30. Spieltag: LHC Cottbus - HC Elbflorenz 32:33 (16:16)

Das längste Spiel der Saison endet mit der längsten Feier der Saison

Soweit es die Dresdner anging wurde nach dem Spiel vor allem gefeiert. Nach dem Spiel in der Spielertraube, dann mit den Fans, weiter im Bus, später im Tanzlokal der Wahl und letztendlich zeitnah im sonnigen Spanien mit wahrscheinlich feinsten deutschen Volksweisen auf den befeuchteten Lippen. Die Dresdner feiern und feierten eine tolle Saison, die mit einem denkbar knappen Sieg in Cottbus auf Platz 10 endete. Doch es gab auch eine andere Seite, denn ein paar Spieler liefen das letzte Mal für den Verein aus der sächsischen Landeshauptstadt auf. In Kürze wird der Verein dazu näheres bekanntgeben.

Die Unterstützung von den Dresdner Anhänger suggerierte teilweise Heimspielstimmung. Am Ende vielleicht der entscheidende Faktor, nicht nur in diesem Spiel. Gleich vorweg, beide Mannschaften lieferten sich an diesem Tag keine Abwehrschlacht. Die 1. HZ begann pünktlich 19 Uhr und endete nach unglaublichen 55. Minuten. Viele Unterbrechungen gab es in diesem über 60 Minuten spannenden Spiel. Die Dresdner starteten mit einem Tor durch Philipp Grießbach. Die Cottbuser glichen postwendend durch Robert Michling zum 1:1 aus. In diesem Rhythmus lief die 1. HZ im Wesentlichen weiter, denn keine Mannschaft konnte sich auf mehr als zwei Tore absetzen. Die Dresdner brauchten in ungewohnter Aufstellung eine Weile um ins Spielen zukommen. Auf den etatmäßigen Spielmacher Matthias Rudow verzichtete man an diesem Tag bspw. ganz. Die Dresdner taten sich zunächst mit der offensiven 4:2 Deckung der Gäste schwer, fanden dann aber im Verlauf der 1. HZ unter Spielführung von Lars Lumpe immer besser ins Spiel. Auf Cottbuser Seite waren es an diesem Tag die stark aufspielenden Marcus Meier und Nick Widera diejenigen die immer wieder Akzente setzten. Beide bekamen die Dresdner über die gesamte Spielzeit nicht in den Griff. Kurz vor der Halbzeitpause vergaben die HCler in Überzahl die Chance aus einer Führung mit zwei Toren einen klareren Vorsprung zu machen. Die Cottbuser nutzten die Dresdner Unzulänglichkeiten und glichen bis zur Halbzeitpause zum aus (16:16). 

In der 2. HZ das gleiche Spiel, beide Mannschaften schenkten sich unter einiger Vernachlässigung der Abwehr weiterhin nichts. Nach dem 20:20 in der 39. Minute durch HC Kreisläufer Jörg Reimann, konnten sich die Cottbuser erstmals im Spiel auf 3 Tore absetzen. Die Dresdner schlugen aber durch Scholz, Knudsen und Reimann zurück und hatten so in der 46. Minute den Ausgleich wieder hergestellt (23:23). Danach blieb die Partie weiter eng. Das 30:30, 31:32 und letztendliche 32:33 erzielte in der Schlussphase Alexander Matschos in Eigenregie, unterbrochen nur vom ersten Treffer des erstmals im Dresdner Dress eingesetzten Tom Hartmann. Damit war er mit 17 Jahren der jüngste Torschütze der noch jungen HC Geschichte in einem Pflichtspiel. Wichtig war außerdem, dass HC Torhüter Jan Resimius in seinem letzten Spiel für den HC in den letzten 10 Minuten noch zwei Siebenmeter entschärfte. Nachdem 32:33 von Alexander Matschos 20 Sekunden vor Schluss, schafften es die Cottbuser sich eine Sekunde vor Schluss noch einen Freiwurf zu erarbeiten. Nick Widera trat an, blieb aber in der Dresdner Mauer hängen. So gewannen die Dresdner am Ende verdient wenn auch knapp, weil sie in der Schlussphase in den entscheidenden Momenten die Big Points machten. Den Cottbusern blieb wie so oft in der Saison viel Anerkennung, aber eben keine Punkte.

Fazit: Die Dresdner gewinnen in Cottbus einen offenen Schlagabtausch in puncto Angriffshandball. Mit 14:6 Punkten und nur einer Niederlage in den letzten 10 Spielen besiegelten die HCler in Cottbus eine tolle Schlussserie, die am Ende einer ereignisreichen Saison die Dresdner als besten Aufsteiger ausweist. Die Drittliga etablierten bisherigen Platzhirsche der Handballregion landen damit einen Platz, drei Punkte und einen Derbygesamtsieg hinter dem HC. Was will man mehr.

Tore: Resimius/Balster, Möbius, Hubald, Scholz 2, Reimann 3/1, Pfeiffer 1, Geyer 2, Mertig 1, Lumpe 6/1, Grießbach 2, Hartmann 1, Matschos 5, Knudsen 8

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