15. Spieltag: HC Elbflorenz vers. LHC Cottbus 29:30 (13:19)

HC verliert letztes Hinrundenspiel

Der HC macht sich derzeit als Aufbauhelfer einen Namen in der 3. Liga Ost.  Wenn eine Mannschaft in Not ist, z. B. Pirna, Aschersleben oder Cottbus, die Dresdner helfen (jedenfalls derzeit). Die dritte Niederlage in Folge bringt den Dresdnern nun nach der Hinrunde mit 12:18 Punkten den 12. Tabellenplatz. Das ist genau ein Punkt über dem Strich, das bedeutet also über den Abstiegsplätzen. Zufrieden kann man derzeit damit nicht sein, auch wenn die Dresdner von Platz 9 bspw. nur ein Punkt trennt und die Liga weiterhin im Mittelfeld sehr eng ist. Die 12 Punkte bieten allerdings auch noch alle Möglichkeiten am Ende auf einem Nichtabstiegsplatz zu landen, denn die halbe Liga befindet sich im Abstiegskampf.

Die Partie begann zunächst ganz passabel für die Dresdner. Die Deckung stand gut und der LHC konnte bis zur 4. Minute keinen Treffer im Dresdner Tor unterbringen. Das sollte sich aber schnell ändern, denn als die Cottbuser den ersten Treffer setzten, folgten noch 18 weitere und zwar fast im Minutentakt. Vor allem den LHC Aufbauspieler Robert Takev (insgesamt 10 Tore) bekam man zu keiner Zeit der Partie in den Griff. Die Hausherren bekamen im 1. Durchgang insgesamt keinerlei Zugriff auf den Cottbuser Angriff. In der Abwehr agierte der LHC mit der mittlerweile schon Liga-traditionellen kurzen Deckung gegen Alexander Matschos. Die Dresdner fanden auch hier bis zur Einwechslung des zurückgekehrten Spielmachers Mathias Rudow kein durchgehendes Konzept, um die kurze Deckung gegen den Dresdner Shooter spielerisch für sich nutzen zu können. Der erst seit 3 Tagen wieder im Training befindliche Rudow brachte dann etwas mehr Struktur ins HC Spiel. Er konnte aber auch nicht verhindern, dass der LHC teilweise mit 7 Toren (10:17) führte. Am Ende waren es 19 Treffer für den LHC, denen die Hausherren nur 13 eigene entgegenzusetzen hatten.

Die 2. HZ war wieder eine der fast schon typischen HC-Halbzeiten, aber eben ohne Happy End. Der ins Tor gewechselte Roman Judisch entwickelte sich mit über 40 Prozent gehaltenen Bällen zu einem starken Rückhalt. Die umgestellte offensivere Abwehr bekam nun endlich besser Zugriff auf die Cottbuser Spieler. Eines änderte sich jedoch nicht, die Cottbuser spielten den besseren Handball. Zunächst blieb das Spiel bis zur 41. Minute noch ausgeglichen, dann übernahmen die Dresdner vor allem durch starke individuelle Einzelleistungen die Initiative. Über die Stationen 20:22, 23:24 und 24:25, konnte der HC in der 50. Minute in Person von Sebastian Geyer erstmals seit der Anfangsphase wieder ausgleichen (25:25). Vorher hatte Roman Judisch einen Konter und einen weiteren Wurf der Gäste entschärft. Das Spiel zeigte aber auch, die junge Cottbuser Mannschaft hat dazu gelernt und die Dresdner übernahmen dafür auch noch die Patenschaft. Als es in die entscheidende Phase ging, blieben die jungen Gäste weitestgehend ruhig und das im Gegensatz zu den erfahreneren Dresdnern. Die Hausherren streuten in der 51., 52.  und 54. Minute noch jeweils einen technische Fehler ein, was am Ende die Niederlage endgültig besiegelte. Das Alexander Matschos 10 Sekunden vor Schluss die Chance zum Ausgleich per Parade des LHC-Keepers vergab, bleibt eigentlich nur eine Randgeschichte, denn der Punkt wäre ein glücklicher gewesen.

Peinlich ist die Niederlage gegen den Tabellenletzten aus Cottbus nicht, denn jenes würde den Respekt vor der Leistung des Gegners vermissen lassen. Nachdenklich stimmt einen die Niederlage jedoch. Die Dresdner gehen gerade rückwärts in ihrer Entwicklung. Man war schon mal weiter. Bei jungen Mannschaften wie dem LHC, mag die „einen Schritt zurück und dann zwei nach vorn Taktik“ normal sein, die Dresdner sind aber keine junge Mannschaft. Nach 15 Spieltagen sollte man auch als Aufsteiger in der Liga angekommen sein. Sicher hat die Mannschaft gekämpft um das Spiel noch umzubiegen, handballerisch läuft derzeit aber zu wenig zusammen. Das man sich strecken muss um in der Liga zu bleiben war den Dresdnern vor der Saison bewusst, das man sich strecken muss um den LHC Cottbus besiegen wurde immer wieder angemahnt. Die Weihnachtspause ist vielleicht nicht das schlechteste für den HC, denn es heißt sich wieder sammeln. Das derzeitige Dresdner Helfersyndrom sollte der HC im Jahr 2012 lassen. Die Mannschaft sollte sich so schnell als möglich selber helfen. 15 Spieltage bleiben noch für den Klassenerhalt.

Möbius 1, Hubald 2, Scholz 2, Pfeiffer 2, Reimann 6/5, Geyer 1, Grießbach 1, Kaiser 1, Matschos 6, Judisch/Balster beide Tor

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