DHB-Pokal 1. Runde: HC Elbflorenz vs. HSG Wetzlar 23:35 (8:20)

(c) HC Elbflorenz #medienwart

Zwei komplett verschiedene Halbzeiten

Was passiert, wenn ein Erstligatorhüter wie Benjamin Buric so richtig heiß läuft, erlebten die Dresdner in der 1. Halbzeit des DHB-Pokalsspieles gegen die HSG Wetzlar. Der Erstligakeeper und Torhüter der bosnischen Nationalmannschaft zog den Sachsen in der 1. Halbzeit mit 10 Paraden und einer Megaquote von 55 Prozent gehaltener Bälle den Zahn und so blieb der Dresdner Angriff im wahrsten Sinne des Wortes zahnlos. Dass die Dresdner das noch mit schlechten Wurfentscheidungen forcierten und dadurch noch das Konterspiel der Hessen so richtig in Gang brachten, steht auf einem anderen Blatt. Der HC fand mit Ausnahmen zwischen der 18. und 25. Minute nicht ins Spiel und die HSG zog auch im Angriff ihre Sache gnadenlos durch. So kassierte der HC 20 Gegentore innerhalb der ersten 30 Minuten (8:20). Auch gegen einen etablierten Erstligisten einfach zu viel. Die Dresdner Abwehr fand keinerlei Zugriff auf den Gegner. Vor allem mit dem deutschen Nationalspieler am Kreis, Jannik Kohlbacher kamen die Dresdner überhaupt nicht zurecht. HC-Trainer Pöhler bescheinigte ihm eine „überragende" 1. Halbzeit. Auch die zwei Auszeiten des HC-Coachs brachten keine Besserung.  Die 1. Halbzeit war für den HC eine Lehrstunde. HC-Übungsleiter Pöhler beschrieb seine Gefühlslage nach der 1. Halbzeit so: „Ich war nicht sauer, sondern enttäuscht, das war Angsthasenhandball. Wir sind überhaupt nicht dahingegangen wo es wehtut.“

Die Ansprache von Christian Pöhler in der Kabine fiel ruhig und nüchtern aber bestimmt aus. Im Blick auf die ersten fünf Minuten der 2. Halbzeit musste man befürchten, dass es so weitergeht wie im ersten Spielabschnitt. Der starke Buric im HSG-Tor begann gleich wieder mit einer Parade und der HC ließ wenig später einen technischen Fehler folgen. Erst ab der 36. Minute schwammen sich die Dresdner frei und waren in der Partie. Mit einem Treffer vom Siebenmeterpunkt verkürzte Tim-Philip Jurgeleit – er machte eine starke Partie in der 2. Halbzeit – auf 9:22. Jetzt folgten drei weitere HC-Treffer in Folge (12:24). Es entwickelte sich jetzt eine sehr ausgeglichene Partie in der die Sachsen einige schöne Spielzüge erfolgreich abschlossen. Durch Tore von Tim-Philip Jurgeleit sowie Patrik Hruscak stand es in der 53. Minute 20:30 und der HC war drauf und dran, sein gesetztes Halbzeitziel, nämlich die 2. Halbzeit zu gewinnen, wahr zu machen. Bis 10 Sekunden war dieses Ziel beim Spielstand von 23:34 auch noch zum greifen an. Allerdings machte der linke HSG-Rückraumspieler Alexander Hermann mit seinem Treffer zum 23:35 Endstand den Dresdner ein Strich durch die Rechnung. „Auch wenn die 2. Halbzeit besser war und wir gezeigt haben was wir können, die zu schwache Schlussphase hat uns nichts besseres als ein Unentschieden in der 2. Halbzeit beschert.“, sagte der HC-Trainer Christian Pöhler nach der Partie.

Fazit: Es ist nichts ungewöhnliches passiert, wenn der HC gegen den Sechstplazierten der vergangenen Erstligaspielzeit im DHB-Pokal ausscheidet. Das die HSG Wetzlar nach dem knappen Sieg gegen die HSG Konstanz ganz anders in das Spiel gegen die Dresdner gehen würde, war den Sachsen eigentlich vollkommen klar. Um so mehr wundert einen die Leistung der 1. Halbzeit und noch mehr dann die „Phoenix aus der Asche“-Nummer im 2. Spielabschnitt. Im Blick auf den Ligastart in der kommenden Woche, heißt es an die 2. Halbzeit anknüpfen, denn wie es Christian Pöhler schon richtig formulierte: „Beim Bergischen HC haben wir ein ganz dickes Brett zu bohren.“

Halfmann, Huhnstock (beide Tor); Hruscak 5, Jurgeleit 5/3, Boese 1, Dierberg 2, Buschmann, de Santis 3, Flödl, Gress 2, Zele 1, Becvar, Quade 4

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