24. Spieltag: HC Elbflorenz vers. SG LVB Leipzig 31:28 (16:17)

Die sächsische Drittligaderbykrone geht nach Dresden

HC Elbflorenz 2006 - Timo MeinlOb so etwas dem besten Torschützen der Leipziger Sascha Meiner in seiner Handballlaufbahn schon einmal passiert ist? „So etwas“ bedeutet, dass der Dresdner Keeper Timo Meinl in der Schlussphase des Spieles eben diesem Sascha Meiner in vier Angriffen hintereinander zwei Konter, einen Siebenmeter und einen Wurf von Außen abkaufte. Warum der Dresdner Toreverhinderer scherzhaft auch mal „The Meinlist“ genannt wird, wurde im Blick auf die Schlussphase im Dresdner Spiel klar, denn der Leipziger Linksaußen konnte sich das Phänomen der vier verhinderten Tore wohl auch nicht wirklich erklären. Die Dresdner arbeiten mit diesem Sieg weiter daran das einstige Leipzigtrauma endgültig hinter sich zu lassen! Gebraucht hat es dafür in den letzten Spielminuten keinen Psychologen sondern „nur“ „The Meinlist“.

Beide Mannschaften mussten im Spiel auf wichtige Leistungsträger verzichten, dahingehend herrschte also Waffengleichheit. Die Hausherren wie die Gäste begannen etwas nervös und bauten den einen oder anderen Fehler in ihr Spiel ein. Die Leipziger formierten zunächst wie erwartet eine offensive Deckung, gingen davon aber nach 10 Minuten wieder ab, da die Dresdner immer wieder mit Geduld die Lücken im Deckungsverband der Messestädter fanden. In dem zunächst engen Spiel konnten sich die Dresdner bis zur 14. Minute auf 7:4 absetzten. Dieser Spielstand veranlasste den Leipziger Trainer Löther zu einer Auszeit, um seine Jungs wieder in die Spur zu bringen. Dies gelang, denn nur 2 Minuten später hatten die Leipziger zum 7:7 ausgeglichen, da die Hausherren u.a. zwei leichte Fehler produzierten. HC Elbflorenz 2006 - Jörg ReimannBis zur 30. Minute konnte sich keines der beiden Teams auf mehr als ein Tor absetzen. Jedoch hatten die Leipziger nun ab der 26. Minute leichte Vorteile. Die Dresdner luden in dieser Phase den Gegner zu leichten Toren ein, was die Leiziger zu nutzen wussten und durch ein Tor von Spielmacher Max Berthold 15 Sekunden vor der Pausensirene mit 17:15 in Führung gingen. Die Dresdner reagierten schnell und bekamen nach einem Foul an Vladan Kovanovic einen Strafwurf zu gesprochen, den Jörg Reimann mit dem Pausenpfiff sicher zu 17:16 verwandelte. Der Dresdner Kreisläufer war an diesem Tag einer der Aktivposten im gesamten Spiel. Auf Leipziger Seite war es vor allem der starke David Heinig den die Dresdner nicht in den Griff bekamen.

HC Elbflorenz 2006 - Alexander MatschosIn der 2. HZ änderte sich zunächst nicht viel. Die Leipziger hatten kleine Vorteile und führten mit 18:16 und 19:17. In den nächsten 10 Minuten drückte der Dresdner Halblinke Alexander Matschos allerdings dem Spiel seinen Stempel auf, denn er besorgte alleine 6 der nächsten 8 Dresdner Tore. Insgesamt war er mit 9 Treffern der beste HCE-Torschütze an diesem Tag. So war er entscheidend dafür mit verantwortlich, dass die Dresdner bis zur 42. Minute erstmals seit der 15. Minute wieder mit 2 Toren führten (24:22). In der 45. Minute schien das Spiel durch den Treffer zum 27:24 vom HCE-Halbrechten Dennis Knudsen endgültig in die richtige Richtung zu laufen. Die Leipziger hatten Alexander Matschos mittlerweile in Manndeckung genommen und ließen sich jedoch zunächst nicht abschütteln. Gleich mehrmals retten sich die Leipziger in dieser Phase bei angezeigtem Zeitspiel mit einem Treffer. Das Ergebnis davon war der 27:26 Anschlusstreffer der Gäste 10 Minuten vor Ende der Partie. Martin Petersen besorgte dann auf Seiten des HC mit etwas Glück das 28:26 und Tjark Desler wenig später das 29:26. Den Angriff vor Deslers Treffer hatte Timo Meinl mit einer Doppelparade den Dresdnern das Angriffsrecht zurückerobert. Der Ex-Dresdner Florian Pfeiffer erzielte für die Messestädter das 29:27 und 90 torlose Sekunden später fanden sich die Dresdner in einer Unterzahlsituation wieder. Jetzt kamen die oben schon beschriebenen phänomenalen zwei Minuten des Timo Meinl. Dennis Knudsen setzte aufbauend darauf den Treffer zum 30:27 für den HC Elbflorenz. Damit war das Spiel 2:30 Min. vor Schluss vorentschieden. Der Treffer zum 31:27 durch Martin Kaiser machte den Deckel auf dieses Sachsenderby. Quasi mit der Schlusssekunde kamen die Messestädter noch zum 31:28. Der Rest war Dresdner Jubel und die Gewissheit die Leipziger in der Tabelle wieder überholt zu haben.

HC Elbflorenz 2006 - Dennis KnudsenFazit: In den vier Sachsenderbys dieser Saison gibt es mit drei Siegen und einem Remis mit den Dresdnern einen klaren Gesamtsieger. Dies ist durchaus eine interessante Randnotiz. Für den Rest der Saison wird es interessant sein, ob die Dresdner es schaffen die Leipziger hinter sich zu lassen und damit als das beste sächsische Drittligateam einzukommen. Wie schon im letzten Heimspielderby gegen Pirna bestanden die Dresdner auch diesen Nerventest, den solch ein Derbykonstellation immer mit sich bringt. Dabei trotzen sie auch dem derzeitigen Verletzungspech. Beim nächsten Heimspiel folgt nun der gefühlte Klassiker gegen den HSV Bad Blankenburg.

Tore: Meinl/Balster (beide Tor), Desler 1, Scholz, Hansen, Reimann 6/3, Mertig, Petersen 4, Grießbach, Kaiser 3, Matschos 9, Kovanovic 3, Knudsen 5 HC Elbflorenz 2006 - Martin Kaiser HC Elbflorenz 2006 - Alexander Matschos

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