23. Spieltag: HC Elbflorenz vs. HSG Burgwedel 25:19 (13:9)

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HC Elbflorenz mit Sieg gegen die HSG Burgwedel

Der vielen sicher eher kaum bekannte isländische Handballspieler Guðmundur Helgason sagte einmal: „Ein Handballspiel zu schauen ist wie in ein Restaurant zu gehen und einfach nur ein Stück Fleisch zu bestellen. Manchmal bekommt man ein Filet mignon und manchmal ein 3 Wochen altes Stück rohen Pansen.“ Das weitergedacht könnte man sagen, jeder „Koch“ (Trainer) arbeitet mit seiner Mannschaft immer daraufhin, dem Publikum Filet mignon zu präsentieren, auch wenn das manchmal nicht klappt. Da es jedoch zwischen Filet mignon und altem Pansen noch viel gibt, was irgendwie trotzdem schmeckt, sind wohl die Zuschauer am Wochenende zufrieden aus der Halle gegangen, auch wenn es kein handballerisches Filet mignon gab.

Der HC Elbflorenz begann in der Abwehr konzentriert und zudem kristallisierte sich schon in der Anfangsphase heraus, dass HCE-Keeper Henrik Ruus Tovas einen richtig guten Tag erwischt hatte. So führten die Hausherren schnell 3:1 und 8:3 wobei vor allem Sebastian Greß auf Dresdner Seite immer wieder die Lücken in der Burgwedeler Abwehr fand. Er markierte die Treffer 2, 3, 5 und 6 für die Gastgeber. Die 8:3 Führung des HC Elbflorenz veranlasste HSG Coach Jürgen Bätjer, in der 18. Minute die erste Auszeit zu nehmen. Die Dresdner hatten bis dahin lange nicht alles richtig gemacht und die Fehler bzw. das Vergeben von klaren Torchancen blieben den Sachsen an diesem Tag auch relativ konstant erhalten. HSG Coach Bätjer hatte in der 1. Halbzeit etwas gepokert und sozusagen seinen zweiten Anzug auf die Platte geschickt, um die eigentliche erste Sechs für den zweiten Spielabschnitt zu schonen. Diese „Bayern-München-mäßigen Ligaalltagsanwandlungen“ gingen nicht auf, aber im Blick auf den Halbzeitstand auch nicht direkt schief. Insgesamt lief es für die HSG nach der Auszeit etwas besser und der in der 1. Halbzeit nur wenig eingesetzte HSG-Spielmacher Sören Kress deutete bei einem sehenswerten verdeckten Unterhandwurf in der 27. Minute schon mal an, dass die HSG handballerisch durchaus etwas zu bieten hat. Die wichtige Zechel-Kress-Haubold Achse kam bei den Niedersachsen aber so richtig erst im 2. Spielabschnitt zum Einsatz. Für den HC Elbflorenz setzte Adrian Kammlodt mit einem sehenswerten Rückraumtreffer (13:9) 3 Sekunden vor der Pausensirene den Schlusspunkt hinter den Spielabschnitt. Nur so nebenbei: Dass HSG-Trainer Jürgen Bätjer die Energieverbundarena für einen Handballtempel hält zeigte sich in der 24. Minute, denn da ging er neben der Bank kurz vor Ehrfurcht auf die Knie. Warum er schon weit vorher bei so viel "Handballreligiosität" von den Schiedsrichtern die gelbe Karte gesehen hatte, ist überhaupt nicht nachvollziehbar.

Die 2. Spielhälfte brachte einige Zeitstrafen auf beiden Seiten und so immer mal wieder etwas mehr Platz auf der Platte. Was sie nicht brachte war eine entscheidende Veränderung im Spielverlauf. Der HCE hatte alles im Griff ohne zu glänzen und die HSG präsentierte sich durchaus mutig und ohne Zurückhaltung, aber halt auch mit zu vielen Fehlern. Vor allem das Überzahlspiel wollte der HSG an diesem Tag nicht wirklich gut gelingen. Dafür zeigte der HSG-Halblinke Maurice Herbold hin und wieder, wie man Bälle bei 10 Metern in der Luft annimmt und mit einem krachenden Wurf ins Tor befördert. Als der HC Elbflorenz zu Beginn der 2. Halbzeit relativ schnell in Unterzahl geriet, schickte Christian Pöhler den 6. Feldspieler ins Rennen. In dieser Phase war es vor allem der zu diesem Zeitpunkt auf Halbrechts agierende Patrik Hruscak, der für den HCE die Tore lieferte, nämlich das 14., 15. und 16.. Als der HC Elbflorenz in der 52. Minute durch Adrian Kammlodt zum 22:15 traf, waren alle Messen gelesen und auch wenn die HSG noch einmal auf 23:19 verkürzte und mit Mitteln wie dem 7. Feldspieler agierte, änderte das am verdienten 25:19 Sieg der Dresdner nichts mehr.

Fazit: Es war irgendwie ein Spiel, in der keine Mannschaft im Angriff über einen längeren Zeitraum wirklich ihren Rhythmus fand. Außerdem bewegte sich das Spiel in der 2. Halbzeit immer zwischen den Einschätzungen „nicht wirklich entschieden“ und „es liegt keinerlei Wende in der Luft“. So kann man den Sieg wohl aus Sicht der Dresdner unter dem Motto Arbeitssieg verbuchen und das ist keineswegs abwertend gemeint. Ein Arbeitssieg mit 6 Toren Plus ist auch nicht gerade Standard. Zu überzeugen wusste dabei vor allem HCE-Keeper Henrik Ruud Tovas, der viele starke Paraden zeigte. Er und eine starke Abwehrleistung waren am Ende die Basis für den 11. Sieg in Folge. Ein Sieg der weiterhin alle Optionen im Kampf um die Spitze offen hält. Die Gäste aus Niedersachsen präsentierten sich mutig, konnten aber auch an diesem Tag nicht wirklich überzeugen. In der kommenden Woche folgt dann die Pflichtaufgabe in Kirchzell.

Wermutstropfen bleibt die Verletzung von Marcel Balster. Er hatte sich im Training vor der Partie den Arm gebrochen und wird innerhalb dieser Saison wohl nicht mehr ins HCE-Gehäuse zurückkehren. Wirklich bitter für ihn und das Team!

Tore: Tovas/Meinl (beide Tor), Hruscak 4, Jurgeleit 2/1, Boese 6/3, Buschmann 2, Desler, Göde 2, De Santis, Kretschmer, Hoffmann 1, Greß 5, Kammlodt 2, Quade 1

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