17. Spieltag: HC Elbflorenz vers. Dessau Roßlauer HV 06 29:30 (13:14)

HC erneut knapp geschlagen – 5. Niederlage in Folge

Das ganze Leben besteht im Prinzip aus Erfahrungen. Selbst scheinbar intuitive Entscheidungen basieren auf Erfahrung. Natürlich kann man auch nach fünf Niederlagen nicht alles in einem Satz analysieren, jedoch scheint beim HC der Faktor Erfahrung auf dem Spielfeld in den entscheidenden Situationen derzeit zu oft zu wenig zu greifen. In diesem Sinne mussten die Dresdner erneut die Erfahrung machen, nach dem Spiel niedergeschlagen ohne Punkte am Spielfeldrand zu stehen.

Das Spiel beginnt und die Dresdner Zuschauer machten ihrerseits eine schon häufig gemachte Erfahrung! Die Mannschaft des HC kommt schwer ins Spiel. Der Gegner aus Dessau besser! Die Landeshauptstädter kommen bis zur 25. Minute (9:13) nicht wirklich richtig in Schlagdistanz. Vor allem der Dessauer Halbrechte Lukas Krug bringt seinen unkonventionellen Stil immer wieder durch und erzielt an diesem Tag 8 Tore. Er und nicht der 10fache Torschütze Robert Lux ist an diesem Tag der entscheidende Dessauer Erfolgsgarant. Das die Dresdner zu diesem Zeitpunkt noch zurückliegen, liegt im HC-Angriff vor allem an der Chancenverwertung in der Anfangsviertelstunde. Andreas Sprecher im Tor der Dessauer hat zu Beginn oft keine Probleme die Bällen zu entschärfen, dazu kamen mehrere Pfostenwürfe. Mit der Einwechslung von Florian Pfeiffer auf die HC Spielmacherposition drehte sich dann die Sache langsam aber sicher etwas. In der 26. Minute erzielt er den Treffer zum 10:13 und legte nach Treffern von Matschos und Hubald 18 Sekunden vor Ende der 1. HZ das 13:13 nach. Den Dessauern gelingt allerdings durch Lukas Krug fast mit dem Pausenpfiff das 13:14. Der "Krug" ging also an diesem Tag immer wieder zum Wasser ohne zu brechen!

Wofür hat man denn so einen Shooter wie bspw. auf Seiten der Bauhaustädter Robert Lux. Genau für Situationen wie zu Beginn der 2. HZ. Die Dessauer kommen etwas ins schwimmen und müssen häufig in Unterzahl agieren. Bis zum 20:20 in der 39. Minute zieht Dresden daraus allerdings kein größeres Kapital, denn die Treffer 15, 17, 18, 19 und 20 besorgt der gebürtige Dresdner Lux im Alleingang für den DHRV. In der 2. HZ machten die Zuschauer schon wieder eine häufig gemachte Erfahrung. Die Dresdner beißen sich rein, lassen sich auch durch die zwischenzeitliche One-Men-Show des Robert Lux nicht irritieren und führen in der 48. Minute mit 26:23. Also noch knapp 10 Minuten zu spielen, dass Publikum geht super mit und der HC hält alle Karten für einen Sieg in der Hand. Vorher hatten vor allem der kaum zu stoppende Florian Pfeiffer (6 Tore) und der an diesem Tag mit den 10 Toren überragende Dennis Knudsen die Dresdner im Spiel gehalten. Das beide für ihre 16 Treffer nur 20 Versuche brauchen ist um so bemerkenswerter. Auch deswegen schaut man nach dem Spiel auf das Protokoll und fragt sich: Wie kann das sein? Jeder eingesetzte Spieler trifft, dazu noch zwei überragende Akteure und es langt trotzdem nicht. Ja, diese Zahlen sind eine komplexe Sache wenn es darum geht sie mit menschlichem Handeln in Beziehunng setzen. Also eine Ursachenforschung in der Schlussphase mit Zahlen und Menschen: Den 3-Tore-Vorsprung geben die HC-Spieler (Menschen) innerhalb 150 Sekunden unnötig schnell wieder ab. Dazu erzielt man in den letzten 5 Minuten kein Tor mehr, trifft überhastete Entscheidungen und lässt außerdem die letzte Chance zum eventuellen Ausgleich im letzten Angriff liegen, weil man den menschlichen Kopf unten statt oben hatte. Ursachenanalyse beendet!

Den Dessauern reicht biederer, andere würden sagen abgezockter Handball, um in Dresden verdient zu gewinnen. Im Umkehrschluss muss man sich in Dresden natürlich Gedanken machen, wie das geht. Die Dresdner kämpfen, haben Akteure mit Sahnetag in ihren Reihen und es reicht wieder nicht. Der HC steht auch deshalb immer noch knapp vor den Abstiegsrängen, weil er gerade in eigener Halle bisher zu viele Punkte abgegeben hat. Insgesamt konnte man von 13 wirklich knappen Spielen nur zwei gewinnen. Diese Statistik zeigt einerseits, dass die Dresdner in der oft entscheidenden Phase des Spieles zu oft den Kürzeren ziehen. Es zeigt aber auch, dass die Mannschaft absolut mithalten kann, was das Niveau der Liga betrifft. Außerdem zeigt es, die Mannschaft ist intakt. Jetzt gilt es in den entscheidenden Phasen der Spiele gemachte Erfahrungen besser zur Geltung zu bringen und zwar in Richtung Sieg! Es ist noch alles drin!

Gedankt sei an dieser Stelle den Fans für die tolle Unterstützung. An euch hat es natürlich nicht gelegen!

Tore: Möbius, Hubald 1, Rudow 1, Scholz 1, Pfeiffer 6, Reimann 4/3, Geyer 1, Grießbach 2, Kaiser 1, Matschos 2, Kovanovic, Knudsen 10, Tor: Balster/Resimius 

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