2. Spieltag: HSV Lok Pirna Dresden vers. HC Elbflorenz 24:24 (12:12)

Remis im Derby – Dresden gibt in letzter Minute 2 Punkte aus der Hand

heißes Derby in Pirna, Unentschieden, HSV Lok Pirna Dresden vs. HC Elbflorenz 2006Was macht man mit diesem Punkt? Eine Frage die der Gegner kurz nach dem Spiel mit ausgelassenem Jubel beantwortete und die Dresdner mit betretenen Gesichtern. Auch eine Frage auf die wir später noch einmal zurückkommen. Stimmungsvoll war dieses Derby, auch weil die Dresdner Fans alles gaben und dem Pirnaer Publikum trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit in nichts nachstanden (Ein dickes Danke dafür!!!). Setzt man im Blick auf die gebotene „Handballkost“ ein Menü in einem 3-Sterne-Restaurant als obersten Maßstab an, sahen die Zuschauer eher eine „handballerische Juniortüte“. Jeder soll nun selber entscheiden was er mehr mag!

Wie fast schon von Dresdner Seite gewohnt war es wieder ein enges Spiel. Im gesamten Spielverlauf konnte sich keine Mannschaft auf mehr als 2 Tore absetzten. Gerade am Ende des Spieles war dies aus Dresdner Sicht ein entscheidendes bzw. fehlendes Puzzelstück auf dem Weg zum Remis. Positiv: Die Dresdner kamen gut ins Spiel. Sie setzten durch Alexander Matschos den Treffer zum 0:1. Eben dieser Matschos erzielte auch die Tore 2 und 3 für den HC. Schon in der 1. HZ war häufig viel Platz auf dem Parkett, da es frühzeitig Zeitstrafen gab. Nach nur 11 Minuten hatten mit Rasmus Hansen auf Seiten des HC und Torsten Schneider auf Seiten des HSV-Lok zwei Spieler schon je zwei Zeitstrafen kassiert. Letzterer verabschiedete sich in der 33. Minute ganz vom Parkett. Insgesamt machten beide Teams an diesem Tag zu wenig aus ihren Überzahlsituationen. Beim 2:4 durch Spielmacher Matthias Rudow führten die Dresdner erstmals mit 2 Toren. Nicht weniger später verordnete HSV-Lok Trainer Petr Hazl eine Manndeckung gegen den Dresdner Spielmacher. Diese Aufgabe lösten die Dresdner über die 1. HZ gesehen wie ein „Jo-Jo“, einmal ging es qualitativ hoch dann wieder runter. Im gesamten Spielverlauf schlug man insgesamt zu wenig Kapital aus dem mehr an Platz. Im weiteren Verlauf blieben die Dresdner ganz leicht Spiel bestimmend ohne größeren Erfolg daraus zu ziehen. Ein bestens aufgelegter Timo Meinl im HC-Tor stellte die Pirnaer Angreifer in der 1. HZ vor das ein oder andere unlösbare Problem. Aus Dresdner Sicht entschied er das Torhüterduell, trotz einer guten Leistung von Gegenüber Percin, knapp für sich. Über die Spielstände 6:8, 7:9 und 10:10, trennte man sich bis zum Pausentee 12:12. 

Die 2. HZ begann mit einem Treffer durch Robert Ultsch vom Kreis und leitete so eine gute Phase für den HSV-Lok ein. Die Dresdner kassierten auch in Überzahl Gegentore, versenkten einen Konter nicht und blieben in eigner Überzahl nicht zwingend genug. Beim 16:14 für die Gastgeber vom Sonnenstein drohte das Spiel etwas aus dem Ruder zu laufen. Fünf Paraden in Folge von HC-Keeper Timo Meinl brachten die Dresdner wieder zurück ins Spiel. Parallel zu Meinls „Nichtreinlasstaktik“ erzielten die Dresdner 4 Tore in Folge und an der Anzeigetafel wurde innerhalb von 5 Minuten aus dem 16:14 ein 16:18. Bis in die Schlussminute hinein legten die Dresdner nun immer vor und führten außer beim 18:18 und 19:19 mit ein bis zwei Toren. Als Martin Kaiser in der 52. Minute zum 19:21 für die Dresdner traf, hatten die Gäste danach gleich mehrfach die Chance mit drei Toren in Führung zu gehen. Als Tim-Philip Jurgeleit bei 58:56 auf der Spieluhr den Ball zum 22:24 einwarf, hatten die Dresdner alle Trümpfe in der Hand. Allerdings hatten die Dresdner wie in einer "Juniortüte" üblich noch ein Geschenk versteckt, welches die Pirnaer dankend annahmen. Als der beste Pirnaer an diesem Tag Jiri Havlat 15 Sekunden nach dem HC-Treffer zum 23:24 traf, zeigte sich die Dresdner Deckung gegen den Aufbauspieler zum wiederholten Mal indisponiert. Trotzdem war man noch einen Treffer vorn und 40 Sekunden vor Ende in Ballbesitz. Eine halbe Minute später nutzte der gleiche Jiri Havlat jedoch erneut einen Abspielfehler der Dresdner zum 24:24 Endstand. Die Dresdner hatten sich leider selbst um 2 Punkte gebracht.

Fazit: Ein Spiel ähnlich sperrig wie der Name des Gegners. Im Blick auf die letzte Spielminute sicherlich ein verlorener Punkt für den HC. Im Blick auf das hammerharte Auftaktprogramm der Dresdner sicher ein Punkt der genau ein Punkt besser ist als keiner. Nicht mehr und nicht weniger. Beide Mannschaften haben einen Fehlstart vermieden. Vom „Makro“ zum „Mikro“ sind auch die nur 12 Gegentore pro Halbzeit ein Schritt nach vorn. Wieder kann man der Dresdner Mannschaft auch vom Einsatzwillen keinen Vorwurf machen. Wie beim Team in Pirna scheint der Selbstfindungsprozess aber noch nicht abgeschlossen, einzig mit dem Unterschied, dass der HSV-Lok wohl an diesem Tag etwas näher am Limit spielte. Ressourcenorientiert und das ist immer positiv zu sehen, haben die Dresdner also noch Potenzial nach oben. 

Tore: Jurgeleit 1, Rudow 2, Hansen 1, Reimann 4/4, Mertig 1, Petersen 1, Lumpe 2, Grießbach, Kaiser 2, Matschos 6, Knudsen 4, Tor: Meinl/Balster

Zurück