10. Spieltag: HC Elbflorenz vers. HSG Gensungen-Felsberg 26:27 (12:15)

Über 60 Minuten dem Gegner zu viele Angebote gemacht

Als der Schreiber dieses Berichtes ein rosa statt einem weißen Hemd für den Spieltag aus der Waschmaschine zog, als er in der entscheidenden Phase des Spieles statt einem benötigten grünen Leibchen ein blaues für den siebten Feldspieler bereithielt und als er später nach dem Spiel vor der eigenen Wohnung mit dem ersten Schritt aus dem Auto direkt in die Hinterlassenschaften eines Hundes trat, hatte sich der Kreis geschlossen. Was den Spielern des HC vor oder nach dem Heimspiel gegen die HSG Gensungen-Felsberg wiederfuhr ist nicht bekannt. Im Spiel hatte die Dresdner Mannschaft allerdings einen dieser sogenannten gebrauchten Tage, ähnlich wie der Schreiberling vor, während und nach dem Spiel.

Die Führung der Dresdner zum 1:0 durch Alexander Matschos und zum 2:1 durch  Philipp Grießbach, sollten die einzigen Führungen der Dresdner im Spiel bleiben. Konstant blieb bei den Dresdnern diesmal nur eines: Fehler zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Die Gensunger brauchten etwas mehr als vier Minuten um gegen die an sich gut stehende Dresdner Deckung ein Tor zu werfen. Es musste schon ein Siebenmeter her um ein Tor zu erzielen. Die ersten Tore aus dem Spiel besorgte für die Gäste Kevin Trogisch, Kevin Trogisch und Kevin Trogisch (2:2, 2:3, 2:4). Eben dieser Trogisch besorgte auch noch das Tor zum 4:6 und stellte dann nach zehn Minuten das Tore werfen ein. Daneben prägte vor allem HSG Mittelmann Steffen Untermann die 1. HZ. Entweder führte er klug Regie oder er verwandelte sicher alle vier Strafwürfe, welche den Gensungern und Felsbergern in der 1. HZ zugesprochen wurden. Auffällig beim HC war im positiven Sinne eigentlich nur Sebastian Geyer mit vier Treffern. Auffällig war aber auch noch etwas anderes: Es wurden einfach zu viele klare Chancen ausgelassen. Darunter drei Konter (zwei alleine in den ersten fünf Minuten der Partie), ein Siebenmeter und zwei wirklich gute Chancen aus der Schnelle Mitte. Darüber hinaus schafften es die Dresdner nicht Konstanz in ihr Positionsspiel zu bringen. Zu viel blieb Stückwerk. Acht Technische Fehler taten ihr übriges. Die HSG Gensungen Felsberg musste nicht wirklich 100 Prozent abrufen um zur Halbzeit mit 12:15 zu führen. Die Führung hätte durchaus höher ausfallen können, hätte nicht Marcel Balster im Tor der Sachsen die letzten drei und teilweise freien Würfe der HSG gehalten.

Die Dresdner gestalteten die 2. HZ nach einem für die Zuschauer unerträglichen Jo-Jo-Konzept. Mann kam ran, man glich aus, man lag zurück, man kam ran usw.. Die Gensunger spielten auch in der 2. HZ ihren Stiefel runter und ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Dresdner kämpften, aber an diesem Tag war die Diskrepanz zwischen den spielerischen und kämpferischen Momenten einfach zu groß. Lichtblick in der 2. HZ war auf Dresdner Seite vor allem Mathias Hubald. Er zeigte eine starke Abwehrleistung und tat alles dafür, dass der HC im Angriff immer wieder Chancen bekam das Spiel umzubiegen. Als Alexander Matschos in der 44. Min. zum 20:20 ausglich und wenig später gleiches noch einmal beim 21:21 tat, hätte es eines dieser bisher typischen HC Spielen werden können. Als dann noch beim 21:22 Torhüter Roman Judisch einen Siebenmeter hielt und die Dresdner im Gegenangriff eine Strafwurf zugesprochen bekamen, schien weiterhin alles möglich. Jedoch vergaben die Dresdner den Strafwurf und kassierten das 21:23. Dem 22:23 durch Jörg Reimann folgte eine Zweiminutenstrafe für die Gastgeber. Die Mannschaft aus Gensungen und Felsberg nutzte die Überzahl und zog durch zwei Tore von Christian Grabow auf 22:25 davon. Immer noch waren jedoch mehr als sieben Minuten zu spielen. Die Dresdner ließen nicht locker und hatten sieben Sekunden vor dem Ende tatsächlich noch die Chance zum Ausgleich. Der Dresdner Spielzug gelang fand aber nicht den erwünschten Abschluss. Eine zusätzliche Dresdner Anspielstation wurde durch das oben schon angesprochenen Farbenspiel verhindert. Stahl im Gehäuse der Gensunger hielt und der HC hatte sein erstes Heimspiel verloren und zwar verdient.

Das es im 5. Heimspiel die erste Niederlage für den HC gab, ist fast schon marginal. Die gezeigte spielerische Leistung hatte an diesem Tag keinen Sieg der Dresdner verdient. Dem Gast aus Hessen reichte eine zumeist abgeklärte durchschnittliche Leistung mit zwei starken Torhütern, um die zwei Punkte aus Dresden zu entführen. Bei Heimspielen des HC sollte einem Gegner eigentlich solch eine Leistung nicht reichen. Die Dresdner sind nach dem Auswärtssieg in Pohlheim hart gelandet und verpassten die Chance noch mehr Punkte zwischen sich und die Abstiegsränge zu bringen. In diesem Sinne konnten die Punkte aus Pohlheim nicht vergoldet werden. Trotz der Niederlage muss man auch kurz innenhalten und daran erinnern, dass es beim Aufsteiger in Dresden in dieser Spielzeit nicht um Gold geht, sondern um den Klassenerhalt. In diesem Sinne heißt es das Spiel auszuwerten, daraus zu lernen und im nächsten Auswärtsspiel in Auerbach wieder anzugreifen.

Tore: Möbius 4, Hubald 2, Rudow 2, Matschos 4, Reimann 2, Mertig 1, Geyer 6, Lumpe 1, Grießbach 3, Kaiser 1, Scholz, Kovanovic, Balster/Judisch (beide Tor)

 

 

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