13. Spieltag: ESV Lok Pirna vers. HC Elbflorenz 26:24 (15:10)

Schwache Angriffsleistung bringt Derbyniederlage

Zunächst geht der Dank an die zahlreichen Dresdner Fans, die eine unglaubliche Stimmung verbreitet haben. Die vielleicht 4fache Überzahl der Heimfans war teilweise nicht in dieser akustischen Überzahl wahrzunehmen. Super! Die Mannschaft hätte sich für diese tolle Unterstützung gerne mit 2 Punkten bedankt. Jedoch ohne wenn und aber, die Niederlage für den HC Elbflorenz im Derby gegen Pirna geht so in Ordnung. Daran ändern auch die Ausfälle von Mathias Rudow, Philipp Grießbach und Jan Resimius nichts. Der Rahmen für das Spiel war mit einer pickepackevollen Halle auf dem Sonnenstein wirklich hervorragend und die Pirnaer sollten an diesem Tag mit dem Gratwohl-Faktor das am Ende entscheidende Plus auf ihrer Seite haben.

Den ersten Treffer im Spiel setzte Lok Linksaußen Dusan Milicevic. Der erste Dresdner Angriff brachte nichts ein und die Hausherren verwandelten in ihrem zweiten Angriff den ersten ihrer insgesamt sieben Siebenmeter. Die Dresdner ihrerseits erzielten ihr erstes Tor durch Alexander Matschos und legen einen Angriff später das 2:2 durch Jörg Reimann nach. In der Folge blieb das Spiel ausgeglichen ohne wirklich eine Klassepartie zu sein. In der 22. Minute stand es 9:9 und es war ein Spiel auf Augenhöhe. Beide Mannschaften leisten sich allerdings immer wieder Fehler und hatten Probleme ihr Angriffsspiel zu entwickeln. Während die Dresdner aber, was das Angriffsspiel angeht in der ganzen Partie keine positive Entwicklung durchmachten, hatten die Hausherren aus Pirna in den letzten acht Minuten der 1. HZ ihre beste Phase im Spiel. Im Rückblick eine der entscheidenden Phasen, auch wenn der HC in der 2. HZ noch einmal aufkam. Die Pirnaer legten zwischen der 22. und 29. Minute einen 5:0-Lauf hin und führten knapp eine Minute vor der Halbzeitpause 14:9. Die Dresdner leisteten sich in dieser Zeit zu viele leichte Fehler. Des Weiteren scheiterte sie auch immer wieder am sehr gut aufgelegten Sven Grathwohl im Tor des ESV. Er machte an diesem Tag einfach den Unterschied. Bis zur Halbzeitpause blieb der Vorsprung bestehen und die Dresdner gingen mit 5 Toren Rückstand in die Pause (15:10).

Besser aus der Pause kamen zunächst die Dresdner. Florian Pfeiffer traf zum 15:11 und 15:12 und der ESV ließ seinen einzigen Siebenmeter an diesem Tag liegen. Zunächst blieb der Abstand konstant bei 3 bis 4 Toren. Die Dresdner hätten allerdings schon zu Beginn der 2. HZ die Chance gehabt, wieder besser ins Spiel zu kommen. So brauchte der Gast gut 10 Minuten um die sich bietenden Chancen anzunehmen. Die Abwehr stellte die Lok-Mannschaft jetzt zunehmend vor Probleme und im Angriff konnte der HC an diesem Abend für fünf Minuten am Stück erfolgreich agieren. Das reichte um zwischen der 40. und 45. Minute aus einem 18:14 ein 18:18 zu machen. Die Dresdner waren trotz einer vor allem sehr durchschnittlichen Angriffsleistung wieder im Spiel. Wenig später bot sich eine Gelegenheit das Spiel zu drehen. Pirna war im Angriff und bekam Zeitspiel angezeigt. Der HC konnte allerdings das Tor zum 19:18 durch Nils Jürschke nicht verhindern und der ESV hatte sich zunächst aus dieser kniffligen Situation befreit. In der Folge schafften die Dresdner nicht den Ausgleich zum 19:19, sondern kassierten neben einer Zweiminutenstrafe durch Alexander Matschos auch das 20:18 durch den ESV Spielmacher Jiri Boucek. Vladan Kovanovic erzielte jedoch im Gegenangriff trotz Unterzahl den 20:19 Anschlusstreffer für den HC und die Landeshauptstädter waren immer noch im Spiel. Selbst beim 24:20 für den ESV in der 54. Minute war das Spiel noch nicht entschieden. Das war u. a. ein Verdienst des in das HC Tor gewechselten Roman Judisch, der in den letzten knapp 10 Minuten noch 6 Paraden zeigte. Beim 24:22 in der 57. Minute kam es dann wohl zur entgültig vorentscheidenden Szene des Spieles. Roman Judisch parierte einen Ball, der zurückspringende Ball konnte vom ESV Kreisläufer Gasper Martinc unter Kontrolle gebracht werden und wurde zum 25:22 für die Hausherren versenkt. Zwar erzielen die Dresdner bei noch ca. zwei Minuten Spielzeit noch das 25:23, leisten sich aber nach Ballgewinn auf dem Weg zum möglichen 25:24 einen Fehlpass. Die restliche Spielzeit brachte noch jeweils einen Treffer für die Gast- wie die Heimmannschaft und das Spiel endet 26:24.

Fazit: Die Heimmannschaft hat ihre erste richtige Drucksituation in der Saison bestanden, weitere werden mit Sicherheit folgen. Das der ESV trotz des Sieges die Abstiegsplätze nicht verlassen konnte, zeigt auch wie eng es in der Liga zugeht. Nach diesem Spieltag ist auch klar, in der Verlosung um den dritten Abstiegsplatz sind noch nahezu Zweidrittel der Liga. Keiner kann sich sicher sein. Im Blick auf den HC bleibt festzuhalten, die gezeigte Leistung im Angriff war einfach zu wenig, um die Punkte aus Pirna mitzunehmen. Ohne Frage hat die Mannschaft gekämpft und sich zu keiner Zeit aufgegeben, aber dies reichte an diesem Tag nicht. Der Gegner hatte an diesem Tag in Sven Grathwohl seinen überragenden Protagonisten. Der HC hatte einen solchen nicht vorzuweisen. Die Dresdner müssen nach einem kommenden spielfreien Wochenende zusehen, dass sie die Hinrunde erfolgreich zu Ende bekommen. Dabei muss das Team von Peter Pysall noch besser lernen den wahrscheinlich längeren Ausfall von Spielmacher Mathias Rudow zu kompensieren, als das in Pirna der Fall war. Die Mannschaft hat das Potenzial dazu und auch gar keine andere Wahl.

Tore: Möbius, Matschos 5, Hubald 1, Reimann 1, Kaiser 1, Scholz 2, Pfeiffer 2, Lumpe 2, Mertig 3, Kovanovic 3, Geyer 4, Balster/Judisch (beide Tor)

 

 

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