17. Spieltag: Dessau-Roßlauer HV vers. HC Elbflorenz 23:25 (6:14)

Demontage mit denkbar knappem Vorsprung – Sieg in Dessau

HC Elbflorenz 2006 Sieg im Auswärtsspiel gegen den Dessau-Roßlauer HVDer Dessauer Trainer Sven Liesegang hatte das Spiel gegen den HCE vor der Partie als „Big Point“ Spiel ausgeschrieben. Am Ende der Partie dürften einzig seine Sorgen „big“ gewesen sein denn die „Points“ machten die Dresdner. Die Art und Weise war für die Dresdner jedoch auch etwas überraschend. Diese Überraschung veranlasste die Dessauer Vereinsverantwortlichen nach dem Spiel zu Aussagen die einem mittelschweren Erdbeben glichen. Die HCler waren zwar nach Dessau gereist, um die Punkte zu entführen, dass man den Gegner jedoch über etwas mehr als 50 Minuten teilweise demontiere würde, hatten die Dresdner so nicht erwartet. Das einige Heimfans knapp 5 Minuten vor Ende der 1. HZ die Halle aus Protest verließen, hatten die Sachsen ebenso noch nicht erlebt. Am Ende des Spieles hatten die Dessauer dann zumindest einige Fans wieder etwas versöhnt. Was nichts daran ändert, dass die Dresdner die Dessauer Ergebniskrise weiter verstärken.

Es war sicher eine der besten ersten Spielabschnitte in dieser Saison für die Dresdner. Eine bärenstarke Abwehr mit einem bärenstarken Timo Meinl dahinter (6 Gegentore, 13 Paraden) und ein Angriff der auf jeder Position Gefahr ausstrahlte. Die Dresdner warfen nach 45 Sekunden das 1. Tor durch Dennis Knudsen und legten wenig später aus der 2. Welle heraus das 2. Tor durch Kapitän Mario Scholz nach. Treffer 3 und 4 besorgten erneut Dennis Knudsen per Strafwurf und Denny Mertig von Rechtsaußen. Die Hausherren hatten zwischendurch zu zwischenzeitlichen 1:2 getroffen. Den Dessauern sollten in der restlichen Halbzeit nur noch 5 weiterte Treffer gelingen. Die Dresdner Abwehr hatte sich gut auf das Dessauer Spiel vorbereitet. Was man daran merkte, dass Robert Lux nach 11 Minuten vom Dessauer Trainer Liesegang ausgewechselte wurde und sein Pendant Lukas Krug vor allem in den ersten 15 Minuten die pure Verzweiflung ins Gesicht geschrieben war. Die war nicht nur ein Verdienst des starken Mittelblocks Hansen und Scholz, sondern auch der gut agierenden Knudsen und Kovanovic auf den Halbpositionen. So wuchs der Vorsprung vor allem ab der 15. Minute kontinuierlich an. In der 20. Minute führte man erstmals mit 8 Toren (4:12) und in der 25. Spielminute kratzte man an den ominösen 10 Toren Vorsprung (5:14). Die Dessauer hatten ihrerseits ab der 22. Minute auf eine 5:1 umgestellt. Diese brachte den HCE Angriff etwas aus dem Tritt, sodass die Gäste in den letzten 5 Minuten keinen Treffer erzielten. Zwischenzeitlich hatten die Spieler von Gästetrainer Liesegang den in der 1. HZ gut aufgelegten Alexander Matschos sogar in Manndeckung genommen. So stand es zur Pause 6:14 aus Sicht der Hausherren und viele rieben sich ungläubig die Augen.

Die 2. Hz begann wie die 1., nämlich mit einem Tor der Dresdner. Die Baushausstädter hatten inzwischen auf doppelte Manndeckung umgestellt und versuchten Alexander Matschos und Spielmacher Matthias Rudow aus dem Spiel zu nehmen. Dies gelang zunächst nicht bzw. nur in Ansätzen. Die Dresdner agierten zunehmend auch nicht mehr so überragend wie im ersten Spielabschnitt, konnten den Vorsprung bis zur 51. Minute konstant zwischen 6 und 9 Toren halten. 18:24 stand es knapp 9 Minuten vor Schluss. Die Dresdner nutzten in der Folge klare Chancen nicht, fabrizierten Fehlabspiele und gingen in der Abwehr oft einen Schritt zu wenig. Und so kam es wie es kommen musste, die Gastgeber knapperten Tor um Tor des Dresdner Vorsprunges ab und waren zu Beginn der 59. Minute mit 22:24 wieder in Schlagdistanz. Dem Dresdner Philipp Grießbach war es dann vorbehalten den Sack 80 Sekunden vor Schluss per Kullerball endgültig zuzumachen. Die Dessauer trafen zwar noch einmal, aber im Anschluss spielten die Dresdner die restliche Zeit clever runter. Am Ende stand mit 23:25 ein Ergebnis an der Anzeigetafel, was für die Hausherren mehr als schmeichelhaft ist und den Dresdnern eine kleine Warnung, dass man Spiele durch 8 schlechte Minute, trotz vorheriger Dominanz auch noch abgeben kann.

Fazit: Das knappe Ergebnis täuscht darüber hinweg, dass der HCE 50 Minuten die klar bessere Mannschaft war. Vor allem der 1. Spielabschnitt brachte ein starkes Spiel in allen Mannschaftsteilen. In der 2. HZ ließ man vor allem in der Schlussviertelstunde zu viele Chancen aus bzw. leistete sich ein paar Fehler zu viel. Vielleicht war man sich etwas zu sicher das Spiel zu gewinnen. In Anbetracht der vielen Kranken- und Verletzungsprobleme in den letzten beiden Wochen, ist das Zustandekommen des Sieges trotzdem hoch einzuschätzen. Mit dem Sieg bleiben die Dresdner weiter in Schlagdistanz zu den Top 5. Damit ist der HCE seit vier Spielen ungeschlagen und gut auf den schweren Februar vorbereitet.

Tore: Rudow 3, Scholz 2, Hansen 1, Reimann 2/1, Mertig 1, Petersen, Lumpe 1, Grießbach 1, Kaiser, Matschos 5, Kovanovic 4, Knudsen 5/1; Balster/Meinl (beide Tor)

 

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