Nervenspiel und Handballfest – Dresden gewinnt beim LHV

Enttäuschte Gesichter sah man nach dem Spiel eher selten. Zumindest galt das für die, die in der Halle weilten, egal ob LHVer, Dresdner oder Neutraler. Wie die Gesichter nach Beendigung der computergestützten Spielüberwachung in angrenzenden Bundesländern aussahen, wissen wir natürlich nicht. Ansonsten lässt sich das Erlebte nur mit einem Wort beschreiben: Wahnsinn! Der „Spieltags-Oskar“ geht an ...das Spiel LHV Hoyerswerda vs. HC Elbflorenz vom 17. März 2012! Eines war vor dem Spiel schon klar, nach der Hinspielniederlage der Elflorenzer, der guten Saison des LHV sowie der Platzierung des HC und dem immensen Zuschauerandrang: Es wird für beide Teams ein Nervenspiel im Sachsenderby. Genau das angesprochene Spiel mit den Nerven wurde es dann auch, in einer Begegnung, in der sich keine Mannschaft über 52 Minuten mehr als 2 Tore absetzten konnte und auf den Rängen eine Atmosphäre herrschte, wie als wären gerade alle vom Papst heilig gesprochen wurden.

Die Dresdner begannen sehr gut. Mit Toren durch Vladan Kovanovic und Martin Kaiser führte man schnell 2:0. Der LHV seinerseits brauchte 3 bis 4 Minuten, um in das Spiel zu kommen. Ab dem 4:3 in der 6. Min. entwickelte sich ein offener Schlagabtausch in dem der LHV bis zur letzten Minute immer vorlegte. Aus einem 15:16 Rückstand machten die Dresdner dann aber innerhalb von nur 45 Sekunden eine 17:16 Halbzeitführung. Martin Kaiser versenkte nahezu mit der Halbzeitsirene den Führungstreffer für die Dresdner. Das Ergebnis zeigt schon, dass beide Mannschaften in der Abwehr eher schwer ins Spiel kamen, obwohl die Dresdner vor allem in der Schlussphase der 1. HZ besser in der Defensive agierten. Doch nicht nur positives gibt es von diesem verschreibungspflichtigen Spiel zu berichten. Bei den Landeshaupstädtern schlichen so ab der 20. Min. immer mehr Fehler ins Spiel ein. Alleine 5 technischer Fehler verbuchte die Statistik zwischen der 23. und 31. Min.. Trotzdem ging man wie schon beschrieben mit einer knappen Führung in der Kabine.

In der 2. HZ war es dann das umgedrehte Spiel, denn die Dresdner legten immer vor und der LHV musste reagieren. In diesem Sinne lief es bis zur 53. Min.. Dann netzte der Ex-LHVer Florian Pfeiffer zum 29:26 für den HC ein und erstmals führten die Gäste mit 3 Toren. Eben dieser Florian Pfeiffer setzte mit Matthias Rudow, Sebastian Geyer und Lars Lumpe in der Schlussphase die entscheidenden Angriffshighlights. Der Letztgenannte war es dann auch, der in der 58. Min. den am Ende entscheidenden Siebenmeter zum 32:30 im Tor unterbrachte. Der Eisvogel hatte also wieder zugeschlagen. Vorher schien das Spiel in der 55. Min. entschieden, als Mario Scholz nach einem Pass von Florian Pfeiffer auf 31:27 erhöhte. Dann kassierten Markus Müller und Florian Pfeiffer in der 56. Min. innerhalb von 15 Sekunden zwei Zeitstrafen und die Gelegenheit für den LHV schien da, dem Spiel eine Wende zu geben. Die Hausherren deckten offensiv und konnten mit 3 Treffern in Folge auf 31:30 verkürzen. Der Lärmpegel in der Halle stieg auf Motörhead-Konzert-Niveau. Der Blutdruck vieler stieg parallel dazu auf 200 zu 100. Dann verwandelten die Dresdner den schon besagten Strafwurf. Als Vladan Kovanovic in der letzten Minute den Ball per Schlagwurf an den Pfosten knallte, hatten die Zusestädter sogar noch die Chance zum Ausgleich. Ein Sprungwurf vom starken Ex-HCler Andreas Schütz blieb aber 10 Sekunden vor Ende im HC-Block hängen. Den Abpraller schnappten sich die Dresdner und spielten die 8 Sekunden verbliebene Spielzeit runter. Der Rest war ausgelassener Jubel und die Gewissheit wiedermal ein wichtiges Spiel für sich entschieden zu haben.

Egal wen man fragte, alle sagten nach der Partie das Gleiche: Danke für dieses tolle Spiel! Nach dem Spiel bedankten sich beide Teams demonstrativ bei allen Zuschauern. Dem LHV ist auf ganzer Linie ein Kompliment zu machen. Die Dresdner verteidigten mit dem Sieg im Sachsenderby die Tabellenführung und bauen ihre Auswärtsmarke auf 11 von 11 gewonnen Spielen aus.

Die Dresdner danken ihren Fans für die tolle Unterstützung in einem Spiel was für das Fan-Dasein alles bereit hielt, was es braucht!

Tore: 32 (1 mehr als der Gegner)!

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