HC schockt Tabellenführer

Eines ist auch nach dem gestrigen Spieltag noch das Gleiche: Der HSV Bad Blankenburg ist Tabellenführer. Wer aber nach dem Spiel in die Gesichter der HSV Spieler sah, dem war klar, es war nach dem Abpfiff ein Tabellenführer dessen Selbstverständniss die ersten Risse bekommen hatte. Das „Spiel der Spiele“ (so vom HSV postuliert) war verloren gegangen. Und wie es ab der 40. Min. für den HSV verloren ging, war vor dem Spiel kaum zu erwarten.

Die Ungeschlagenen wurden geschlagen und die sehr gut gefüllte Halle leerte sich dem Ergebnis entsprechend nach dem Spiel schnell. Das Spiel war natürlich auch eine Auseinandersetzung auf psychischer Ebene und zwar mehr als sonst. In diesem Sinne konnten die Dresdner an diesem Tag besser mit dem Druck umgehen, der sich zwangsläufig um das Spiel herum aufgebaute hatte.

Zum Spiel: Die Thüringer kamen besser ins Spiel und führten schnell 3:1. Die Dresdner brauchten eine Weile, waren aber spätestens beim Treffer zum 5:5 in der 10. Min. im Spiel. Taktisch agierten die Dresdner mit einer offensiven Deckung, welche vor allem den Ligatoptorschützen Paul Weyhrauch durch einen vorgezogenen Spieler das Leben schwer machte. Der Spieler der dem Halblinken das Spiel so schwer machte heißt Martin Kaiser. Er war an diesem Tag mit einer tollen Abwehrleistung und 8 erzielten Treffern, der Akteur der etwas aus der starken Mannschaftsleistung herausragte. Bis zum 10:9 in der 22. Min. blieb das Spiel ausgeglichen. Danach erarbeiteten sich die Bad Blankenburger einen 12:9 Vorteil, was auch daran lag, dass der Dresdner Angriff im Aufbau zu selten Akzente setzen konnte. Auf der anderen Seite bekam man den halbrechts agierenden Radoslav Miller auf Seiten des HSV nicht den Griff. Des Weiteren agierten die Dresdner beim Rückzugsverhalten immer mal wieder unglücklich. Was der HSV prompt zu nutzen wußte. Als der HC dann noch in der 27. Min. in doppelter Unterzahl auf dem Feld stand, hätte man von einer wachsenden Überlegenheit der Thüringer ausgehen können. Es kam aber ganz anders. Die Dresdner erzielten 3 Tore in Folge und hatten in der 29. Min. zum 12:12 ausgeglichen. Über den Stand von 13:13 ging es denkbar knapp mit 14:13 für die Hausherren in die Kabine.

In der Kabine des HC war der Tenor klar: Das Spiel ist vollkommen offen und wir haben noch Potenzial nach oben. Die Mannen von Trainer Frank Ihl waren in einer neuen Situation, sie führten zwar zu hause wie gewohnt, aber ohne die Klarheit der vergangenen Heimspiele. Das hinterte den HSV aber nicht daran in Halbzeit 2 die ersten Ausrufezeichen zum 15:13 und 16:13 zu setzten. Doch nun kamen die entscheidenden 10 Minuten des Spiels. Die Elbflorenzer erzielten 4 Treffer in Folge und gingen so in der 40. Min. mit 16:17 in Führung. Wenig später stand es 17:18 aus Sicht der Hausherren und der HSV sollte ab der 41. Min. nie wieder den Ausgleich erzielen. Ganz im Gegegenteil, die HCler pendelten sich ab der 49. Minute immer mehr auf einen Vorsprung zwischen 3 bis 5 Toren ein. Alle Denkungssysteme des HSV beantworteten die Dresdner mit Lösungen. Die HSVler wirkten im Blick auf die ungewohnte Situation eines Rückstandes in eigener Halle vor allem in der Abwehr zunehmend verunsichert. Besonders weh taten den Hausherren die Konter welche die Dresdner jetzt vermehrt liefen. Wer aus Dresdner Sicht auf die Ränge schaute, nahm ab der 45. Min. eigentlich nur noch die ca. 35 Dresden-Fans wahr, die ihre Mannschaft super unterstützten (Danke, Danke, Danke! Ihr seid großartig!). Der Rest des Spieles ist schnell erzählt. Die Gäste brachten den Sieg über Zielgerade, ohne die letzten 10 Minuten noch einmal wirklich in Gefahr zu geraten. Das 27:31 ging damit auch in der Höhe in Ordnung. Einzig negativ war das verletzungsbedingte Auscheiden von Matthias Rudow kurz vor Ende des Spiels. Der HC hofft im Hinblick darauf auf ein gutes Ende.

Die Dresdner erhielten nach dem Spiel allerorts Anerkennung, auch weil sie in der 2. HZ ab der 40. Min. die bessere Mannschaft waren. Die Zuschauer hatten ein tolles Handballfest erlebt und ein faires Spiel. Die Elbflorenzer feierten nach der Partie augiebig mit ihren Fans und allen die ihnen über den Weg liefen. Damit haben die Dresdner mit ihrem Auftreten eines dickes Ausrufezeichen gesetzt. Sicher hatte nur wenige in der Liga dem HC diesen Sieg zugetraut.

Für die Dresdner ist klar: Nur viele Teilerfolge ergeben ein Ganzes. In diesem Sinne gab es gegen Bad Blankenburg auch „nur“ 2 Punkte und ab Montag heißt es wieder sich voll zu konzentrieren. Niemand wir in Dresden abheben, genau das zeichnet die Mannschaft aus.

Tore: Geschlossene Mannschaftsleistung!

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