29. Spieltag: HC Elbflorenz - HC Aschersleben 29:29 (14:18)

Ein unglaubliches Spiel – HC schockt um dann zu elektrisieren

Do you believe in Handball? Fast 50 Minuten konnte man am Wochenende in der EVA vom Glauben an den Handball abkommen. Der HC gab zunächst 50 Minuten den „Exsorzisten“, welcher versuchte dem Zuschauer an diesem Tag den Glauben an den Handballsport auszutreiben. Wie also den Glauben zurückholen? Ja, genau, mit etwas Unglaublichem. So, do you believe in Handball (now)?

Fanaktion zum letzten Heimsoiel der Saison des HC Elbflorenz gegen HC Aschersleben

Das erste Wort gebührt den Dresdner Fans, welche ihrer Mannschaft den Glauben an sich selbst mit einem emotionalen Moment vor dem Spiel einimpfen wollten, indem sie übergroße Schriftafeln mit allen Spitzennamen der Mitglieder der 1. Mannschaft in die Höhe streckten. Im Dresdner Handballsport wohl bisher etwas Einmaliges. Beeindruckend! Danke!!!

Natürlich stand die Frage im Raum, wie haben die Dresdner Spieler die vielen vielen Wochen der Anspannung und dann die erste Woche nach dem Klassenerhalt verarbeitet? Der Beginn des Spieles gelang den Dresdnern zunächst, denn zuerst eroberte das Team in der Abwehr den Ball und netzte ihn nur wenig später per Matthias Hubald vom Kreis im gegnerischen Gehäuse ein. Das sollte die einzige Führung für die Dresnder im Spiel bleiben und Matthias Hubald für lange Zeit auch der einzige Lichtblick. Er traf in der 1. HZ viermal. Was der HC danach bis zur 50. Minute zeigte war erst Pech und dann über weite Strecken Quälerei. Man quälte sich selbst, das Trainerteam und die Zuschauer mit Ideenlosigkeit, einer indisponierten Abwehr sowie dem vergeben klarster Chancen. Dabei war bis zur 8. Minute auch Pech im Spiel, denn in den Angriffen zuvor hatte der HC gleich dreimal den Pfosten statt ins Tor getroffen. Im Anschluss verloren die Hausherren aber immer mehr den Faden. Der HC Aschersleben agierte gut und setzte sich nach und nach ab. Die Alligatoren konnten im Prinzip schalten und walten wie sie wollten und so pegelte sich der Vorsprung der Gäste zwischen der 15. und 30. Minute immer auf 4 bis 6 Tore ein. So sehr sich die Dresnder auch mühten, sie bekamen keinen Zugriff auf dieses Spiel. Die Konsequenz war der 14:18 Halbzeitrückstand. 18 Gegentore zur Halbzeit, waren Ausdruck für die bis dato schwache Leistung der Dresdner. Weder Abwehr noch Torhüter fanden wirklich ins Spiel.

Bis in die 50. Minute hinein sollte sich am Spielverlauf nur im Angriff etwas ändern, denn die Dresdner agierten jetzt besser und hatten in Jörg ReimannHC Elbflorenz Kreisläufer Jörg Reimann am Kreis erneut einen starken Vertreter seiner Zunft. Die zwei Strafwürfe die sich der Dresdner Kreisläufer neben seinen beiden Toren erarbeitete, verwandelte HC Spielmacher Matthias Rudow
eben so nervenstark, wie zwei weitere Siebenmeter. Von eben diesem Rudow wird noch zu sprechen sein. In der Folge streckte sich die Mannschaft von Peter Pysall nach diversen Strohhalmen, um die Partie noch zu drehen. Jedoch immer wenn man glaubte sie haben einen, folgten unnötige Fehler oder ein Fehlwurf und die Hoffnung war dahin. Als in der 50. Minute der Ascherslebener Patri Krok das 26 Tor für die Gäste erzielte, standen für die Dresdner gerade einmal 20 Treffer an der Anzeigetafel. Das die Anzeigetafel angesichts des Dresdner Spieles an diesem Tag hin und wieder die Mitarbeit versagte, ist durchaus nachzuvollziehen. Was nach dem 20:26 folgte, kann man wohl als DAS HC-Comeback der Saison bezeichnen. Zunächst traf man dreimal in Folge durch Reimann, Geyer und Mertig. Gleich anschließend vergaben die Dresdner zwei Konterchancen. Beim HC Aschersleben spielte jetzt fast nur noch der Halbrechte Veta Mindaugas und das sehr erfolgreich. Er besorgte das zwischenzeitliche 24:27, nachdem die Gäste über 4 Minuten ohne Tor geblieben waren. Jetzt begannen die Minuten von Spielmacher Matthias Rudow. Er stellte mit drei Treffern in Folge, davon einer vom Siebenmeterpunkt, in der 57. Minute den 26:27 Anschlusstreffer her. Die Dresdner Fans gaben alles und spätestensHC Elbflorenz Spielmacher Matthias Rudow beim 28:28 Ausgleich durch einen Schlagwurfhammer von Matthias Rudow, kochte die Halle.

Zwischendurch hatten Mindaugas für den Gegner und Matschos für den HC getroffen. Bei der Mannschaft aus Sachsen Anhalt wurde die Zitterhand immer stärker. Jedoch gelang es der Mannschaft von Trainer Jörg Neumann trotz angezeigtem Zeitspiel das 28:29 zu erzielen. Torschütze war wieder Veta Mindaugas, wer auch sonst. Zu diesem Zeitpunkt waren noch 40 Sekunden zu spielen und HC Trainer Pysall nahm die Auszeit. Die Dresdner spielten in der Folge die Zeit gut herunter und erhielten 3 Sekunden vor Schluss noch einen Freiwurf. Diesen setzte der sich von Minute zu Minute steigernde Alexander Matschos in die von ihm aus gesehen linke Ecke des Tores, nachdem er das ganze Spiel zuvor die rechte Seite als seine Abonementecke erwählt hatte und damit immer mal wieder am starken Ascherslebener Keeper Andreas Böhm gescheitert war.

Fazit: Ja, es war der Wahnsinn. 50 Minute lang konnte man wahnsinnig werden, ob der gezeigten Leistung des HC. Und wer nach 50. Minuten noch nicht wahnsinnig war, dem zeigte der HC 10 letzte unglaubliche Minuten, die jeden HC Fan in der Halle dann vollends in den Wahnsinn trieben. Man kann und will die schwache Leistung des HC über weite Strecken der Partie nicht wegdiskutieren. Welchen Charakter die Mannschaft hat, zeigte sie jedoch am Ende.

Tor: Resimius/Balster (Tor), Hubald 4, Rudow 10/4, Scholz 1, Pfeiffer, Reimann 2, Mertig 2, Geyer 1, Lumpe 1, Grießbach, Matschos 7, Kovanovic 1, Knudsen

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