8. Spieltag: SC Magdeburg Youngsters vers. HC Elbflorenz 32:27 (21:12)

HC wird zur Mannschaft der Extreme

Als die Dresdner auf der Rückfahrt von Magdeburg einen kleinen Zwischenhalt einlegten, hatten sie eine Begegnung mit dem Oberligateam aus Naumburg-Stößen (vor zwei Jahren noch Gegner der Dresdner in der Mitteldeutschen Oberliga). Auf die Frage hin, wie diese an diesem Abend gespielt hatten, antwortete ein mitgereister Naumburger Fan prompt: „Wir haben die 1. Halbzeit total verschlafen“. Den Dresdnern kam diese Antwort schmerzvoll bekannt vor. Dreimal in Folge kam der HC nun in der 1. HZ eines Auswärtsspieles nicht wirklich in die Partie. Dreimal in Folge wurde das letztendlich bestraft.

Spiel SC Magdeburg II vs. HC Elbflorenz 2006Die Partie begann ausgeglichen. Bis zur 8. Minute konnte sich keine Mannschaft absetzen. Die Magdeburger führten zu dieser Zeit mit 5:4. In der Folge konnte die Bundesligareserve aber Schritt für Schritt enteilen. Die Dresdner zeigten sich zunehmend verunsichert. Die Fehler der Gäste nahm vor allem Linksaußen Matthias Musche dankend an. 10 Tore gingen insgesamt auf sein Konto, davon erzielte er alleine 8. Treffer in der 1. HZ. Ihm merkte man die Zweitligareife deutlich an, war er doch vom insolventen Post SV Schwerin nach einem Kurzintermezzo wieder nach Magdeburg zurückgekehrt. Der zweite „Problemfall“ für die Dresdner Abwehr war der für den SC Halbrechts agierende Bert Hartfiel. Er traf ebenfalls 10mal und konnte in der 1. HZ ebenso 8 Treffer erzielen. Die Dresdner Abwehr fand gegen ihn einfach kein Mittel. Über die Stationen 7:5, 12:6 und 17:9, kam die 21:12 Halbzeitführung für überlegene Gastgeber zustande. Die Dresdner selbst bewegten sich gedanklich scheinbar im Kreis. Während die Abwehr auf ein Signal aus dem Dresdner Tor hoffte, hoffte das Dresdner Torpersonal anscheinend auf ein Signal von der Abwehr. Ein handballerischer „Teufelkreis“ den die Magdeburger gnadenlos nutzten und aus dem sich die Mannschaft von Peter Pysall auch nach einer Auszeit nicht befreien konnte. Es musste anscheinend eine längere Auszeit her. Die Zeit zwischen den Halbzeiten bot dazu die Gelegenheit.

Auch wenn im Handball einiges möglich ist, nach der 1. HZ war es schwer an die Wende zu glauben. Noch mal so zu zerfallen wie in Bad Neustadt wollten die Dresdner jedoch auch nicht und so blieb sich die derzeitige Mannschaft der Extreme auch in diesem Spiel treu. Zunächst begann die 2. HZ mit einem Rückschlag, denn HC-Keeper Marcel Balster bekam in der 34. Minuten die Rote Karte, nachdem er beim Versuch einen Konterpass des Gegners abzufangen, etwas zu spät kam und mit einem SC Spieler auf Höhe der Siebenmeterlinie leicht zusammenstieß. Die Dresdner ließen sich aber nicht irritieren und am Ende gewann man die 2. HZ sogar mit 15:11. Natürlich gibt es dafür keine Punkte, aber die Mannschaft bewies wieder, dass sie sich auch immer wieder aus schweren Situationen befreien kann. Außerdem konnte man bei den mitgereisten Fans vielleicht einiges im Blick auf die 1. HZ wieder gerade rücken. Die Akzente im Dresdner Spiel setzte zunächst ein starker Alexander Matschos. Bis zu seiner Auswechslung in der 55. Minute konnte der Halblinke der Dresdner noch 6mal im 2. Spielabschnitt einnetzen. Vor allem in der 1. Hälfte der 2. HZ war es fast ein Privatduell zwischen den Youngsters aus Magdeburg und dem Rückraumkanonier des HC. Aber auch die restliche Mannschaft wusste sich zu steigern z. B. in Person von Rechtsaußen Martin Kaiser. Bei den Magdeburgern selbst zeigten die Akteure aus dem Bundesligakader z. B. Spitzentalent Philipp Weber Aktionen, welche jedes Handballherz höher schlagen ließen, um dann einen Angriff später auch mal mit dem einen oder anderen Kabinettstückchen zu überziehen. Die Dresdner nutzten nun ihrerseits die Fehler der Hausherren, um den Abstand zu verkürzen. Aus einem 30:20 in der 48. Minute wurde innerhalb kurzer Zeit ein 30:24. In den letzten 10 Minuten pendelte sich der Vorsprung zwischen 5 und 6 Toren ein. Mit ein wenig mehr Glück wäre sicher auch noch ein geringerer Abstand drin gewesen. Etwas Zählbares war aber auf Grund der 1. HZ einfach nicht mehr drin.

Die Dresdner dürfen nicht die Mannschaft der Extreme bleiben, ansonsten wandern sie bis zum Ende der Saison auf einem ganz schmalen Grad. Für den sicheren Klassenhalt muss der HC mehr an seiner Konstanz arbeiten. Wie sich die unterschiedlichen Halbzeiten erklären lassen, muss intern ausgewertet werden. Er HC befindet sich weiterhin im Drittligalernprozess und zwar mit allen Höhen und Tiefen. Dieses müssen die Elbflorenzer nun so schnell als möglich hinter sich lassen. Die Magdeburger gewannen das Spiel auf Grund der 1. HZ vollkommen verdient und zeigten vor allem im 1. Spielabschnitt, gestützt auf einen gut aufgelegten SC-Keeper Marcus Hammerschmidt, eine starke Partie. Für die Dresdner kommt jetzt ein spielfreies Wochenende und dann folgt eine ganz wichtige Partie im über 400 km entfernten Pohlheim.

Tore: Möbius, Rudow 3, Scholz 1, Pfeiffer 2, Reimann 6/1, Mertig, Geyer 1, Grießbach, Kaiser 5, Matschos 9, Kovanovic, Balster/Judisch (Tor)

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