baunatal. Den Gästen reichten an diesem Tag schlichtweg 20 gute Minuten, um das Spiel zu gewinnen. In diesen besagten 20 Minuten trafen die Dresdner genau viermal. Am Ende viermal zu wenig um wenigstens zu punkten.

Den ersten Treffer der Partie setzte nach fast 2 Minuten der Baunataler Paul Gbur. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Dresdner schon drei Bälle der Gastgeber geblockt und die Gäste gleich im ersten Angriff nah am Zeitspiel. Die Dresdner glichen allerdings postwendend aus. Torschütze war der in der 1. HZ stark aufspielende Vladan Kovanovic, der bei seinen 8 Versuchen im ersten Spielabschnitt 8 Tore erzielte. Des Weiteren gelang es ihm in der Abwehr die Kreise des sonst so starken GSV Halbrechten Gbur sehr gut einzugrenzen. In der Folge gaben die Dresdner den Ton und führten teilweise mit 5 Toren. Dabei gelang den Hausherren auch in Unterzahl nahezu alles. So gewann man die erste eigene Unterzahl nach einem Ballgewinn und einem Tor sogar mit 1:0. Die Baunataler wechselten nach etwas mehr als 10 Minuten im Tor. Der sonst so starke Constantin Paar im Tor der Hessen sah kein Land. Dieses sollte sich in der 2. HZ ändern. In der 17. Minute kam es dann zu einer Schlüsselszene im Spiel. Die Schiedsrichter zeigten dem in der Abwehr stark agierenden sowie vorne Räume schaffenden HC Kreisspieler Rasmus Hansen die Rote Karte. Kurzfristig hatte dies zunächst keine Folgen, längerfristig aber doch. Der immer besser werdende Neuzugang aus Dänemark wurde in der 2. HZ im Angriff wie in der Abwehr schwer vermisst. Im weiteren Verlauf der 1. HZ hatten die Dresdner eigentlich nur zwischen der 18. und 20. Minute einen kleinen Hänger. Diesen nutzte der Tabellenführer um von 11:7 auf 11:10 zu verkürzen. Der HC fand aber wieder schnell in die Spur und führte in der 25. Minute mit 16:11. Der GSV wusste fast 5 Minuten lang nicht viel gegen die Dresdner Abwehr auszurichten oder scheiterte am gut haltendenden Marcel BalsterTorwart Marcel Balster beim Einlauf mit den Ballkindern im Dresdner Kasten. Er konnte 11 Paraden u. a. einen Siebenmeter zur 18:15 Halbzeitführung beitragen. Auf der anderen Seite war die 3-Tore-Führung für die Gäste leicht schmeichelhaft und der HC hätte auch aufgrund erneut zwei vergebener Siebenmeter höher führen müssen. So gingen die beide Mannschaft zum Pausentee. Zumindest für den Tabellenführer war es ein ganz neues Gefühl, denn nach der 1. HZ zurückgelegen hatten die Hessen bisher nie.

Als der Baunataler Andreas Bornemann in der 38. Minute die Gäste erstmals nach langer Zeit (19:20) in Führung brachte, hatte die Dresdner Zuschauer etwas gesehen, was man wohl am besten damit beschreibt, dass sich ein Schmetterling in eine Raupe zurückverwandelt. Die Dresdner hatten bis zum 19:20 schon fünf Würfe nicht im GSV Tor untergebracht. So scheiterte man gleich dreimal an Constantin Paar im Tor der Gäste, einmal am Aluminium und einmal traf man neben das Tor. Die Hessen nutzen diese ausgelassenen Chancen zu einigen schnellen eigenen Toren. Die Dresdner hatten sich in nicht einmal 8 Minuten die Butter vom Brot nehmen lassen. Die Auszeit nach dem 19:21 brachte dann zwar das 20:21 aus Dresdner Sicht, jedoch rückblickend keinen durchbrechenden Erfolg mehr. Die Baunataler nutzten die Schwächephase der Dresdner wie ein Topteam dies gnadenlos tut. Bis zur 51. Minute erzielten die Hausherren lediglich 4 Tore. Ein dritter verworfener Siebenmeter und Treffer an die Torumrandung zählten ebenso zu den Gründen wie fehlende Durchschlagskraft des HC. Alle HC Wechsel in der Folge brachten keine Wende mehr. Die Dresdner fingen sich zwar in den letzten 8 Minuten wieder, konnten aber die Baunataler nicht mehr am verdienten Auswärtssieg hindern.

3:7 Punkte nach 5 Spielen zeigen eines ganz klar, die Dresdner finden bisher die Konstanz nicht. Im Blick auf den Hinrundenspielplan war schon vor der Saison klar, das Dresdner Auftaktprogramm wird sehr schwer. Auch wenn vier der bisher fünf bespielten Teams sicher mit in die Top 6 oder 7 vorstoßen können, bleibt die bisherige Ausbeute unbefriedigend. Gleiches gilt immer noch, wenn man einrechnet, dass auch vor diesem Spiel die Dresdner „Defekthexe“ – siehe der Ausfall von Torhüter Timo Meinl – wieder gnadenlos zuschlug. Zwei Niederlagen in drei Heimspielen tun richtig weh. Nun gilt es endlich die enormen Leistungsschwankungen in den Griff zu bekommen.

Tore: Rudow 4, Scholz 1, Hansen, Reimann 2/2, Mertig 1, Petersen, Lumpe, Grießbach, Kaiser 1, Matschos 6, Kovanovic 10, Kundsen 2, Tor: Balster/Judisch

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