23. Spieltag: SV Anhalt Bernburg vers. HC Elbflorenz 29:29 (14:17)

Punktgewinn in emotionaler Partie - HC holt Remis in Bernburg

Wer schon mal in Bernburg gespielt hat, kennt die Atmosphäre in der Bruno Hinz Halle und muss auch geflissentlich weghören können. Wer es dann noch schafft das Draußen, Innen in Motivation umzuwandeln, hat in Bernburg eine Chance, denn umzuwandeln gibt es ausreichend. Dem HC gelang die Balance zwischen weg- und zuhören an diesem Tag. Bei allen Emotionen, auch auf Dresdner Seite, war am Ende dieser geglückte Balanceakt ein sehr entscheidender Faktor.

Die Dresdner begannen gut. Zwar musste man das 0:1 per Strafwurf hinnehmen, allerdings blieb man dem SV Anhalt Bernburg zunächst nie eine Antwort schuldig. Die ersten Tore der Dresdner fielen allesamt über die Schnelle Mitte oder die Zweite Welle. Der SV Anhalt konnte sich nicht auf das schnelle Spiel der Dresdner einstellen. Die Dresdner dafür ihrerseits in der 1. HZ nicht auf das Kreisspiel des SV. Bis zum 4:4 legten die Bernburger immer ein Tor vor und der HC legte nach. Durch Tore von Vladan Kovanovic und Alexander Matschos in der 6. und 7. Minute führten die Dresdner erstmals 4:6. Nach dieser ersten 2-Toreführung der Gäste reagierte die Bank der Hausherren und nahm eine Auszeit. Von da an bestimmten die Dresdner trotzdem immer leicht das Geschehen. Zwischendurch folgte der erste Aufreger der Partie. Der Bernburger Aufbauspieler Kilian Kraft erhielt in der 9. Minute eine direkte rote Karte nachdem er dem Dresdner Linksaußen Vladan Kovanovic mit einem Gesichtstreffer gestoppt hatte. Die Emotionen kochten hoch, doch die Dresdner blieben ruhig. Klar war ab diesem Zeitpunkt, dass die Halle den Druck noch einmal erhöhen würde. Zunächst ließen sich die Dresdner davon aber nicht beeindrucken und so schwankte der Vorsprung des HC zwischen einem und zwei Toren. In Richtung Halbzeit konnten sich die Dresdner dann durch Treffer des gut aufgelegten Alexander Matschos und einem verwandelten Strafwurf durch Jörg Reimann auf 14:17 absetzen.

Der HC begann die 2. HZ noch besser als den 1. Spielabschnitt. Marcel Balster im HC Tor parierte gleich den ersten Ball der Bernburger und Vladan Kovanovic und Denis Kundsen legten noch zwei Tore auf die Halbzeitführung drauf. Damit führten die Gäste erstmals mit 5 Toren (19:14). Zwischen der 32. und 43. Minute kamen die Hausherren jedoch mit Macht zurück ins Spiel. Die Halle erreichte beim 23:22 für die Hausherren in der 43. Min. endgültig den Siedepunkt. Maßgeblich an der Aufholjagd beteiligt war SV Spielmacher Steffen Cieszynski, welcher an diesem Tag, wenn auch manchmal mit viel Glück, 14 Tore erzielte. Er spielte an diesem Tag häufig den Alleinunterhalter auf Seiten der Heimsieben. Der HC machte in dieser Zeit einfach ein paar leichte Fehler zu viel. Die Bernburger hatten außerdem auf eine kurze Deckung auf den gut aufgelegten Alexander Matschos umgestellt. Der HC zeigte in seinen spielerischen Antworten darauf Licht und Schatten. Spätestens als Vladan Kovanovic zum 23:23 ausglich, waren die Dresdner aber wieder zu 100 % im Spiel und der Krimi in der Bruno Hinz Halle ging auf eine 15-minütige Zielgerade. Jetzt wechselte die Führung regelmäßig und keine Mannschaft konnte sich mehr als ein Tor absetzen. Für die Bernburger waren Steffen Cieszynski und Frank Grohmann die Protagonisten der letzten Minuten. Auf Seiten der Dresdner war es Außen Vladan Kovanovic, der nervenstarke Jörg Reimann vom Siebenmeterpunkt sowie die Aufbauspieler Florian Pfeiffer und Alexander Matschos. Letzterer erzielte 6 Sekunden vor Schluss den 29:29 Endstand. Die Dresdner hatten wenige Sekunden vorher mit Mathias Rudow den siebten Feldspieler gebracht. Der Spielmacher der Dresdner brachte dann auch Alexander Matschos zum letzten Treffer des Spieles in Position. Nach dem Abpfiff kochten die Emotionen erneut hoch, da der SV Anhalt sich nach einem Treffer nach der Schlusssirene als Sieger wähnte. Die Schiedsrichter berieten sich kurz mit dem Kampfgericht und es stand fest, der Treffer des SV zählte nicht mehr. Den Dresdner wurde geraten zunächst in die Kabine zu gehen. Der Ordnungsdienst hatte alle Hände voll zu tun. In der Kabine wurde dann ausgiebig gefeiert.

Die Punkteteilung geht so in Ordnung, auch wenn die Dresdner an diesem Tag über einen längeren Zeitraum als die Bernburger die bessere Mannschaft waren. Man hätte auch ohne Punkt dastehen können. Von der Hektik auf den Rängen ließ man sich nur kurzeitig anstecken und das war ein Schlüssel zum Erfolg. Mit dem Punkt in Bernburg sind die Dresdner seit 3 Spielen ungeschlagen und das mit zwei starken Auswärtsremis in Rimpar und nun Bernburg. Erneut sendet der HC mit dem Punktgewinn ein deutliches Signal an die Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt.

Tor: Resimius/Balster (Tor), Möbius, Hubald 1, Rudow 2, Scholz 3, Pfeiffer 1, Reimann 5/4, Mertig 1, Lumpe, Grießbach 1, Matschos 7, Kovanovic 4, Knudsen 4

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