50 Minuten gleichwertig – HC verliert Pokalfinale (25:28)

Zur Halbzeit rieben sich sicher viele die Augen, denn ein 13:13 stand an der Anzeigetafel der Döbelner Stadtsporthalle. Die 100 Dresdner Fans waren schon eine Minute vor der Halbzeitpause komplett aufgestanden und feierten ihre Mannschaft. Nach dem Spiel das gleiche Bild. Die Dresdner Fans honorierten die Leistung ihrer Mannschaft, die hatte zuvor dem Favoriten aus Pirna einen großen Handballfight geliefert.

Von der enormen Gegenwehr der Dresdner war zunächst nichts zu spüren. Die Lok aus Pirna kam besser ins Spiel und führte nach vier Minuten schnell 0:3. Als Lars Lumpe in der 10. Minute jedoch die erste Führung für die Landeshaupstädter (5:4) erzielte, ahnte wohl auch der Gegner, dass es heute kein Spaziergang wird. Bis zur Halbzeit konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzten. Eigentlich hätten die Dresdner mit einer 13:12 Führung in die Kabine gehen müssen, kassierten aber in letzter Sekunde von Linksaußen etwas unglücklich den Pirnaer Ausgleich. Vor allem der Ex-Pirnaer Lars Lumpe machte bis zum Pausentee ein starkes Spiel, musste dann aber leider kurz nach Beginn der 2. Halbzeit verletzungsbedingt passen. Erik Schaarschmidt und Vladan Kovanovic setzte Holger Winselmann gleich gar nicht ein, beide waren nicht 100 Prozent fit und man wollte im Blick auf den Schlusssport in der Saison nichts riskieren. Kreisläufer Matthias Hubadls war verletzungsbedingt erst garnicht mit angreist. Er fällt für die restliche Saison aus.

Die 2. Spielhälfte began wie die 1., denn der ESV Lok Pirna kam besser ins Spiel. Die Dresdner ließen sich jedoch nicht abschütteln und gingen ihrerseits in der 36. Minute durch ein Tor durch den starken Martin Kaiser in Führung. Der Dresdner Fan-Block kochte. In der Folge konnte sich kein wiederum Team entscheidend absetzten. Als in der 48. Minute beim 22:24 Rückstand für Dresden, Florian Pfeiffer bei einer 100prozentigen Chance aus Dresdner Sicht regelwidrig behindert wurde und so nicht traf, war das irgendwie ein kleiner Einschnitt im Spiel der Dresdner. Die Pirnaer konnten bis tur 55. Minute den Vorsprung auf 27:22 ausbauen. Die Dresdner agierten in dieser Phase einfach zu unüberlegt und wenn man klare Chancen hatte, wurden die vom Lok Torhüter Percin zunichte gemacht. Die Dresdner gaben jedoch nicht auf und verkürzten bis in die 60. Minute auf 25:27. Eine offene Manndeckung in den letzten Sekunden des Spiel brachte nichts mehr ein und den Mannen von Petr Hazl am Ende noch einen Treffer zum verdienten 25:28 Pokalfinalsieg.

Am Ende war es ein gelungenes Finale. Sportlich über weite Strecken attraktiv und auf den Rängen lieferten beide Fanlager eine grandiose Stimmung. Der HVS und die Döbelner Verantwortlichen hatten sehr gute Arbeit abgliefert. Auf Dresdner Seite gab es zwei kleine Helden (für manche vielleicht nur auf den 2. Blick). Der erste war Markus Müller der wie schon in Freiberg in der Abwehr eine bärenstarke Leistung bot und damit zeigte, wie er sich in diesem Bereich weiterentwickelt hat. Der andere Held war Stefan Hühn. Er spielte am Kreis im Angriff 60 Minuten durch und zeigte vor allem in der 1. Halbzeit eine starke Leistung und das obwohl er in den letzten Spielen vor allem in der 2. Mannschaft zum Einsatz gekommen war.

Am Ende gewannen die Pirnaer verdient, da sie in der entscheidenden Phase des Spieles abgezockter agierten. Die Dresdner zeigten was durch eine geschlossene Mannschaftsleistung und viel Kampfgeist gegen ein höherklassiges Team möglich ist.

In Zukunft wird interessant sein wie sich beide Vereine entwickeln. Das Spiel war auf jeden Fall Werbung für die Handballregion Dresden.

Die Mannschaft bedankt sich auf diesem Weg bei jedem einzelnen Dresdner Fan in der Halle. Es war einfach toll was ihr auf die Beine gestellt habt. Ein dickes DANKE!!!

Tore: Möbius 2, Rudow 3, Scholz 1, Pfeiffer 2, Geyer 6, Lumpe 4/1, Grießbach 1, Kaiser 5, Hühn 1, Mertig, Müller, Resimius/Wagner (bei Tor)

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